Tesla FSD: EU-weite Zulassung im Oktober wird immer unwahrscheinlicher
Enttäuschung in der Tesla-Community: Eine Entscheidung darüber, ob überwachtes teilautonomes Fahren (FSD Supervised) Anfang Oktober EU-weit für Tesla-Fahrzeuge freigegeben wird, erscheint inzwischen sehr unwahrscheinlich. Der zuständige Fachausschuss „Technical Committee – Motor Vehicles“ (TCMV) hat den Entwurf der Tagesordnung für die Sitzung am 6. Oktober 2026 bekannt gegeben – vorgesehen ist darin nur eine Fortsetzung der Diskussion über den Vorstoß in den Niederlanden.
Eine kurzfristig angesetzte Abstimmung ist zwar rechtlich nicht vollkommen ausgeschlossen. Dafür müsste die Kommission die Tagesordnung jedoch noch ändern und einen Entwurf für einen Durchführungsbeschluss vorlegen. Dafür gibt es bislang keinen öffentlich erkennbaren Hinweis. Damit könnte es erst im Dezember zu einer Abstimmung kommen, wenn dem üblichen Takt nach die nächste Sitzung ansteht. Rechtlich wäre zwischenzeitlich auch ein schriftliches Umlaufverfahren möglich, wie es in Deutschland etwa auch in der Bundespolitik bei dringenden Regierungsvorhaben gerne mal angewendet wird. So wirklich eilig scheint man es in Brüssel bei dem Thema aber nicht zu haben.
Mehrere EU-Länder haben bereits genehmigt
Die Enttäuschung bei Tesla-Fahrern im Netz ist groß. Auch Tesla-Chef Elon Musk äußerte sich auf X kurz mit einem „Seufz“. Die Hoffnung geschürt hatten vor allem Tesla selbst und die finnische Verkehrsbehörde Traficom. Letztgenannte erklärte in einer Mitteilung im Juni, dass für Oktober eine Abstimmung im TCMV erwartet werde. Am 1. September meldete sich Tesla Europe in einem X-Post zu Wort und sprach von einer möglichen Abstimmung am 6. Oktober.
In der Zwischenzeit genehmigen immer mehr EU-Staaten den Gebrauch von FSD Supervised in ihren Ländern. Nach der ursprünglichen vorläufigen EU-Typgenehmigung in den Niederlanden am 10. April 2026 folgten im Mai Litauen und Estland, wo die Zulassung inmitten eines Berichts über verzerrte FSD-Sicherheitsstatistiken erfolgte, im Juni Dänemark und Belgien sowie am 8. September Slowenien und zuletzt am 21. September Tschechien. Die niederländische FSD-Genehmigung beruht im Wesentlichen auf UN-Regelung Nr. 171 plus Ausnahmen nach Artikel 39.
Deutschland erhofft sich eine EU-Regelung
Die bevölkerungsreichsten EU-Länder Deutschland und Frankreich lassen sich hingegen Zeit. Das Kraftfahrt-Bundesamt prüft zwar technisch Teslas FSD-Fähigkeiten. Das Bundesverkehrsministerium will allerdings die Abstimmung über eine EU-weite Genehmigung abwarten. Deutsche Tesla-Fahrer mit Interesse an FSD setzen deshalb die Hoffnung auf eine wegweisende Entscheidung in Brüssel.
Diese könnte aber ebenso zu ihren Ungunsten ausfallen: Wenn sich der Fachausschuss in Brüssel gegen eine EU-weite Anerkennung ausspricht, wäre auch die Möglichkeit einer Ausweitung der niederländischen vorläufigen Genehmigung auf weitere einzelne Staaten wie Deutschland verbaut. Zumindest in jenen Ländern, die jetzt schon eine Zulassung erteilt haben, könnte Bestandsschutz gelten. So richtig wissen das Beobachter aber momentan auch nicht, da die Aktivierung für FSD per Software erfolgt. Bestandsschutz gilt für Funktionen, die ab Werk ausgeliefert werden.
„Herbeirufen“ mit mehr Distanz?
Und noch eine Hoffnung kursiert dieser Tage mit Blick auf die UN-Regelung Nummer 79: Bei der UNECE (United Nations Economic Commission for Europe) gibt es einen Vorschlag, den Abstand für das Remote Control Parking (RCP) zu verlängern. Bei Tesla-Fahrzeugen heißt die Funktion „Herbeirufen“, doch in Europa ist sie derzeit nicht von großem Nutzen: Der Herbeirufer darf maximal sechs Meter vom Fahrzeug entfernt stehen. Mit der Unschärfe der GPS-Lokalisierung funktioniert das in der Praxis bestenfalls, wenn jemand direkt neben dem Fahrzeug steht.
In den USA können Tesla-Besitzer ihr Fahrzeug in bis zu 100 Meter Entfernung herbeirufen. Es überquert dann autonom ganze Supermarkt-Parkplätze. Der UNECE-Vorschlag sieht freilich auch nur eine Erweiterung auf 15 Meter vor – für Europäer dürfte das zumindest einen kleinen spürbaren Unterschied ausmachen.
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