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Friday, October 9, 2026

Freitag: TSMC-Auftrag für Globalfoundries, Österreichs offene Beweisermittlung

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Für 2 Milliarden US-Dollar soll Globalfoundries TSMCs Chipfertigung in den USA unterstützen. TSMC baut dadurch die Produktionskapazität aus und Globalfoundries wird zu einem wichtigen Teil der Lieferkette bei KI-Chips. Die Anleger reagierten erfreut. In Österreich hat der Verfassungsgerichtshof entschieden, dass das Beweisverbot des Landes nicht greift, wenn ausländische Ermittler diese beschafft haben. Denn französische Behörden knackten den Chatdienst Sky ECC auf eine Weise, die in Österreich illegal wäre. Derweil stehen Uber-Chauffeure in Nigeria plötzlich ohne Uber da – manche aber auch ohne Schulden fürs Auto. Financier Moove schließt und verlangt kein Geld mehr für die Fahrzeuge. Diese werden den Fahrern überlassen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Zwei der größten Chipfertiger der Welt haben eine gegenseitige Unterstützung vereinbart. Globalfoundries wird ab 2028 Silizium-Interposer für TSMC an seinem Hauptsitz in Malta im US-Bundesstaat New York produzieren. Solche Interposer stellen die Datenverbindungen insbesondere bei größeren Chips her, wenn etwa Prozessor und Speicher kombiniert werden. Durch diese Kooperation erweitert TSMC seine beim Chip-Packaging zuletzt nicht mehr ausreichenden Produktionskapazität in den USA und das eher für einfachere Chipdesigns bekannte Globalfoundries wird damit in die Lieferkette moderner Chips etwa für KI-Zwecke eingebunden. Der Aktienkurs von Globalfoundries profitiert von diesem TSMC-Auftrag im Gesamtwert von 2 Milliarden US-Dollar: TSMC lässt Silizium-Interposer für größere Chips bei Globalfoundries fertigen.

Österreichischer Rechtsschutz erstreckt sich nicht in vollem Umfang auf die Erhebung von Beweisen durch ausländische Ermittler, selbst wenn in Österreich geführte Unterhaltungen ausgespäht werden. Das geht aus Erkenntnissen des österreichischen Verfassungsgerichtshofes (VfGH) hervor. Das VfGH sollte die Rechtmäßigkeit von Beweisen prüfen, die französische Ermittler in verschlüsselten, aber ausgespähten Chatnachrichten gefunden haben, die ohne Verdachtsmomente gegen die konkreten Absender oder Empfänger durchsucht wurden. Ein solches Vorgehen ist in Österreich illegal, die Beweise hätten auch nicht vor Gericht verwendet werden dürfen. Doch laut VfGH gibt es einen Unterschied zwischen Beweiserhebung und Beweisverwertung in Österreich: Verfassungsgericht erlaubt ausländische Beweise trotz Beweisverbots.

Der Beförderungsvermittler Uber steckt in Afrika in Schwierigkeiten. Anfang September hat das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit in Nigeria und Uganda abrupt eingestellt, parallel zur Kündigungswelle beim angestelten Fußvolk. Nun zieht sich auch Moove zurück. Diese 2020 gegründete Firma finanziert Autos, insbesondere durch Mietkauf, für Uber-Chauffeure, die sich die Fahrzeuge sonst nicht leisten könnten. Nigerianische Moove-Kunden dürfen feiern: Sie müssen seit 1. Oktober keine Raten mehr zahlen und dürfen die Motordroschken behalten. Die Fahrzeuge sollen insgesamt rund 23,5 Millionen Euro wert sein. Moove-Mitarbeiter in Nigeria verlieren zwar ihre Arbeitsplätze, werden aber ebenfalls mit je einem Gratisauto vertröstet: Nach Uber-Rückzug gibt Autofinanzierer auf, verschenkt Autos an Kunden.

In den elektronischen Patientenakten (ePA) liegen inzwischen insgesamt rund 117 Millionen Dokumente, darunter etwa 43 Millionen Arztbriefe, erklärt die Product-Ownerin der ePA bei der Gematik. Aus Krankenhäusern kamen bislang rund 4,3 Millionen Uploads. Noch vor einigen Monaten sei kritisiert worden, dass aus Krankenhäusern kaum etwas in den Akten ankomme. Nun mache die Entwicklung Hoffnung, dass bald auch alle Entlassbriefe in der ePA landen. Im Oktober vergangenen Jahres waren es nach ihrer Erinnerung erst 50.000 bis 80.000 Dokumente. Zudem stehen 88 Prozent der Versicherten, die ihre Akte nicht selbst aktiv nutzen, der ePA laut einer Studie grundsätzlich eher positiv gegenüber. Aber es gibt auch Kritik, etwa von einem TK-Manager: „In Deutschland haben wir einen echten Datenschutz-Fetisch“.

Um die Digitalisierung des Gesundheitswesens ging es am späten Abend auch im Bundestag. Bei der ersten Lesung des Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) gingen die Meinungen weit auseinander. Die Koalition sieht in dem Gesetz den überfälligen Abschied von Papier und Fax im Gesundheitswesen. Für die Linke ist es ein „Wolf im Schafspelz“. Sie warnt vor einem Gesundheitsdatenmarkt und Personal, das zwischen Ministerium, Konzernen und Lobbyverbänden wechselt. Die Grünen lobten den Entwurf dagegen, der in weiten Teilen „richtig, wichtig und überfällig“ sei. Die Koalition baue auf Vorarbeiten der Ampel auf, etwa beim E-Rezept und bei der ePA für alle. Allerdings gebe es noch Änderungsbedarf, etwa für elektronische Einweisungen ins Krankenhaus. Es war die Abrechnung mit dem GeDIG: „Kliniken schließen, doch Gesundheitsdatenmarkt entsteht“.

Margaret Hamilton ist vor wenigen Tagen im Alter von 90 Jahren in Cambridge, Massachusetts, gestorben. Die Informatikerin leitete am MIT Instrumentation Laboratory die Entwicklung der Bordsoftware für die bemannten Apollo-Missionen. Besonders während der Landung von Apollo 11 zeigte sich, wie wichtig es war, den Computer auch auf unerwartete Belastungen vorzubereiten. Der Bordcomputer musste Navigation und Steuerung mit knappen Ressourcen bewältigen – auch dann, wenn eine Verbindung zur Erde nicht verfügbar war. Hamilton drängte darauf, auch unwahrscheinliche Bedienfehler ernst zu nehmen. Ihr Vermächtnis reicht über Apollo hinaus. Sie half zu zeigen, dass Software für kritische Systeme nicht nur für den erwarteten Ablauf geschrieben werden muss, sondern gerade auch für das Unerwartete, so unser Nachruf zum Tod von Margaret Hamilton: Ihre Software half Apollo 11 bei der Mondlandung.

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