Midterms 2026: Das musst du zu den Kongresswahlen wissen

- Am 3. November finden in den USA die Midterms statt: Alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 35 Senatoren werden neu gewählt.
- Die Demokraten wollen den Republikanern die Mehrheiten im Kongress abnehmen und Trumps Agenda in seinen letzten zwei Amtsjahren bremsen.
- Laut einer Quinnipiac-Umfrage bevorzugen 49 Prozent der Befragten eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus, nur 38 Prozent eine republikanische.
Am 3. November finden in den USA die Midterms statt, die Kongresswahlen zur Halbzeit einer Präsidentschaft. Für Trump geht es um seinen politischen Spielraum in den letzten beiden Jahren seiner zweiten Amtszeit, entsprechend hart kämpfen beide Parteien um die Mehrheiten im Kongress. Beim ersten Midterm-Parteitag der Republikaner rief der Präsident seine Anhänger auf: «Tut so, als stünde ich selbst auf dem Stimmzettel.»
Was sind die Midterms und wer wird gewählt?
Die Midterms sind die Kongresswahlen zur Halbzeit der vierjährigen Amtszeit eines US-Präsidenten. Gewählt werden alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie rund ein Drittel der 100 Senatoren. Das liegt daran, dass Senatoren sechs Jahre im Amt bleiben und ihre Mandate gestaffelt vergeben werden. Die Wahlen entscheiden darüber, welche Partei eine oder beide Kammern des Kongresses kontrolliert – und wie leicht oder schwer der Präsident seine politische Agenda durchsetzen kann.
Welche Bedeutung haben die Wahlen für Trump?
Derzeit kontrollieren die Republikaner den Senat mit 53 zu 47 Sitzen. Bei den Midterms stehen 35 Sitze zur Wahl; gelingt den Demokraten ein Nettogewinn von vier Sitzen, könnten sie die Kammer übernehmen. Das wäre für Trump ein schwerer Rückschlag: Der Senat kann seine Ernennungen für das Kabinett, die Bundesgerichte und Führungspositionen in Behörden bestätigen oder blockieren.
Auch ein demokratisch kontrolliertes Repräsentantenhaus könnte seine Agenda erschweren – etwa über den Haushalt oder mit Amtsenthebungsverfahren. Kontrollieren Trumps Republikaner dagegen beide Kammern, hat der Präsident grossen Spielraum bei der Umsetzung seiner Vorhaben.
Wie stehen die Parteien in den Umfragen da?
Eine neue Quinnipiac-Umfrage sieht die Demokraten bei den Kongresswahlen im Vorteil: 49 Prozent der Befragten würden ihnen zum jetzigen Zeitpunkt die Mehrheit im Repräsentantenhaus geben, 38 Prozent den Republikanern. Der Vorsprung der Demokraten hat sich seit Juli von sieben auf elf Punkte vergrössert. Besonders umkämpft sind die parteiunabhängigen Wählerinnen und Wähler: Jede fünfte befragte Person aus dieser Gruppe ist noch unentschieden.
Auch bei der Frage, welche Partei die Sorgen der Bevölkerung besser verstehe, liegen die Demokraten vorn. Die Republikaner haben im Repräsentantenhaus derzeit nur eine knappe Mehrheit.
Welche Staaten werden besonders wichtig?

Besonders umkämpft sind derzeit die Senatsrennen in North Carolina, Alaska, Ohio, Maine, Texas und Iowa. Für die Demokraten ist der Weg zur Mehrheit schwierig, denn sie müssen eigene gefährdete Sitze verteidigen und zugleich mehrere derzeit republikanisch gehaltene Mandate gewinnen.
Dabei setzen sie auch auf die Hilfe unabhängiger Kandidaten. Im Senat sitzen mit Bernie Sanders aus Vermont und Angus King aus Maine bereits zwei Parteilose, die in der Regel mit den Demokraten stimmen. Nun könnten vier weitere Unabhängige in konservativ geprägten Bundesstaaten wichtig werden: Dan Osborn in Nebraska, Todd Achilles in Idaho, Brian Bengs in South Dakota und Seth Bodnar in Montana.
In Nebraska, Idaho und South Dakota haben die Demokraten keine eigenen Kandidierenden aufgestellt oder zurückgezogen. In Nebraska unterstützen sie ausdrücklich Osborn. Mehr über die vier Parteilosen erfährst du hier.
Wie siehst du die Aussichten für die US-Midterms 2026?
Shirin Camenisch (sca) arbeitet seit 2025 als Praktikantin im Ressort News
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