Essenslieferant – Zürcher Just-Eat-Kuriere legen ihre Arbeit nieder

- Am auftragsstärksten Tag, dem Sonntag, haben Just-Eat-Kurierinnen und -Kuriere in Zürich und im Glatttal gestreikt.
- Sie legten ihre Arbeit nieder wegen drohender Entlassungen.
Mehr als die Hälfte der Schichten waren am Mittag und am Abend wegen des Streiks ausgefallen, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Syndicom auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Auch die Angestellten anderer Lieferstandorte hätten ihre Bereitschaft geäussert, am Streik teilzunehmen, so der Sprecher weiter.
Der Streik betraf die Mittags- und die Abendschicht bis 22 Uhr und wurde auf einen Tag angesetzt. «Wir streiken, weil wir verhandeln wollen», sagte der Sprecher weiter. Bisher habe es von der Arbeitgeberin keine Anzeichen für eine Verhandlung gegeben.
Den Beschluss dazu hatten die Beschäftigten nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag gefasst, nachdem ihre Protestaktion Ende Oktober wirkungslos geblieben war. Auslöser war die von Just Eat vor ein paar Tagen angekündigte Massenentlassung, wie einem Schreiben an die Medien zu entnehmen war. Rund 500 betroffenen Kurierinnen und Kurieren droht laut der Belegschaft die Kündigung.
Die Angestellten fordern den Stopp des Stellenabbaus, ein Geschäftsmodell mit fester Anstellung und eine Verlängerung des Konsultationsverfahrens bis zum 30. November. Ob der Streik in den nächsten Tagen an weiteren Standorten fortgeführt wird, war zunächst nicht bekannt.
Gerichtsurteil schützt Arbeitsplätze in der Westschweiz
Der Essenslieferdienst Just Eat hatte die Reorganisation am 22. Oktober mit veränderten Kundenbedürfnissen begründet. Die Nachfrage nach Lieferungen verteile sich zunehmend über den ganzen Tag und reiche bis in die Nacht.
Mit fest angestellten Kurieren und Schichtplänen, die zwei Wochen im Voraus festgelegt würden, lasse sich diese Flexibilität nicht gewährleisten.
In Städten wie Zürich, Bern, Basel oder Winterthur sollen deshalb Selbstständige zum Einsatz kommen, während Kuriere in der Westschweiz aufgrund eines Gerichtsurteils angestellt bleiben.
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