Energiekrise spitzt sich zu: Saudi-Arabien muss einige Öllieferungen nach Europa stornieren

Energiekrise spitzt sich zuSaudi-Arabien muss einige Öllieferungen nach Europa stornieren
15.09.2026, 18:23 Uhr

Die Huthi-Rebellen treffen eine enorm wichtige Öl-Pipeline in Saudi-Arabien mit einer Drohne und sorgen damit für einen Betriebsstopp. Die Reparaturarbeiten könnten länger dauern - nun gibt es offenbar erste Auswirkungen auf die saudischen Öllieferungen.
Saudi-Arabien storniert Insidern zufolge einige für Ende September geplante Rohöllieferungen an europäische Kunden. Der weltgrößte Rohölexporteur reagiert damit auf die Schließung seiner Ost-West-Pipeline nach einem Angriff in der vergangenen Woche, sagen drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem belasten Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz im Roten Meer und anhaltende Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus das Geschäft. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco lehnt eine Stellungnahme ab.
Die Verladung von Öl im saudischen Rotmeerhafen Janbu sei derzeit ausgesetzt, hieß es. Die vom Iran unterstützten Huthis hatten jüngst die wichtige Ost-West-Pipeline getroffen, die Rohöl ans Rote Meer pumpt. Die Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, wurde nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich stillgelegt.
Janbu ist Saudi-Arabiens wichtigster Ölhafen am Roten Meer und hat sich zur wichtigsten Ausfuhrroute für saudisches Öl entwickelt, die die von Iran blockierte Straße von Hormus umgeht. Wie die Associated Press berichtet, könnten die Reparaturarbeiten an der Ost-West-Pipeline drei bis fünf Wochen dauern. Manche Analysten gingen sogar von längeren Ausfallzeiten aus, hieß es.
Ölpreise steigen weiter
Die Ölpreise haben zuletzt weiter zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kletterte am Nachmittag um 1,7 Prozent auf 107,44 US-Dollar.
Nachrichten aus Libyen sorgten für zusätzliche Verunsicherung am Markt. Demnach wurde das Al-Tahar-Ölfeld geschlossen. Die Stilllegung ist auf die erzwungene Sperrung der Hamada-Zawiya-Pipeline zurückzuführen, wie die staatliche Ölgesellschaft National Oil auf ihrer Facebook-Seite mitteilte. Libyen verkauft einen großen Teil seines Rohöls nach Europa.
Haupttreiber der Ölpreise bleibt der Iran-Krieg. Eine Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht in Sicht. Zudem kontrolliert die Huthi-Miliz die Meerenge Bab al-Mandab und blockiert die Durchfahrt von saudischen Schiffen. Brent-Öl hat sich seit dem Beginn des Kriegs deutlich verteuert. Ende Februar hatte der Preis für Barrel Brent-Öl bei lediglich 70 Dollar gelegen.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.