Gegen volle Wanderrouten – Gemeinden ziehen Reissleine wegen Grossandrang am Mont Blanc

«Angesichts der Auswüchse wollen wir ein Zeichen setzen, dass jetzt die Zeit der Open Bar vorbei ist! Wir verbieten nicht, sondern wir organisieren», betonte Jean-Marc Peillex, parteiloser Gemeindepräsident von Saint-Gervais und Präsident der Vereinigung der Gemeindepräsidenten der Region Mont Blanc, gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP.
Die beliebte Wanderroute um den Mont Blanc ist 170 Kilometer lang und führt über 10’000 Höhenmeter. Die Gemeinden, durch die diese Route führt, haben Mitte September mit den Anbietern von Unterkünften, den Bergführerinnen, den Transportunternehmen und den staatlichen Dienststellen gemeinsame Grundsätze beschlossen. Daraus soll bis Ende Jahr eine Charta entstehen, die von allen Beteiligten unterzeichnet wird.
Explosion der Besucherzahlen seit Covid
In einer gemeinsamen Mitteilung schreiben diese, die Besucherzahlen seien seit der Covid-Pandemie explodiert – auf 90’000 pro Saison, fast 50 Prozent mehr. «Das hat diese angenehme Route in einen überfüllten Parcours mit negativen oder sogar katastrophalen Auswirkungen auf die Grundstücke, die Umwelt und die Sicherheit verwandelt», heisst es in der Mitteilung weiter.
Stimmen Betroffener zum Grossandrang auf der Mont-Blanc-Tour:
Während der Sommersaison soll es künftig obligatorisch sein, in einer Unterkunft zu reservieren. Das wilde Campieren soll verboten werden. Die zugelassenen Campingplätze sollen einen minimalen Komfort garantieren. Es soll nur noch erlaubt sein, mit Trekking-Rucksäcken anzureisen und nicht mehr mit Koffern. Die lokalen Bergführer sollen aufgewertet werden.
Problematische Verhaltensweisen
Gemeindepräsident Peillex zählt eine Reihe problematischer Verhaltensweisen auf: «Die Steinböcke, die den Wanderern aus der Hand fressen», «diejenigen, die ihre Notdurft auf den Feldern verrichten», die «rund um die Hütten campieren, um sich dort bei schlechtem Wetter unterstellen zu können», diejenigen, «die ihre grossen Rollkoffer für ihre Europa-Rundreise per Taxi von Hütte zu Hütte transportieren lassen». Ganz zu schweigen «von den Leuten, die vorgeben, die Mont-Blanc-Tour zu machen, während sie in Wirklichkeit einen grossen Teil per Taxi zurücklegen».
Für Besteigungen gilt am Mont Blanc seit 2020 Reservationspflicht
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Seit 2020 ist bereits eine ähnliche Regulierung für die Besteigung des 4806 Meter hohen Mont Blanc in Kraft. Eine Brigade der Hochgebirgsgendarmerie ist für die Umsetzung verantwortlich und überwacht, ob die Alpinistinnen und Alpinisten Hüttenreservierungen haben.
Auch andere Naturattraktionen mit grossem Andrang haben solche Massnahmen ergriffen. Etwa der Nationalpark der Calanques vor den Toren Marseilles, der unter der Erosion leidet. Dort ist in der Hochsaison ein Reservierungssystem Pflicht.
Und er fügt hinzu: «Wir wollen dieser Tour», fügt er hinzu, die von Wanderbegeisterten aus der ganzen Welt besucht wird, vor allem solchen aus Frankreich und den USA, «wieder Wert geben» und erreichen, dass man sie nicht mehr «im Gänsemarsch» absolvieren müsse.
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