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Friday, November 6, 2026

Industrieproduktion wächst überraschend - Autobranche legt zu

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VW-Mitarbeiter überprüfen den Lack von Fahrzeugen im Lichttunnel.

Konjunktur Industrieproduktion überraschend gewachsen

Stand: 06.11.2026 • 11:42 Uhr

Deutsche Industriebetriebe haben im September überraschend mehr produziert als im Vormonat. Vor allem die Autobranche sorgte für das Plus. Doch die Risikofaktoren für die wirtschaftliche Erholung bleiben.

Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe ist im September um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat gewachsen. Das teilte das Statistische Bundesamt heute auf Basis vorläufiger Daten mit. Experten hatten mit einem leichten Dämpfer für die deutsche Industrie gerechnet - doch dieser blieb aus.

Im Schnitt waren die Volkswirte von einem leichten Rückgang um 0,1 Prozent ausgegangen. Die Industrieproduktion ohne Energie und Baugewerbe stieg im Vormonatsvergleich um 1,7 Prozent.

Plus bei Auto- und Pharmabranche

Besonders kräftig fiel das Plus in der Autoindustrie aus. Dort stieg die Produktion im Monatsvergleich um 17,1 Prozent. "In diesem Bereich hatte die Produktion in den beiden Monaten zuvor unter anderem aufgrund von Produktionsumstellungen und Werksferien auf einem niedrigen Niveau gelegen", erklärte das Statistische Bundesamt. Der kräftige Anstieg im September ist deshalb auch eine Gegenbewegung zu den schwächeren Sommermonaten.

Auch die Pharmaindustrie trug - nach zwei schwächeren Monaten - mit einem Zuwachs von acht Prozent zur positiven Entwicklung bei. Negativ wirkte sich hingegen der Rückgang in der Bauproduktion aus. Auch im Maschinenbau fiel die Produktion.

Produktionswachstum für August korrigiert

Über den September hinaus betrachtet fällt die Bilanz allerdings weniger positiv aus. Im gesamten dritten Quartal lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,4 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals.

Außerdem korrigierte das Statistische Bundesamt das Produktionswachstum für August deutlich nach unten: Statt der zunächst gemeldeten zwei Prozent betrug es nach den neuen Berechnungen nur ein Prozent.

Grund dafür waren nach Angaben der Behörde ergänzte Unternehmensdaten aus dem Baugewerbe. "Da der Vormonatswert deutlich nach unten revidiert wurde, muss der positive Produktionszuwachs im September etwas relativiert werden", sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank.

"Erholung der Wirtschaft ist intakt"

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien, sieht dennoch Anzeichen für eine Stabilisierung. "Der heute veröffentlichte Anstieg der Industrieproduktion zeigt: Die Erholung der deutschen Industrie und damit der deutschen Wirtschaft ist intakt", so Dullien.

Der Anstieg in der Autoproduktion zeige, dass die Schwäche im Sommer zu einem erheblichen Teil auf die besondere Situation durch Werksferien und Produktionsumstellungen zurückzuführen gewesen sei.

Liste an Risikofaktoren bleibt

KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher sieht ebenfalls Hinweise auf eine mögliche Verbesserung der Industriekonjunktur in den kommenden Monaten. Es gebe allerdings "weiterhin eine lange Liste an Risikofaktoren, die den Aufschwung in der Industrie beenden könnten, bevor er überhaupt richtig ins Rollen gekommen ist." Die Nervosität der Finanzmärkte bezüglich des weiteren Ausbaus der KI-Infrastruktur sei nur ein Beispiel dafür.

Das Bundeswirtschaftsministerium verweist ebenfalls auf die zuletzt bessere Stimmung in der Industrie, hohe Auftragsbestände und das Auslaufen produktionshemmender Sondereffekte. Diese Entwicklungen sprächen für eine Belebung zum Jahresende.

Gleichzeitig bleibe die Erholung mit Risiken verbunden. Dazu zählten das schwierige geopolitische Umfeld und erneut gestiegene Energiepreise.

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