«Das Mittelmeer ist eine Zeitbombe»: Gefährliche Unwetter drohen

- Heftige Unwetter bedrohen in den kommenden Tagen weite Teile des Mittelmeerraums – von Spanien über Frankreich und Italien bis nach Kroatien.
- Das ungewöhnlich warme Mittelmeer liefert den Unwettern viel Energie: In Südfrankreich fielen bereits rund 300 Liter Regen pro Quadratmeter.
- Meteorologe Dominik Jung warnt: «Das Mittelmeer ist eine Zeitbombe.»
In den kommenden Tagen drohen heftige Unwetter rund um das Mittelmeer. Von Spanien über Frankreich und Italien bis nach Kroatien können Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen auftreten. Eine wichtige Rolle spielt dabei das ungewöhnlich warme Mittelmeer.
Wie heftig solche Wetterlagen ausfallen können, zeigte sich zuletzt in Südfrankreich. In den Départements Gard und Hérault galt zeitweise die höchste Unwetterwarnstufe Rot. In den Cevennen fielen innerhalb kurzer Zeit rund 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Das entspricht ungefähr der Niederschlagsmenge von zwei bis drei Monaten.
«Das Mittelmeer ist eine Zeitbombe»
Eine wichtige Ursache für die ungemütliche Wetterlage ist das sehr warme Mittelmeer. Nach dem heissen Sommer lagen die Wassertemperaturen vor Südfrankreich und Italien zuletzt mehrere Grad über dem langjährigen Normalwert.
Warmes Wasser sorgt denn auch für starke Verdunstung. Dadurch gelangt viel Feuchtigkeit in die Atmosphäre. Trifft diese feuchtwarme Luft auf kühlere Luftmassen, können sich kräftige Gewitter bilden und enorme Regenmengen niedergehen.
Meteorologe Dominik Jung warnt deshalb auf Merkur.de: «Das Mittelmeer ist eine Zeitbombe.» Der Oktober gelte ohnehin als besonders anfällig für heftige Starkregenereignisse in der Region. Durch das warme Wasser stehe den Unwettern derzeit zusätzlich viel Energie zur Verfügung.
Von Spanien bis Kroatien drohen Unwetter
Am Dienstag steigt zunächst in Teilen Spaniens die Gefahr von Starkregen und Hagel. Am Mittwoch können sich auf den Balearen kräftige Gewitter entwickeln. Auch Südfrankreich muss erneut mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen rechnen.
In der Nacht auf Donnerstag verlagert sich die Gewitterzone weiter nach Osten. Zunächst sind Korsika und Sardinien betroffen. Am Donnerstag drohen dann insbesondere an der italienischen Westküste zwischen Neapel und der Toskana heftige Unwetter. Später steigt auch an der kroatischen Adriaküste die Gewittergefahr.
Auch Medicanes sind möglich
Das warme Mittelmeer kann im Herbst unter bestimmten Bedingungen auch sogenannte Medicanes begünstigen. Der Begriff setzt sich aus «Mediterranean» und «Hurricane» zusammen. Gemeint sind kräftige Tiefdruckwirbel über dem Mittelmeer, die tropischen Wirbelstürmen ähneln und sehr starken Wind sowie enorme Regenmengen bringen können.
Besonders gefährlich kann Starkregen in der Nähe von Flüssen und normalerweise trockenen Bachbetten werden. Diese können sich innerhalb kurzer Zeit in reissende Ströme verwandeln. Auch überflutete Strassen und Unterführungen stellen eine Gefahr dar.
Etwas gesehen, etwas gehört?
Schick uns deinen News-Input!
Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende spannende Videos, Fotos und Dokumente direkt an die 20-Minuten-Redaktion. Sendest du uns Fotos oder Videos, die zu einem neuen Beitrag führen, erhältst du eines von vier Geschenken. Mehr Details findest du hier.
Handelt es sich um einen Unfall oder ein anderes Unglück, dann alarmiere bitte zuerst die Rettungskräfte.
Bitte beachte, dass die Redaktion im Einklang mit den publizistischen Leitlinien ausschliesslich Bilder akzeptiert, die nicht mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Eine Ausnahme bildet lediglich die Illustration von Beiträgen zum Thema KI (z. B. KI-Challenges).
Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
