«Das deutliche Resultat ist kein Nein zur Neutralität»

- Die Neutralitätsinitiative wird laut ersten Hochrechnungen klar abgelehnt.
- Das Resultat ist laut Politologin Jenny Roberts kein Nein zur Neutralität, sondern zur starren Auslegung der Initianten.
- Auch die Ernährungsinitiative scheitert – der vorgeschlagene Weg galt als zu extrem, die Umsetzungsfrist als zu kurz.
Bei der Neutralitätsinitiative deutet alles auf ein klares Nein. Was sagt das über die Schweizer Neutralität allgemein?
Wichtig ist: Das heutige Resultat ist kein Nein zur Neutralität – diese geniesst weiterhin eine hohe Anerkennung in der Schweizer Stimmbevölkerung. Vielmehr spricht das Resultat gegen die starre Auslegung, die die Initianten vorgeschlagen haben – und dafür, dass der Bundesrat die Neutralität weiterhin flexibel auslegen kann.
Das Nein fiel sehr deutlich aus: Woran lag das?
Die Initiative wurde von Anfang an und in vielen Kreisen stark kritisiert – nur im SVP-Lager genoss sie Zustimmung. Möglicherweise sank zuletzt auch diese innerhalb der SVP-Basis.
Die Expertin
Jenny Roberts ist Datenwissenschaftlerin und Projektleiterin bei GFS Bern. Sie hat an der Universität Zürich einen Master in Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Datenjournalismus abgeschlossen.
Auch die Ernährungsinitiative wird klar abgelehnt. Schoss sie an den Sorgen der Bevölkerung vorbei?
Die Ernährungsinitiative stösst thematisch gerade nach dem erlebten Hitzesommer auf hohes Interesse. Der vorgeschlagene Weg schien aber zu extrem, die geforderte Umsetzungsfrist zu schnell. Wegen der fehlenden Unterstützung im Parlament hatte die Initiative von Anfang an kaum eine Chance.
Dieser Artikel wird im Verlaufe des Abstimmungssonntags ausgebaut.
Thomas Leu (tle) arbeitet seit 2026 bei 20 Minuten. Er ist Praktikant im Ressort Politik.
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