Vorfälle um Covid-Zertifikate – Kommunikation in Krisenzeiten – Herausforderung für Sportverbände

Die jüngsten Vorfälle rund um die Covid-Zertifikate der beiden Fussballer Granit Xhaka und Breel Embolo zeigen: Für die betroffenen Sportverbände sind solche Fälle schwierig, gerade wenn es um die Kommunikation geht.
Es stellen sich dabei den Verbänden mehrere Fragen: Welche Informationen werden wann transparent gemacht und welche Konsequenzen haben die Vergehen?
Schweigen der Sportverbände
Die Abläufe gleichen sich: Wenn Fehler passieren, schweigen die Sportverbände zu Beginn oftmals, bis die Medien von den Fällen Wind bekommen und der öffentliche Druck zunimmt. Sei es bei den Missbrauchsvorfällen im Spitzenturnen in Magglingen oder bei den gefälschten Covid-Zertifikaten in der Eishockey- und Fussball-Nati.
Danach beginnt die Schadensbegrenzung.
Es ist sehr unglücklich, wenn Medien zuerst berichten und Verbände im Nachhinein kommunizieren, und Fehler zugeben müssen oder Sachen bestätigen.
Bei der Krisenkommunikation bei Sportverbänden gebe es viel Nachholbedarf, ist SP-Nationalrätin Andrea Zryd überzeugt. Sie ist die Präsidentin des Berufsverbandes für Spitzensport Trainerinnen.
«Es ist sehr unglücklich, wenn Medien zuerst berichten und Verbände im Nachhinein kommunizieren, und Fehler zugeben müssen oder Sachen bestätigen», so Zryd.
SRF-Sportredaktor: «Verband muss Farbe bekennen»
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Paddy Kälin, SRF-Sportredaktor, sagt, dass der Fussballverband sich fragen müsse, wie er mit juristischen Fällen ganz grundsätzlich umgehe.
«Die juristischen Urteile fällen andere Instanzen, aber der Verband muss Farbe bekennen, einen wertenden moralischen Wert definieren und auch eine Haltung vorgeben. Also sind wir bereit, in Zukunft Spieler weiterhin aufzubieten in einer Nationalmannschaft, obwohl sie strafrechtlich verurteilt wurden, oder sagen wir: Nein, solche Spieler wollen wir ganz generell nicht mehr in unserem Kader», so Kälin.
Dies werde eine schwierige Entscheidung, die der Verband in den kommenden Wochen und Monaten treffen muss, sagt SRF-Sportredaktor Paddy Kälin.
Sie empfiehlt, dass die Verbände offensiv und proaktiv kommunizieren. Dabei soll die Kommunikation klar, kurz, transparent und ehrlich sein. «Das verschafft Raum und Zeit für die weiteren Schritte», so die Präsidentin des Berufsverbandes für Spitzensport-Trainerinnen.
Ausbildung in Krisenkommunikation
Aus diesem Grund bietet der Berufsverband Swisscoach nun Ausbildungen in Krisenkommunikation an. Matthias Remund ist Geschäftsführer des Internationalen Hochschulsportverbandes. Früher war Remund Direktor des Bundesamtes für Sport. Aus seiner Sicht meistern die verschiedenen Verbände ihre Aufgaben unterschiedlich gut.
«Ich spreche über den Fussballverband und das hat mich eigentlich professionell gedünkt», so Remund. Es sei informiert worden und man dürfe nicht vergessen, dass die Hoheit der Information bei den Spielern liege und nicht beim Verband.
«Beim Eishockeyverband, da denke ich, da liegt die ganze Geschichte etwas anders. Vielleicht wurde hier etwas zu stark gezögert», sagt Matthias Remund.
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