"Es ist gefährlich" : Selenskyj hält nichts von Trumps "großem" Friedensplan für Europa

"Es ist gefährlich" Selenskyj hält nichts von Trumps "großem" Friedensplan für Europa
07.11.2026, 14:12 Uhr

Ein Ende des Ukraine-Kriegs ist weiter nicht in Sicht. US-Präsident Trump setzt nun auf ein großes Abkommen für eine neue Sicherheitsordnung in Europa. Doch Staatschef Selenskyj warnt vor der Gefahr des US-Vorschlags, solange Russland seinen Krieg weiterführt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht den US-Vorschlag zu einer neuen europäischen Sicherheitsordnung als Ausweg aus Russlands Angriffskrieg gegen sein Land skeptisch. "Unter uns, für mich ist das nicht einfach. Und es kann sogar gefährlich sein", sagte Selenskyj dem US-Sender CNN.
Erst müsse darüber diskutiert werden, wie der Krieg beendet wird, schrieb Selenskyj auf X. Dann brauche sein Land Sicherheitsgarantien. In einem dritten Schritt könne über eine neue Sicherheitsarchitektur in Europa geredet werden. Die Ukraine sei zu einer Waffenruhe und einer Deeskalation bereit. Aber aus Moskau gebe es keine Signale des Einlenkens. "Deshalb ist es gefährlich, wenn sie nicht darüber sprechen, wie der Krieg beendet wird. Russland will mit der neuen Sicherheitsstruktur in Europa anfangen", so der ukrainische Staatschef.
US-Präsident Donald Trump spricht seit Donnerstag von einem "großen Abkommen", einem bislang wenig konkretisierten Friedensplan, der ganz Europa und Russland umfassen soll. Sein Schwiegersohn und Unterhändler Jared Kushner beschrieb auf X eine Sicherheitsordnung, die auf Kommunikation, militärischer Transparenz und der Verringerung von Eskalationsrisiken fußen solle. Er hatte vorher in Brüssel mit europäischen Partnern, der Nato und der EU über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine gesprochen.
Treffen zwischen Russland und der Ukraine
Kushners Rahmen ähnelt dabei den Vereinbarungen der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) von 1975 und der Nato-Russland-Grundakte von 1997. Allerdings waren diese Abkommen jeweils das Ergebnis langer Verhandlungen zu Zeiten, als kein aktueller Krieg tobte.
Bei der Suche nach einer Friedenslösung steht für kommende Woche zunächst ein Treffen zwischen Vertretern der Ukraine und Russlands unter US-Vermittlung in Abu Dhabi an. Kurz darauf will Trump den chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Kremlchef Wladimir Putin beim Apec-Gipfel der Region Asien/Pazifik in China treffen. Zum G20-Gipfel in Florida hat Trump wiederum Putin persönlich eingeladen.
Selenskyj warnte vor dem Versuch von Absprachen der Großmächte zulasten der EU, der Nato und seines Landes. "Wir leben alle in Europa. Wir wollen kein Jalta, kein zweites Jalta haben", sagte er. In Jalta auf der Krim hatten die Sowjetunion, die USA und Großbritannien 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Deutschland und Europa in Einflusssphären aufgeteilt.
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