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Thursday, October 8, 2026

Fehmarnsundtunnel könnte erst 2035 fertig werden

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Der Tunnel unter dem Fehmarnsund wird voraussichtlich noch später fertig als bisher angenommen. Das geht aus dem vom Bundesverkehrsministerium herausgegebenen Infraplan hervor. Die schleswig-holsteinische Landesregierung kritisiert die erneute Verzögerung.

Der dieser Tage veröffentlichte Infraplan) nennt für den Tunnel eine „geplante Inbetriebnahme bis 2035“. Nach der ursprünglichen Planung sollte der Tunnel 2029 fertig sein. Klar war, dass der Termin nicht zu halten ist. Zuletzt galt eine Fertigstellung im Jahr 2032.

Ein Grund, weshalb der Tunnel offensichtlich später fertig werden soll, nennt der Infraplan nicht. Die Angabe „bis 2035“ beschreibe „einen Zeitraum mit einem spätesten Inbetriebnahme-Datum“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn der Tageszeitung Flensburger Tageblatt. Es aber das Ziel, „die Anbindung so schnell und effizient wie möglich fertigzustellen“.

Der Fehmarnsundtunnel soll die Insel Fehmarn mit dem Festland verbinden. Er ist Teil der festen Fehmarnbeltquerung, die aus zwei Teilen besteht: einem 18 Kilometer langen Tunnel unter dem Fehmarnbelt von Dänemark zur Insel Fehmarn und der Hinterlandanbindung unter dem Fehmarnsund. Das Projekt sollte 2029 abgeschlossen sein, es verzögert sich jedoch auf der beiden Seiten, der dänischen wie der deutschen. Der von Dänemark gebaute Fehmarnbelttunnel soll nach aktuellem Stand 2031 fertig sein.

Dann könnte mehrere Jahre lang eine Anbindung aufs deutsche Festland fehlen. Bisher wird der Fehmarnsund von einer Brücke überspannt. Unklar ist, ob die in den 1960er Jahren gebaute Brücke mit dem Spitznamen „Kleiderbügel“ der Belastung durch das erhöhte Verkehrsaufkommen gewachsen ist.

Hinzu kommt, dass die Bahntrasse über den Kleiderbügel nicht elektrifiziert ist. Die Deutsche Bahn erwog kurzzeitig, die Strecke zu elektrifizieren. „Ob eine temporäre Elektrifizierung der Fehmarnsundbrücke notwendig wird, ist den Ergebnissen der Gespräche mit den dänischen Projektpartnern vorbehalten“, teilte Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) mit. Dann werde „eine verlässliche Gesamteinschätzung der Terminsituation möglich sein“.

Kritik kommt von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU). Er sei „irritiert“ vom Datum 2035. „Wir können uns bei diesem wichtigen Projekt keine weiteren Verzögerungen leisten“, betont er kündigte ein Gespräch mit Bilger an.

Die feste Fehmarnbeltquerung ist als Teil der Transeuropäische Netz ein wichtiges europäisches Infrastrukturprojekt. Sie soll die Fahrtzeit von Hamburg nach Kopenhagen um zwei Stunden verkürzen.

Der Tunnel zwischen Dänemark und Deutschland wird aus 89 Segmenten bestehen, die in einem 12 Meter tiefen Graben auf dem Grund der Ostsee versenkt werden. Ein solches Bauteil ist 217 Meter lang und 42 Meter breit. Es wiegt 73.500 Tonnen und wird zusätzlich mit 4500 Tonnen Ballast beschwert, damit es absinkt. Gefertigt werden sie in einer Fabrik nach der Baustelle bei Rødbyhavn. Das erste Tunnelelement wurde Anfang Mai in einem mehrtägigen Manöver abgesenkt.

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