Nachfolge von Guy Parmelin – Franz Grüter verzichtet auf Bundesratskandidatur

- Der Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter will nicht für die Nachfolge des abtretenden Bundesrats Guy Parmelin kandidieren. Das sagte der 63-Jährige in einem Interview mit dem «Bote der Urschweiz».
- Er habe sich die Frage nach Parmelins Rücktritt ernsthaft gestellt. Zudem hätten ihn viele Menschen aus der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Partei zu einer Kandidatur ermuntert.
- Nach reiflicher Überlegung habe er sich jedoch gegen eine Kandidatur entschieden.
Er habe den Entscheid gemeinsam mit seiner Familie getroffen. Ein Bundesratsamt bedeute, dass man sich für viele Jahre praktisch vollständig in den Dienst des Landes stelle. Gemeinsam seien sie zum Schluss gekommen, dass dies für sie nicht der richtige Weg sei, sagte Grüter zum «Bote der Urschweiz».
Kaum noch Privatleben als Bundesrat
Familie höre nicht auf, wenn die Kinder erwachsen seien, sagte Grüter dem «Bote der Urschweiz». Es gehe nicht um Organisation, sondern darum, wie man die nächsten Jahre leben wolle. Die Familie unternehme regelmässig gemeinsame Aktivitäten. Ein Bundesrat habe kaum noch ein Privatleben. Diesen Preis müsse die ganze Familie bewusst mittragen. Sie hätten ehrlich abgewogen und sich anders entschieden.
Unternehmererfahrung als Vorteil für den Bundesrat
Grüter sprach sich dafür aus, dass im Bundesrat auch Unternehmer vertreten sein sollten. Er habe ein Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitenden aufgebaut und während fast zwanzig Jahren geführt. Diese Erfahrung würde der Landesregierung guttun, sagte er. Wer selbst Löhne zahlen, Risiken tragen und Verantwortung für Mitarbeitende übernehmen müsse, schaue anders auf Bürokratie, Regulierung und Steuern. Er hoffe, dass das Parlament diesen Aspekt bei der Wahl gewichte. Seine Erfahrung als Unternehmer bringe er weiterhin im Nationalrat ein.
SVP habe genügend geeignete Persönlichkeiten
Dass mehrere aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten auf eine Bewerbung verzichtet hätten, zeige nicht, dass der SVP das Personal fehle. Die Partei habe ein breites Feld an fähigen Persönlichkeiten aus allen Landesteilen, sagte Grüter. Er sei überzeugt, dass die Fraktion dem Parlament eine sehr gute Auswahl präsentieren werde.
Wer sein bevorzugter Nachfolger oder seine bevorzugte Nachfolgerin sei, wollte Grüter nicht sagen. Zuerst müssten die Kandidaturen eingereicht werden, danach werde die Fraktion sorgfältig nominieren. Seine Meinung werde er dort einbringen, wo sie hingehöre: in der Fraktion.
Bislang haben sich die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz und der Solothurner Nationalrat Rémy Wyssmann für die Nachfolge Parmelins beworben. Die Wahl findet im Dezember statt.
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