Ankara will Moskaus Kraftstoff: Türkei greift bei Trumps Diesel-Deal mit Russland zu

Ankara will Moskaus KraftstoffTürkei greift bei Trumps Diesel-Deal mit Russland zu
18.10.2026, 15:56 Uhr

Der Diesel-Deal zwischen Russland und den USA sorgt in der Ukraine und Europa für heftige Kritik. In Ankara nicht - die Türkei will von der Lockerung der Sanktionen gegen den Kreml profitieren.
Die Türkei will von dem umstrittenen Diesel-Abkommen zwischen den USA und Russland profitieren. Dies teilte Energieminister Alparslan Bayraktar mit. Der Deal zwischen den USA und Russland sei für die Energiesicherheit der Türkei wichtig, sagte Bayraktar dem Sender Kanal 7. "Jetzt haben sie ein Diesel-Abkommen mit (US-Präsident Donald) Trump geschlossen... Durch die von uns geführten Gespräche werden wir einen Teil dieses Diesels in die Türkei holen", sagte der Minister, ohne weitere Details zu nennen. Das Abkommen war vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, von europäischen Politikern sowie von einigen republikanischen Parteikollegen Trumps scharf kritisiert worden.
Bayraktar kündigte zudem an, dass die Türkei ihre heimische Gasförderung massiv ausbauen will. Im ersten Quartal 2028 solle eine zweite schwimmende Gasförderplattform in Betrieb genommen werden. Damit werde die tägliche Fördermenge im Schwarzen Meer auf 45 Millionen Kubikmeter steigen. "Damit werden wir dann in drei von vier Haushalten in der Türkei unser eigenes Gas verwenden", sagte der Minister.
Am Samstag hatte die Türkei ihre erste schwimmende Förderplattform, die "Osman Gazi", ins Schwarze Meer geschickt. Dieser Schritt soll die tägliche Produktion aus dem größten heimischen Gasfeld Sakarya von derzeit 9,5 Millionen auf 20 Millionen Kubikmeter mehr als verdoppeln.
Die Türkei ist einer der größten Gasmärkte Europas und bei ihrem Bedarf bislang fast vollständig auf Importe angewiesen. Im vergangenen Jahr verbrauchte das Land 59 Milliarden Kubikmeter Gas, während die heimische Produktion sich lediglich auf 3,1 Milliarden Kubikmeter belief. Bayraktar sagte zudem, dass geplante Kohlenwasserstoff-Explorationen vor der Küste Pakistans sich wegen der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Region um etwa sechs Monate verzögert hätten.
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