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Wednesday, October 14, 2026

Linux- und Unix-Desktop KDE feiert 30. Geburtstag

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„Programmierer gesucht!“ – mit diesem Aufruf startete der Entwickler Matthias Ettrich am 14. Oktober 1996 ein neues Open-Source-Projekt. Sein Ziel war nichts Geringeres als „eine GUI für Endanwender“. Exakt 30 Jahre später gehört das daraus hervorgegangene KDE Plasma zu den größten und beliebtesten Linux/Unix-Desktop-Umgebungen. Das gesamte Entwicklerteam und die Community feiern den runden Geburtstag mit gleich mehreren Events.

Wir schauen auf die abwechslungsreiche Geschichte des KDE-Projekts mit ihren Höhen und Tiefen und stellen die anstehenden Geburtstagsaktionen vor. Auf das Geburtstagsrelease KDE Plasma 6.8 gehen wir in einer separaten Meldung ein.

Mitte der 1990er-Jahre forderte Linux von seinen Anwendern noch etwas Leidensfähigkeit: Grafische Programme zeichnete zwar das X-Window-System auf dem Bildschirm, die Fenster verwalteten jedoch ziemlich rudimentäre Window-Manager. Abhilfe schaffen wollte Matthias Ettrich mit seinem Kool Desktop Environment (KDE). Der Name spielte dabei absichtlich auf das Common Desktop Environment (CDE) an. Diese kommerzielle Bedienoberfläche lief bereits auf anderen Unix-Systemen und diente Ettrich als Vorbild.

Ein historischer KDE-Desktop unter Linux mit mehreren geöffneten Fenstern.

Eine frühe Version von KDE 1

(Bild: KDE)

Die Entwicklung vereinfachte das bereits 1995 veröffentlichte GUI-Framework Qt der Firma Trolltech. Dessen „Qt Free Edition License“ besaß jedoch einige Einschränkungen, die immer wieder Kritik auslösten und sogar die Gründung des konkurrierenden Gnome-Projekts anstießen. Auch heute noch basiert KDE auf der aktuellen Fassung des Qt-Frameworks, dessen Community-Edition mittlerweile unter der liberalen (L)GPL steht.

Ein historischer KDE-Desktop unter Linux mit geöffnetem Dateimanager und Terminalfenster.

KDE 1.1 enthält das typische Startmenü-­ Logo, das den Wieder- erkennungswert von KDE prägte.

(Bild: KDE)

Bereits die Vorabversionen von KDE wurden vor allem im deutschsprachigen Raum zu einem Erfolg. Endlich ließen sich Linux-Systeme deutlich komfortabler bedienen, über die vielen Einstellmöglichkeiten konnte man die Bedienoberfläche zudem auf die eigenen Bedürfnisse maßschneidern. Seit 1997 vertritt der Verein KDE e.V. die Community rechtlich und finanziell, 1999 betrat der kleine Drache Konqi zunächst als Hilfe-Assistent die Bühne und stieg ab KDE 3 zum Maskottchen auf. Nach der ersten stabilen KDE-Version im Jahr 1998 setzte sich die Erfolgsgeschichte im Zwei-Jahres-Rhythmus mit KDE 2 und 3 fort – um dann einen Dämpfer zu erleben.

Bildschirminhalt der Desktop-Umgebung KDE mit einem Tipps-Fenster

Bei KDE 2 war noch der Magier Kandalf das Maskottchen

(Bild: KDE)

Bildschirmfoto eines KDE-Desktop-Systems mit mehreren geöffneten Fenstern

KDE 3 zählt zu einem der beliebtesten Versionen

(Bild: KDE)

Ganze sechs Jahre lang krempelten die Entwickler ihre Desktop-Umgebung um. Das schließlich 2008 veröffentlichte KDE 4 enthielt zunächst zahlreiche Bugs, zudem fehlten noch viele Funktionen aus der Vorversion. Viele Anwender wechselten enttäuscht zu anderen Desktop-Umgebungen, einige Fans führten KDE 3 sogar als Trinity-DesktopTrinity-Desktop weiter. KDE 4 legte aber auch das Fundament für alle nachfolgenden Versionen. Ihr Debüt feierten dort unter anderem der Dateimanager Dolphin, der Dokumentenbetrachter Okular und die neue, jetzt Plasma Workspaces getaufte Bedienoberfläche.

Ein Dateimanager zeigt Bilddateien auf einer grafischen Benutzeroberfläche.

KDE Plasma 4 verschreckte viele User

(Bild: KDE)

Mittlerweile ist die Desktop-Umgebung dreigeteilt: Die KDE Frameworks liefern zahlreiche Hilfsbibliotheken, auf denen die KDE-Anwendungen aufbauen. Diese wiederum sind in der umfangreichen Programmsammlung KDE Gears gebündelt, in der sogar das semiprofessionelles Videoschnittwerkzeug Kdenlive steckt. Die eigentliche Bedienoberfläche KDE Plasma nutzt unter der Haube einen hardwarebeschleunigten Grafik-Stack auf Basis von OpenGL und hat mit Version 6.8 den Wechsel vom X-Window-System zum Nachfolger Wayland vollzogen. Die Desktop-Umgebung läuft auf mobilen Geräten, der Videospielkonsole Steam Deck und Fernsehgeräten. Vom einstigen Namen Kool Desktop Environment blieb übrigens nur noch das Akronym KDE übrig, das inzwischen für das komplette Projekt steht. Dessen 30. Geburtstag feiert das KDE-Team mit einer eigens dafür eingerichteten Internetseite zum Jubiläum – die zunächst über Geld spricht.

Der Verein KDE e.V. nutzt das runde Jubiläum für einen größeren Spendenaufruf. Über die Geburtstagsseite kann man einen einzelnen Geldbetrag überweisen oder aber eine KDE-Anwendung adoptieren. Letzteres bedingt eine vierteljährliche oder jährliche Spende. Als kleines Dankeschön erscheint der eigene Name für die Dauer der Mitgliedschaft auf der Startseite des Projekts. Auf diese Weise lassen sich Patenschaften unter anderem für den Bildbetrachter Gwenview oder den Texteditor Kate abschließen. Ursprünglich peilte KDE 1500 Fördermitglieder an, aber hat in Anspielung auf den Projektstart auf exakt 1996 erweitert. KDE ist es in den vergangenen Jahren gelungen, eine Finanzierung über eher kleinere Spenden der Community auf die Beine zu stellen.

Ergänzend zur Spendenaktion läuft der Wettbewerb „30 für 30“. Wer mitmachen möchte, startet ein beliebiges Umweltprojekt, das passend zum Geburtstag um die Zahl 30 kreist. Der Ideengeber für diesen ungewöhnlichen Wettbewerb möchte beispielsweise 30 Bäume pflanzen. Welche Idee man auch immer selbst umsetzt: Filme und Fotos von der entsprechenden Aktion teilt das KDE-Projekt in den sozialen Medien. Unabhängig von dieser Aktion sucht das KDE-Team Kenner des 3D-Programms Blender, die darin das bislang noch handgezeichnete Maskottchen Konqi in eine 3D-Fassung verwandeln. Die besten Umsetzungen will das KDE-Team unter anderem als reale Trophäe bei den hauseigenen Akademy Awards verwenden.

Zu guter Letzt feiert die KDE-Community den Geburtstag mit vielen Partys rund um die Welt. Wo wann welche Feier steigt, fasst eine eigene Wiki-Seite zusammen. Und natürlich machen sich die KDE-Entwickler zum runden Geburtstag selbst ein Geschenk: die neue KDE-Plasma-Version 6.8.

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