Elke Sommer ist gestorben: Lebensweg Richtung Hollywood

Die Schauspielerin Elke Sommer ist gestorben. Ihre Karriere verband das Glamouröse mit dem Bodenständigen. Ihr Image als Sexsymbol amüsierte sie selbst sehr.
Foto: Frank Hoemann/imago
afp | Sie drehte mit Paul Newman, Peter Sellers oder Dean Martin, war Schauspielerin, Sexsymbol und Verkörperung des deutschen Fräuleinwunders in einem: Elke Sommer, deutsche Schauspielerin, ist in ihrem Haus in Hollywood gestorben, wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag. Das berichtete die Bild-Zeitung unter Berufung auf Freunde Sommers.
„Wenn man einmal ein Hollywood-Star war, dann bleibt man das ein Leben lang“, sagte Sommer einmal in einem Interview. Einen Teil ihrer Zeit verbrachte sie im kleinen Marloffstein in Franken, den anderen Teil in Los Angeles in den USA. Die gegensätzlichen Wohnorte waren eine bewusste Entscheidung und passten auch zum Charakter Sommers – hier das Bodenständige, dort das Glamouröse – so lässt sich auch ihr Lebensweg gut zusammenfassen.
Die letzten Lebensmonate lebte die Schauspielerin allerdings ausschließlich in den USA. Medienberichten zufolge entschieden sie und ihr vierter Ehemann Wolf Walther sich dazu, weil dort seine Krebserkrankung besser behandelt werden konnte. Im Juli war der Hotelier verstorben – Sommer konnte damit auch selbst loslassen. „Der liebe Gott soll mich nehmen, wenn mein Mann mich nicht mehr braucht“, hatte sie schon vor einem Jahr der Bunten gesagt.
Erster Schritt zur Karriere
Sommer kam am 5. November 1940 in Berlin-Spandau unter ihrem Geburtsnamen Elke von Schletz als einzige Tochter eines evangelischen Pfarrers aus einem alten Adelsgeschlecht zur Welt, sie ist qua Geburt Baroness. 1942 wurde die Familie in der Fränkischen Schweiz in Sicherheit gebracht.
Als ihr Vater starb, war Elke 15 Jahre alt – ein großer Schock für das junge Mädchen, das fortan sein Leben selbst in die Hand zu nehmen versuchte. Sie brach das Gymnasium ab und ging mit 17 als Au-pair-Mädchen nach London, wo sie auch eine Sprachschule abschloss.
Als Belohnung fuhr die Mutter mit Elke nach Viareggio. Die Tochter gewann in dem italienischen Badeort einen Schönheitswettbewerb, der erste Schritt zur Filmkarriere. Ein Regisseur sah in der Zeitung ihr Foto und engagierte sie für eine Filmproduktion in Rom. Von nun an nannte sie sich Sommer.
Nach dem ersten Film erregte sie auch die Aufmerksamkeit deutscher Produzenten. Ihre erste große Hauptrolle spielte Sommer 1961 in „Das Mädchen und der Staatsanwalt“.
Der Film erhielt etliche Preise und wurde auch in die USA verkauft – und Sommer bekam in Erlangen einen ganz besonderen Anruf. „Möchten Sie einen Film mit Paul Newman drehen?“, habe der Anrufer aus den USA gefragt, erzählte sie später. Für ihre Rolle in „Der Preis“ erhielt sie später den Golden Globe als beste Newcomerin des Jahres. Mit Newman soll sie bis zu dessen Tod 2008 befreundet gewesen sein – so wie mit Peter Sellers, mit dem sie in der „Pink Panther“-Reihe spielte und der sie sogar heiraten wollte.
Image als Sexsymbol
Dass Sommer ihren Lebensmittelpunkt für viele Jahre in den USA hatte, lag aber nicht nur an der beruflichen Karriere. Trotz mancher Erfolge unter ihren rund hundert Kinofilmen, einiger Anerkennung als Theaterdarstellerin und auch vielen Fernsehauftritten wie in der „Muppet Show“ blieb der ganz große Durchbruch aus. Vielmehr blieb Sommer zunächst auch wegen ihrer 1964 geschlossenen Ehe mit dem Journalisten Joe Hyams in den USA. 1981 wurde die Ehe geschieden.
Als Leidenschaft neben der Schauspielerei trat für Sommer immer mehr die Malerei in den Mittelpunkt. Über ihr Image als Sexsymbol musste Sommer aber regelmäßig schmunzeln. „Es hat mich auch amüsiert, denn ich bin ja ein Sexsymbol, das in seinem Leben gerade mal vier Männer hatte“, sagte sie einmal der Bunten.
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