ESPNWomen's boxing pound-for-pound rankingsRTP Desporto12h30m Benfica prepara mudanças em MilãoPunchAiyedatiwa gives kidnappers, criminals 14 days to leave Ondo forestsDaily MaverickNews helicopter crashes in Los Angeles, killing threeThe Jerusalem PostLapid calls on Netanyahu to convene defense budget committee, release NIS 11b. to IDFוואלהנשיא קוסובו לשעבר האשים תאצ'י נידון ל-25 שנות מאסר בגין פשעי מלחמהسكاي نيوز عربيةبعد تجدد الدعوات.. السيسي يؤكد موقف مصر من تهجير سكان غزةBellaNaija#BN20: A Template for African ExcellenceScreen RantA Talent For Murder Review: Helen Mirren Leads A Mind-Bending, But Rather Thrill-Less, Thriller [TIFF]RMF24Złoty kamień milowy i wielki mit. Dokąd naprawdę prowadziły rzymskie drogi?VanguardSaudi says Houthis target Mecca, warns of ‘red line’The IndependentNoah Woods missing latest: First CCTV images released of boy, 3, as father issues fresh plea on search
The Daily Newsstand · Free, Always
Wednesday, September 16, 2026

Buch über Macht von Bewertungssystemen: Eine universelle Sprache der Rechtfertigung

Translate

In „Der Score. Wie wir aufhören, das Spiel der anderen zu spielen“ untersucht der Philosoph C. Thi Nguyen die Macht von Bewertungssystemen.

Joel Schmidt

Punktesysteme, Rankings und Listen sind heute allgegenwärtig. Die Beliebtheit von Politikern, Universitäten oder Restaurants lässt sich mit ihnen darstellen. Und die eigene Fitness, Ernährung oder den Schlaf mit den Werten anderer ins Verhältnis setzen. Von Klickzahlen auf Social Media und daraus abgeleiteter Relevanz ganz zu schweigen.

In seinem Buch „Der Score. Wie wir aufhören, das Spiel der anderen zu spielen“, beschäftigt sich der Philosoph C. Thi Nguyen mit der Frage, wie solche Rankings funktionieren, wie sie zu einem der prägendsten Werkzeuge unserer Zeit geworden sind und warum es so wichtig ist, ihre Wirkungsweise zu verstehen.

All diese Bewertungskriterien gehen auf Metriken zurück. Eine Metrik ist ein messbarer Wert oder eine Funktion, mit ihr lassen sich der Abstand zwischen Elementen oder der Erfolg von Prozessen darstellen. Nguyen zufolge basieren Metriken auf den sogenannten vier Reitern der Bürokratie: Regeln, Skalierung, Teilen und Kontrolle. In seiner blumigen Sprache bezeichnet er sie als eine fordernde Gottheit, die Gaben bereithält, aber auch Einschränkungen mit sich bringt.

„Metriken üben Druck auf uns alle aus, sie zu verwenden, sobald wir sie einmal haben. Sie sind das klare, allgemeine Bedeutungssystem, eine universelle Sprache der Rechtfertigung“, so der Philosophieprofessor aus Utah. Ihre Macht beruhe darauf, dass sie von allen geteilt werden – was wiederum voraussetze, „dass sie auch im großen Maßstab stabil und unflexibel sind.“

Mächtige Technologien, unterschiedliche Werte

Dem setzt er als positives Beispiel die Welt der Spiele entgegen. Sowohl Metriken als auch Spiele seien mächtige Technologien, die jeweils unterschiedliche Werte verkörperten. Erstere füllten „die Welt mit radikal unterschiedlichen Handlungsweisen“. Letztere beraubten der Welt ihrer „Vielfalt von Bedeutungen“ und reduziere sie zu einem „einzigen, monolithischen Wertesystem.“

Der Score

C. Thi Ngyuen: „Der Score. Wie wir aufhören, das Spiel der anderen zu spielen“. C.H. Beck, München 2026, 377 S., 28 Euro

All das leitet Nguyen kenntnisreich her, immer wieder ergänzt durch Beispiele aus seinem persönlichen Alltag. Leider fallen die bisweilen sehr ausufernd aus, was eventuell der Lektorin des Verlags zu verdanken ist, die dem Autor zufolge „dazu beigetragen hat, dass das vorliegende Buch weniger wie akademisches Getöse und eher wie ein menschliches Bekenntnis klingt“.

Apropos menschlich: Die ehrlichsten Sätze finden sich zum Schluss. Nach 358 Seiten teilt Nguyen seinen Le­se­r:in­nen mit, dass er sich selbst nicht klar sei, „wie ich all diese Dinge beurteilen soll.“

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

View the original on taz

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.