Hochansteckende Hautkrankheit breitet sich bei Kindern aus

- Im Kanton Waadt häufen sich Fälle der hochansteckenden Hautinfektion Borkenflechte bei Kindern.
- Die Krankheit verursacht rote Flecken, Bläschen und gelbliche Krusten, heilt aber meist folgenlos aus.
- Die Gründe für die Häufung sind unklar. Die Behörden sehen keinen Grund zur Sorge.
Rote Flecken, Bläschen und offene Hautstellen: Im Kanton Waadt haben es Kinderärztinnen und -ärzte diesen Herbst vermehrt mit Kindern zu tun, die an der Hautinfektion Impetigo contagiosa, auch Borken- oder Grindflechte genannt, erkrankt sind. «24 Heures» berichtet von einer auffälligen Häufung.
Das Departement für Gesundheit und Soziales des Kantons Waadt bestätige die Häufung, bezeichne die Situation jedoch nicht als besorgniserregend. Laut dem Lausanner Gesundheitszentrum Vidymed «handelt es sich nicht wirklich um eine Epidemie, sondern vielmehr um mehrere Fälle mit einer besonderen klinischen Form», zitiert «24 Heures». So handele es sich derzeit vor allem um eine grosse, Blasen bildende Form. Der Krankheitsverlauf sei «sehr günstig».
Was ist Impetigo contagiosa?
Es handelt sich um eine juckende, manchmal auch schmerzende, oberflächliche Hautinfektion. Sie kommt vor allem bei kleinen Kindern häufig vor. Die Krankheit wird durch Bakterien verursacht – meist durch Streptokokken oder Staphylokokken.
Die Infektion zeigt sich meist zuerst um den Mund und die Nase herum: durch einen juckenden roten Ausschlag mit wassergefüllten Bläschen, die rasch aufplatzen. Danach bilden sich gelbliche Krusten, die nach einiger Zeit abfallen, ohne Narben zu hinterlassen, wie der Schulärztliche Dienst der Stadt Zürich in einem Infoblatt schreibt. In der Regel heile Borkenflechte folgenlos aus.
Nicht immer ist den Betroffenen und ihren Eltern gleich klar, worum es sich beim Ausschlag handelt: Gegenüber «24 Heures» erzählt eine Mutter, dass sie die Hautveränderung am Arm ihrer elfjährigen Tochter zunächst für einen Mückenstich gehalten hat.
Wie erfolgt die Infektion?
Impetigo contagiosa trägt ihren Namen nicht ohne Grund: Die Hautkrankheit ist hochansteckend. Laut dem Amt für Gesundheit und Soziales des Kantons Schwyz geschieht die Keimübertragung durch Schmierinfektionen. Also durch Körperkontakt oder durch Kontakt mit Gegenständen, auf denen die Erreger sitzen.
Infrage kommen sowohl Spielsachen und Handtücher als auch Oberflächen wie Geländer oder Tische. Die Keime können zum Beispiel über kleinere Hautverletzungen, einen Ausschlag oder Insektenstich in die Haut eindringen. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung vergehen in der Regel zwei bis zehn Tage.
Ist in deiner Familie schon einmal Impetigo contagiosa aufgetreten?
Wie erklärt sich die aktuelle Häufung der Fälle?
Weshalb die Fallzahlen im Kanton Waadt gerade jetzt steigen, ist bislang nicht geklärt. Aber in der Schweiz ist eine Infektion nicht meldepflichtig. Auch gibt es anders als in vielen anderen Ländern hierzulande keinen generellen Schul-, Kindergarten- und Kita-Ausschluss. «Kinder mit Borkenflechte müssen nicht grundsätzlich zu Hause bleiben», hält der Kanton Schwyz fest. Entsprechend kann eine Infektion schnell zur nächsten führen.
Auch nach Beginn einer wirksamen Antibiotikatherapie bestehe die Ansteckungsgefahr meist noch 24 bis 48 Stunden. Unbehandelt bleibt diese so lange bestehen, bis die offenen Hautstellen abgeheilt und die Krusten abgefallen sind. Mitunter kann das bis zu drei Wochen dauern.
Wie kann man weiteren Infektionen vorbeugen?
Hygienemassnahmen helfen, eine Ansteckung zu verhindern:
- Regelmässig gründlich die Hände waschen.
- Kleidung, die am Körper anliegt, und Handtücher regelmässig bei 60–90 °C waschen.
- Handtücher nicht gemeinsam nutzen. Die Stadt Zürich rät sogar zum Gebrauch von Einmal-Handtüchern.
- Die betroffenen Hautstellen möglichst nicht aufkratzen.
- Die Fingernägel kurz schneiden, damit die Haut beim Kratzen möglichst wenig verletzt wird und die Infektion nicht weiterverbreitet wird.
- Die betroffenen Hautstellen abdecken oder verbinden, um das Kratzen zu verhindern und die natürliche Heilung der Haut zu unterstützen.
Wie wird Borkenflechte behandelt?
Die Fachleute von Vidymed empfehlen, bei roten Hautveränderungen oder ungewöhnlichen Bläschen einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufzusuchen. Behandelt werden kann die Infektion mit desinfizierenden Lösungen, antibiotikahaltigen Salben, aber auch Antibiotika-Tabletten. Ergänzend können Bäder und Umschläge eingesetzt werden.
Abonniere den Wissen-Push!
Abonniere in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Wissen-Kanals. Du wirst über bahnbrechende Erkenntnisse und Entdeckungen aus der Forschung, Erklärungen zu aktuellen Ereignissen und kuriose Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft informiert. Auch erhältst du Antworten auf Alltagsfragen und Tipps für ein besseres Leben.
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Benachrichtigungen». Wähle hier die gewünschten Themen aus.
Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
