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Sunday, October 25, 2026

Giannis allein reicht nicht: Wie groß ist die Krise bei den Heat wirklich?

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Mit Giannis Antetokounmpo wollten die Miami Heat wieder zum Titelanwärter werden, stattdessen begann die neue Ära mit drei Niederlagen. Der Fehlstart legt deutliche Schwächen offen - für Panik ist es noch zu früh, für erste Sorgen aber keineswegs.

Giannis und die Heat stehen bei 0-3.

Giannis und die Heat stehen bei 0-3. IMAGN IMAGES via Reuters Connect

Drei Spiele entscheiden weder über eine Saison noch über die Erfolgsaussichten eines neu zusammengestellten Teams. Dennoch ist Miamis 0:3-Start mehr als eine bedeutungslose Momentaufnahme: Erstmals seit 2007 verloren die Heat ihre ersten drei Saisonspiele, insgesamt wurden sie dabei mit 47 Punkten Differenz geschlagen. Vor allem die Art der Niederlagen zeigt, wie viel Arbeit Erik Spoelstra noch vor sich hat.

Das größte Problem ist bislang die Abhängigkeit von Antetokounmpo. Der zweimalige MVP erzielte in den ersten beiden Partien 35 und 36 Punkte, erhielt offensiv aber zu wenig konstante Unterstützung. Gegen Detroit kamen Klay Thompson, Andrew Wiggins, Pelle Larsson und Tim Hardaway Jr. gemeinsam lediglich auf acht Treffer bei 36 Versuchen. Ein funktionierendes Angriffssystem kann nicht darauf beruhen, dass Giannis jeden Abend über 30 Punkte erzielt und seine Mitspieler offensiv kaum eingebunden sind.

Hinzu kommt die schwierige Verbindung mit Bam Adebayo. Beide Stars sind in ähnlichen Bereichen des Feldes am stärksten, wodurch das Spacing leidet und die Zone für Antetokounmpo beziehungsweise Adebayo enger wird. Verschärft wird das Problem durch eine Dreierquote von lediglich 27 Prozent in den ersten drei Spielen.

Miami fehlt deshalb ein dynamischer Perimeter-Scorer, der von der Dreierlinie Gefahr ausstrahlt, mit eigenen Drives zum Korb kommt und beiden Big Men offensiv Last abnimmt. Gleichzeitig benötigt das Team einen Spielmacher, der Antetokounmpo und Adebayo regelmäßig in ihren bevorzugten Positionen bedient. Davion Mitchell zeigte gegen Charlotte mit 22 Punkten und zehn Assists zwar, dass er diese Rolle phasenweise ausfüllen kann, muss dieses Niveau nun aber konstanter erreichen.

Mitchell legte gegen die Hornets ein Double-Double auf.

Mitchell legte gegen die Hornets ein Double-Double auf. IMAGN IMAGES via Reuters Connect

Zu wenig Bewegung, zu wenig Entlastung

Auch unabhängig vom Personal wirkt die Offensive bislang häufig statisch. Der Ball bewegt sich zu wenig, Drives zum Korb fehlen und stattdessen nimmt Miami immer wieder schwierige oder überhastete Distanzwürfe. Spoelstra kritisierte nach der 110:115-Niederlage gegen Charlotte "sechs oder acht unüberlegte Würfe", die nicht den Vorstellungen des Teams entsprochen hätten. Gerade gegen defensiv stärkere Gegner dürfte eine derart vorhersehbare Offensive schnell an ihre Grenzen stoßen.

Dabei liegen die Probleme nicht allein im Angriff. Die Heat ließen in den ersten drei Begegnungen durchschnittlich 124,7 Punkte zu und wurden sowohl von Minnesota als auch von Detroit beim Rebound geschlagen. Von der aggressiven und disziplinierten Defensive, die Miami unter Spoelstra traditionell auszeichnet, ist bislang zu wenig zu sehen. "Wenn wir nicht aktiv sind, entscheiden wir uns dagegen - und bezahlen momentan den Preis dafür", stellte der Coach klar. Sein Team brauche nun vor allem "Inspiration".

Gegen Charlotte zeigte Miami zumindest, welches Potenzial vorhanden ist. Trotz eines Rückstands von 21 Punkten vor dem Schlussviertel kämpften sich die Heat noch zum 104:104 zurück. Antetokounmpo kam aufgrund von Foulproblemen lediglich auf 14 Zähler, dafür übernahmen Adebayo und Mitchell mehr Verantwortung. Dass die Aufholjagd dennoch nicht belohnt wurde, unterstreicht das aktuelle Problem: Gute Phasen sind vorhanden, über 48 Minuten fehlt aber weiterhin die nötige Stabilität.

Noch keine Panik - aber wachsender Druck

Die Saison ist jung und ein Team mit einem neuen Superstar benötigt Zeit. Auch Miamis berühmtes Trio um LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh benötigte 2010 Anlaufzeit: Nach 20 Partien standen lediglich zwölf Siege zu Buche, am Ende erreichten die Heat dennoch die NBA Finals. Trotzdem darf dieser Vergleich nicht über die aktuellen Baustellen hinwegtäuschen. Anders als damals fehlt den Heat derzeit ein weiterer verlässlicher Ballhandler und Scorer, der Antetokounmpo und Adebayo dauerhaft entlastet.

Mit Dallas wartet nun eine lösbare Aufgabe, zumal Cooper Flagg voraussichtlich ausfällt. Anschließend folgen jedoch Atlanta, Indiana und die Lakers um Luka Doncic. Miami muss schnell eine funktionierende Rotation finden, offensiv kreativer werden und die frühere defensive Intensität finden. Eine Krise lässt sich nach drei Spielen noch nicht ausrufen - setzt sich die Entwicklung fort und wird aus dem 0:3 beispielsweise ein 1:6, dürfte die Nervosität rund um den ambitionierten Titelkandidaten allerdings erheblich wachsen.

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