Elon Musk und Palmer Luckey loten Kriegführung der Zukunft für das Pentagon aus
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat verschiedene Initiativen für zukünftige Kriegsstrategien ins Leben gerufen und dabei auch namhafte Vertreter der Technologiebranche ins Boot geholt. Elon Musk und Palmer Luckey, Gründer der VR-Firma Oculus und des Rüstungsunternehmens Anduril Industries, sollen gemeinsam mit dem republikanischen US-Politiker Newt Gingrich im „Project Meridian“ die Zukunft der Kriegführung erforschen. Bis Ende Januar 2027 sollen sie ein Konzept erarbeiten, um „Amerikas langfristige militärische Überlegenheit zu sichern“, wie es heißt.
Für Elon Musk ist es eine Rückkehr zur Arbeit für die US-Regierung. Anfang 2025 hatte Musk unter Kontroversen die Arbeit für DOGE aufgenommen, das Department of Government Efficiency, um die die Ausgaben der US-Regierung zu durchleuchten und zu kürzen. Das Spardiktat traf zahlreiche US-Behörden und Förderprogramme der US-Regierung, auf die auch wissenschaftliche Einrichtungen angewiesen sind, bevor Musk wie gesetzlich vorgeschrieben nach etwas mehr als vier Monaten das Weiße Haus verließ. Zuletzt war der Unternehmer auch dort nicht unumstritten, denn er hatte sich bei seiner Arbeit auch in der US-Regierung nicht nur Freunde gemacht. Mittlerweile existiert die US-Effizienzbehörde DOGE nicht mehr.
Musks Rückkehr zur Regierungsarbeit
Jetzt holt Pete Hegseth Musk wieder zurück, wie aus einer Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums, das unter US-Präsident Donald Trump zum Kriegsministerium umbenannt wurde, hervorgeht. Demnach werden Elon Musk, Palmer Luckey und Newt Gingrich gemeinsam das Project Meridian leiten. Emil Michael, Technologievorstand des US-Verteidigungsministeriums, wird das Projekt aufsetzen und das Team um „hochkarätige Experten aus Wissenschaft, Politik und Industrie“ ergänzen.
Die Gruppe soll laut Hegseth die „Schlachtfelder der Zukunft untersuchen, Waffen und Technologien identifizieren, die Streitkräfte zur Beherrschung dieser Einsatzumgebungen benötigen, sowie konkrete Lösungen für die Entwicklung, Erprobung und Einführung dieser Fähigkeiten vorschlagen“. Hegseth möchte durch das Hinzuziehen externer Berater „kritische Perspektiven von außerhalb des Pentagons nutzen“. Innerhalb von 120 Tagen, bis 28. Januar 2027, soll der Bericht der Projektgruppe mit wichtigen Erkenntnissen und Empfehlungen veröffentlicht werden. Zusätzlich wird es einen Anhang geben, der vertraulich gehalten werden soll.
Berater und Zulieferer
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Pete Hegseth in Technikfragen an Elon Musk wendet. Bereits Anfang dieses Jahres kündigte der US-Verteidigungsminister an, Grok in die Pentagon-Systeme einzubinden. Der von Musks Unternehmen entwickelte KI-Chatbot wurde in die KI-Plattform GenAI.mil des US-Verteidigungsministeriums integriert. Allerdings blieb es nicht bei nur einem Chatbot. Mittlerweile hat das Pentagon auch eine eigene Version von ChatGPT implementiert, damit Militärangehörige und zivile Beschäftigte zwischen verschiedenen KI-Modellen wählen können und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern vermieden werden.
Auch Palmer Luckey ist für das US-Verteidigungsministerium kein Unbekannter, schließlich verkauft Anduril laut dem Guardian Produkte an das Pentagon. Dazu dürften Anti-Drohnen-Abwehrsysteme, autonome Überwachungssysteme und vernetzte Kommando- und Kontrollsoftware gehören. Sowohl Luckey als auch Musk sind deshalb kaum als unabhängige Berater zu bezeichnen, haben sie doch beide geschäftliche Beziehungen zum US-Verteidigungsministerium.
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