Trump will Belarus-Sanktionen lockern – es geht um Dünger

- Die US-Regierung drängt Litauen laut «Politico», Sanktionen auf Kali-Exporte aus Belarus aufzuheben.
- Trumps Sondergesandter John Coale setzt sich dafür immer stärker ein, damit US-Bauern weniger Dünger aus Kanada beziehen.
- Die Europäer reagieren verstimmt, weil die Aufhebung das Lukaschenko-Regime politisch legitimieren würde.
Die US-Regierung ist offenbar bemüht, Sanktionen gegen Russlands Verbündeten Belarus aufheben zu lassen. Wie vier europäische Offizielle gegenüber «Politico» berichten, setzte sich Trumps Sondergesandter für Belarus, John Coale, gegenüber der litauischen Regierung immer stärker dafür ein, dass den Kali-Export betreffende Sanktionen aufgehoben werden.
Darum ist Kali-Dünger so wichtig
Kali-Dünger, der aus Kalisalz gewonnen wird, ist ein wichtiges Düngemittel für die Landwirtschaft und kommt weltweit zum Einsatz. Nach Kanada, Russland und China produziert Belarus als vergleichsweise kleines Land global gesehen am viertmeisten Kali-Dünger – und exportierte den Dünger vor dem Krieg auch in die ganze Welt.
Die seit 2022 geltenden europäischen Sanktionen, die EU-Häfen verbieten, Ware aus Belarus abzufertigen, haben diese Exporte aber stark einbrechen lassen. Über den grossen litauischen Hafen Klaipėda flossen bis Beginn der russischen Invasion jährlich etwa neun bis elf Millionen Tonnen pro Jahr, zeitweise brachen die Exporte auf nur noch etwa drei Millionen Tonnen ein.
Schon vor Kriegsbeginn verhängte die damalige US-Regierung 2021 Sanktionen gegen die staatlichen Unternehmen Belaruskali und die Belarusian Potash Company, die beim Abbau und Export eine Schlüsselrolle spielen. Ihre Vermögenswerte in den USA wurden blockiert, zudem wurde US-Personen und -Firmen verboten, mit den betroffenen Unternehmen Geschäfte zu machen. Diese Sanktionen hat die Trump-Regierung bereits im März 2026 im Gegenzug für die Freilassung politischer Häftlinge wieder aufgehoben.
Trumps Handelskrieg gegen Kanada geht weiter
Jetzt soll Belarus seinen Kali-Dünger bald wieder zu günstigen Preisen am Weltmarkt anbieten können, wenn es nach US-Präsident Donald Trump geht. Denn durch die Sanktionen waren die US-Bauern in den letzten Jahren auf Pottasche-Importe aus Kanada angewiesen. Diese sind dem US-Präsidenten, der immer wieder scharf gegen den US-Nachbarn und -Langzeitverbündeten Kanada schiesst, offenbar ein Dorn im Auge.
Im September kündigte der 80-Jährige an, dass man gemeinsam mit der belarussischen Regierung in Minsk an einem «massiven Deal» arbeite, um Kali-Dünger zu «viel tieferen Preisen» von Belarus zu kaufen, als dies in Kanada möglich wäre. Die Massnahme soll demnach die US-Bauern unterstützen. Diese sehen sich, vor allem durch den von Israel und den USA gestarteten Iran-Krieg, zuletzt mit deutlich gestiegenen Düngemittel-Preisen konfrontiert.
Kritik an Legitimation von Lukaschenko-Regime
Wie «Politico» schreibt, kommt der Druck der US-Regierung, Sanktionen gegen einen von Russlands wichtigsten Verbündeten zu lockern, bei den Europäern nicht gut an. Die Aufhebung der Sanktionen würde das Lukaschenko-Regime vor allem politisch legitimieren – Beobachter gehen davon aus, dass Belarus seine Kali-Exporte nach der Schliessung der EU-Häfen auf russische Häfen umgelagert hat. Die Exportmengen, die vor allem nach China gehen, sollen dabei etwa auf dem Vorkriegsniveau bleiben.
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