Festnahmen bei linker Gruppe aus Sachsen: Mit Hammer, Sichel und Pfefferspray

Bei Razzien gegen mutmaßliche Linksextremist:innen hat die Polizei fünf Personen festgenommen. Sie sollen geplant haben, rechte Gruppen anzugreifen.
Die sächsische Polizei geht gegen eine mutmaßlich linksextreme Gruppe vor. Seit Dienstagmorgen durchsuchen Beamte Wohnungen in vier Bundesländern. Im Landkreis Zwickau verhaftete die Polizei zunächst vier Personen im Alter zwischen 22 und 36 Jahren. Ein weiterer Beschuldigter soll während der Razzia Beamte angegriffen haben und wurde deshalb vorläufig festgenommen.
Insgesamt ermitteln die Behörden gegen 12 Männer, die 2022 eine „kriminelle Vereinigung“ nach Paragraf 129 Strafgesetzbuch gegründet haben sollen. Namentlich geht es um das „Kollektiv Zwickau“. Dessen Mitglieder sollen geplant haben, überregional gegen rechtsradikale und menschenfeindliche Strukturen vorzugehen. Konkret würden dem Kollektiv zwei gefährliche Körperverletzungen in Plauen am 5. September und 24. Juni dieses Jahres und mehrere Graffiti-Delikte zugeordnet, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden der taz mit. Allen Beschuldigten würde die Mitgliedschaft vorgeworfen, einzelnen aber auch Delikte wie die Körperverletzung oder schwerer Landfriedensbruch.
Laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden durchsuchte die Polizei Räume in Zwickau, Dresden, Leipzig, Saalfeld, Bremen und Hamburg. Die fünf Festgenommenen sollen heute dem zuständigen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Dresden vorgeführt werden.
Auf Social Media präsentiert sich die Gruppe mit einem roten Stern im Profilbild. In Postings rief sie etwa zur Luxemburg-Liebknecht-Demonstration in Berlin auf. In anderen ging es um die Aufarbeitung des NSU oder um antifaschistische Demonstrationen im sächsischen Hinterland. Immer wieder tauchen Hammer-und-Sichel-Symbole auf.
Nicht die erste Razzia
Den Social-Media Account hat sich offenbar auch der sächsische Verfassungsschutz angesehen. Unter anderem mit Bezug auf die Hammer-und-Sichel-Symbole kategorisiert er das Kollektiv als „kommunistische, marxistisch-leninistisch geprägte Gruppierung“ ein und schätzt, dass ihm etwa 15 Personen angehören. Laut der lokalen Zeitung Freie Presse gibt es bei der Gruppe personelle Überschneidungen mit der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschland (MLPD).
Es ist zudem nicht die erste Razzia der Polizei in Räumen des Kollektivs. Am 4. Februar 2025 durchsuchten die Beamten Wohnungen in Sachsen und beschlagnahmten Schlagstöcke, Schlagringe, Reizstoffsprühgeräte sowie Funkgeräte, zahlreiche Mobiltelefone und Laptops. Damals begründete die Polizei die Durchsuchung mit einem Überfall in Zwickau aus dem Juni 2024, bei dem eine Gruppe von bis zu 15 Personen eine zweite Gruppe von 10 Personen mit Pfefferspray und Schlagstöcken angegriffen haben soll. Diese seien dabei verletzt worden.
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