«Was zum Teufel machen die da?» – Bäuerin schlug Terror-Alarm

- Eine Landwirtin hat in der Nacht auf Sonntag fünf verdächtige Männer nahe dem britischen Militärflugplatz RAF Fairford entdeckt und die Polizei alarmiert.
- Die fünf Festgenommenen stehen unter Verdacht, einen Terroranschlag vorbereitet zu haben.
- Die Anti-Terror-Polizei prüft mögliche Verbindungen zum Iran, zu russischer Sabotage oder einem islamistischen Motiv.
Eine Landwirtin war in der Nacht auf Sonntag gegen 0.45 Uhr auf dem Heimweg von einer Party, als sie in der Nähe des britischen Militärflugplatzes RAF Fairford fünf Männer bemerkte. Einige von ihnen trugen Sturmhauben und hielten sich bei drei weissen Transportern auf. Die Frau alarmierte die Polizei. Wenig später wurden fünf Verdächtige festgenommen und ein nahe gelegenes Dorf evakuiert.
Nach Angaben der Polizei von Gloucestershire stehen die Männer unter Verdacht, eine terroristische Tat vorbereitet und gegen das britische Sprengstoffgesetz verstossen zu haben. In einem der untersuchten Lieferwagen seien zudem funktionsfähige Brandsätze und Chemikalien entdeckt worden.
«Was zum Teufel machen die da?»
Gegenüber dem «Telegraph» schilderte die Landwirtin ihre Beobachtungen. Sie sei spätabends auf einer ruhigen Landstrasse unterwegs gewesen, als ihr die Fahrzeuge aufgefallen seien. Sie habe zunächst beschleunigt, kurz darauf jedoch angehalten, um den Notruf zu wählen und eine Nachricht in eine lokale WhatsApp-Gruppe zu schicken. Darin habe sie ihre Bekannten gewarnt und ihnen geraten, die Türen abzuschliessen.
«Ich dachte nur: ‹Was zum Teufel machen die da?› Ich sah eine Gruppe junger Männer mit nahöstlichem Aussehen, die durch die Bäume davonliefen. Einige von ihnen trugen Masken oder Sturmhauben, und sie liefen in alle Richtungen auseinander, als wir an ihnen vorbeifuhren», sagte die Frau.
Einige der Männer seien auf die Felder gerannt, andere in Richtung des Luftwaffenstützpunkts. «Uns wurde klar, dass es sich um eine ziemlich ernste Angelegenheit handelte», sagte sie dem «Telegraph».
Im Nachhinein bezeichnete sich die Frau als «ziemlich glücklich» angesichts dessen, «was hätte passieren können, wenn sie versucht hätten, mich aufzuhalten».
Britische Anti-Terror-Polizei ermittelt
Die Hintergründe des Vorfalls sind bislang unklar. «Wir befinden uns in einem frühen Stadium der Ermittlungen», sagte eine Sprecherin der britischen Anti-Terror-Polizei laut der Nachrichtenagentur PA.
Nach Angaben des «Telegraph» prüft die Anti-Terror-Einheit unter anderem eine mögliche Verbindung zum Iran. Auch andere Hintergründe, darunter russische Sabotage oder ein islamistisches Motiv, würden untersucht. Offizielle Erkenntnisse zu einem möglichen Auftraggeber oder Motiv wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting wollte sich zu einer möglichen Verbindung zum Iran nicht äussern. Für eine Einschätzung sei es noch zu früh. Er stehe in engem Kontakt mit seinem US-Amtskollegen Pete Hegseth.
Erst im März hatten die US-Streitkräfte Langstreckenbomber auf die RAF-Basis Fairford verlegt. Das britische Verteidigungsministerium hatte in diesem Zusammenhang bestätigt, dass die USA britische Stützpunkte für «spezifische Verteidigungsoperationen» im Iran-Krieg nutzten.
Der britische Premierminister Andy Burnham bezeichnete den Vorfall bei Fairford als «zutiefst beunruhigend». Seine Regierung werde «stets alle notwendigen Schritte unternehmen», um die Bevölkerung zu schützen.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
