Fluten, Erdrutsche und Tornados – Unwetter trifft Südfrankreich

Darum gehts
- In Südfrankreich sorgen heftige Regenfälle für Überschwemmungen, Erdrutsche und über die Ufer tretende Flüsse.
- Einsatzkräfte mussten Menschen aus Autos retten und Bewohner evakuieren. Schulen, Züge und der öffentliche Verkehr sind teilweise lahmgelegt.
- Die höchste Warnstufe gilt weiterhin. An der Mittelmeerküste wurden zudem mehrere Tornados beobachtet, während weitere Überschwemmungen drohen.
Die befürchteten Wassermassen sind da. Im Süden Frankreichs stehen Strassen unter Wasser, Flüsse treten über die Ufer und Menschen müssen aus ihren Autos gerettet werden. Nachdem die Behörden in Gard und Hérault die höchste Warnstufe ausgerufen hatten, zeigen sich am Mittwochnachmittag die Folgen des Unwetters.
Besonders angespannt ist die Lage in Montpellier. Im Zentrum der bei Touristen beliebten Stadt gibt es bereits Überschwemmungen. Das bestätigte Véronique Martin-Saint-Léon, Unterpräfektin des Départements Hérault, gegenüber BFMTV. Rund 200 Millimeter Regen seien in Teilen des Départements innerhalb von 24 Stunden gefallen. Bis Mitternacht könnten gemäss der Präfektur nochmals 200 bis 300 Millimeter dazukommen.
Erdrutsche und überflutete Strassen
Hinter dem Starkregen steckt eine sogenannte «Mittelmeer-Episode». Dabei trifft feuchtwarme Luft vom Mittelmeer auf kühlere Luftmassen. Solche Wetterlagen können innerhalb weniger Stunden enorme Regenmengen bringen und Sturzfluten auslösen.
Auch im benachbarten Gard kämpfen die Menschen mit den Wassermassen. Mehrere Flüsse sind laut der Präfektur über die Ufer getreten. Strassen sind überspült und teilweise unpassierbar. Auch Erdrutsche wurden gemeldet.
Behörden beginnen mit Evakuierungen
Gefährlich ist die Lage vor allem auf den Strassen. Einsatzkräfte mussten bereits mehrere Menschen aus ihren Fahrzeugen retten. In besonders gefährdeten Gebieten haben die Behörden mit Evakuierungen begonnen, darunter in Saint-Hippolyte-du-Fort. Rund 200 Feuerwehrleute stehen im Gard im Einsatz.
Die Bevölkerung soll möglichst zu Hause bleiben und auf unnötige Fahrten verzichten. Nach Monaten mit Trockenheit und Hitze ist der Boden vielerorts hart und kann das Wasser schlechter aufnehmen.
Das Unwetter bringt auch den Alltag durcheinander. Schulen bleiben geschlossen, in Montpellier wurde der Tramverkehr eingestellt. Auch Reisende müssen mit Einschränkungen rechnen. Regional- und Intercités-Züge fallen aus, betroffen sind unter anderem Verbindungen nach Montpellier, Nîmes und Sète sowie in Richtung Marseille und Bordeaux. Am Flughafen Montpellier wurden zudem einzelne Flüge gestrichen.
Zeitweise zwei Tornados gleichzeitig aufgetreten
In der Nähe von Aigues-Mortes wurden zudem am Mittag mehrere Tornados beobachtet. Meteorologe Tristan Bergen sagte gegenüber «Midi Libre», er habe innerhalb kurzer Zeit drei oder vier Tornados gesehen. Zeitweise seien es zwei gleichzeitig gewesen. Grössere Schäden hätten sie nach seinem Wissen nicht verursacht.
Noch ist die Lage nicht ausgestanden. In Gard und Hérault gilt die höchste Warnstufe mindestens bis Mitternacht. Auch für den Fluss Lez im Hérault gilt die höchste Hochwasser-Warnstufe. Weil Gewitter teilweise über Stunden an derselben Stelle bleiben können, drohen weitere Überschwemmungen.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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