Montag: DSGVO-Haftung bei Smart Glasses, Robotaxi gegen Waffen bei Fahrgästen
Ein neuer Datenschutzbericht lehrt: Wer unbeteiligte Dritte mit Smart Glasses filmt oder Metas KI-Training zulässt, verliert das Privileg der Haushaltsausnahme und könnte sich haftbar machen. Zudem haben die Hamburger Datenschützer Spuren von Datenstrukturen für Gesichtserkennungen entdeckt. In Kalifornien wurden zwei Jugendliche per KI entdeckt, die in einem Robotaxi mit einer Schusswaffe hantiert haben. Daraufhin hielt es an und Waymo rief die Polizei. Diese hat die beiden Jugendlichen verhaftet, denn es handelte sich bei dem Sturmgewehr um eine sogenannte „Geisterwaffe“. Derweil macht Apple einen Rückzieher. Der Konzern hatte bislang versprochen, dass persönliche Daten von iPhone-Nutzern niemals in das Training von KI-Modellen einfließen. Mit dem kommenden iOS 27 ist das vorbei. Siri-Gespräche und Audiomitschnitte werden künftig für das KI-Training genutzt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Der Streit über schlaue Brillen im Alltag geht weiter. Nachdem Verbotsforderungen die Politik beschäftigten und die Bundesnetzagentur mangels Handhabe passte, hat der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs mit einer Untersuchung der Ray-Ban Meta AI Glasses nachgelegt. Die Analyse fällt deutlich aus: Für den Alltagseinsatz der Datenbrille im öffentlichen Raum existiert demnach kaum eine rechtssichere Grundlage, solange Meta nicht an Bauweise und Voreinstellungen nachbessert. So haben die Datenschützer Anzeichen für eine eventuell kommende Gesichtserkennung gefunden. Und wenn die Aufnahmen für das KI-Training verwendet werden und in US-Clouds landen, verstoßen Smart Glasses gegen die DSGVO: Warum Ray-Ban-Meta-Träger haftbar gemacht werden können.
Haftbar sind auch zwei Jugendliche, die mit einem Sturmgewehr Robotaxi gefahren sind. In San Francisco wurden sie verhaftet, nachdem das autonome Fahrzeug eine Waffe bei diesen erkannt hat. Daraufhin ist das Robotaxi auf den Seitenstreifen gefahren und hat die Polizei verständigt. Denn laut Waymo verstößt dies gegen die „Nutzungsbedingungen unter Verwendung einer Schusswaffe“. Erkannt wurde dies offenbar per KI und Innenraumkameras, die üblicherweise Sicherheit und Sauberkeit überwachen. Die Polizei hat die beiden jungen Passagiere verhaftet, da es sich bei dem Gewehr um eine illegale „Geisterwaffe“ handelt, selbst hergestellt und ohne Seriennummer: Waymo-Robotaxi ruft Polizei nach Erkennung einer Waffe bei jugendlichen Kunden.
Die Aufnahmen der Waymo-Innenraumkameras werden auch für KI-Training verwendet und diese Gier nach immer intimeren KI-Trainingsdaten macht auch vor Apple nicht halt: Um Siri AI weiterzuentwickeln und die hauseigenen Sprachmodelle zu trainieren, will der iPhone-Hersteller erstmals persönliche Nutzerdaten aus Siri-Gesprächen verwenden – darunter selbst Audiomitschnitte. Eine solche Verwendung der Nutzerdaten zum Trainieren von KI-Modellen hatte der Konzern bislang kategorisch ausgeschlossen – und sich damit klar gegen die Konkurrenz positioniert. Doch jetzt kann Apple „deine gesamten Interaktionen mit Siri und der Diktierfunktion speichern, einschließlich der Audiodaten“. Das besagt die Datenschutzerklärung des kommenden iOS 27. Damit macht Apple den Salto rückwärts: Apple möchte KI-Modelle doch mit Nutzerdaten trainieren.
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Der Chaos Computer Club (CCC) wechselt den Veranstaltungsort für seinen traditionsreichen Jahresendkongress. Nach acht Ausgaben im Congress Center Hamburg (CCH) zieht der „Chaos Communication Congress“ zum Jubiläum weiter. Die 40. Auflage der Veranstaltung, der 40C3, wird vom 27. bis 30. Dezember 2026 in den Hallen der Messe Hamburg stattfinden. Damit bleibt das Großevent der Hansestadt treu, zieht aber in die direkt benachbarten Messehallen unweit des Schanzenviertels um. Hauptgrund für den Standortwechsel ist das stetige Wachstum der Community. Das CCH sei schlicht an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, heißt es beim CCC. Um ein Gefühl der Verlorenheit in den weitläufigen Flächen zu vermeiden, plant der CCC die Einrichtung spezifischer Kieze: Chaos Communication Congress zieht um.
Deutschland baut das Glasfasernetz aus, doch zwischen Ausbauplänen, Förderprogrammen und der Realität vor Ort klaffen noch immer Lücken. Im aktuellen „Missing Link“ geht es um eine Region, in der der Glasfaserausbau eigentlich längst für schnelles Internet sorgen sollte. Stattdessen zeigt sich, wie komplex die Umsetzung in der Praxis sein kann und welche Herausforderungen Kommunen, Netzbetreiber und Anwohner bewältigen müssen. Dabei geht es nicht nur um das Verlegen von Kabeln, sondern auch um Planung, Zuständigkeiten, Kosten und die Frage, wie aus politischen Ausbauzielen tatsächlich funktionierende Anschlüsse werden. Warum Deutschlands Glasfaserwende vielerorts langsamer vorankommt als erhofft und wo es noch hakt, beschreibt Missing Link: Glasfaserausbau – Inhouse-Verkabelung und die Wohnungswirtschaft.
Auch noch wichtig:
- Die Rettung für Haibike, Winora und Ghost nimmt nach der Pleite des Mutterkonzerns Form an, während das Schicksal der britischen Marke Raleigh ungewiss bleibt: Hoffnung für deutsche E-Bike-Pioniere Haibike und Ghost nach Accell-Pleite.
- Blizzards „StarCraft“ kehrt zurück, verabschiedet sich jedoch von seinen RTS-Wurzeln. Fans des Franchise müssen sich zudem noch einige Jahre gedulden für diesen Open-World-Shooter statt Echtzeitstrategie: Neues "StarCraft" angekündigt.
- „World of Warcraft: Forever“ erweitert das ursprüngliche MMORPG um neue Geschichten als dauerhaftes drittes WoW neben Classic und Retail: Mit „World of Warcraft: Forever“ erfindet Blizzard das alte Azeroth neu.
- Blizzard kündigt „Diablo V“ an. Parallel entsteht eine animierte Netflix-Serie. Für „Diablo IV“ hat das Studio ebenfalls mehrere Neuigkeiten vorgestellt: "Diablo V" und Netflix-Serie im Diablo-Universum angekündigt.
- Die Sorge vor außer Kontrolle geratener KI wächst. Anthropic und OpenAI sprechen sich nach jüngsten Hacking-Vorfällen für weniger Tempo bei der Entwicklung aus: Anthropic, OpenAI & Co. fordern Pause bei KI-Modellen.
- Der ChatGPT-Entwickler OpenAI ist das wohl bekannteste KI-Unternehmen und plant einen großen Börsengang. Doch Firmenchef Sam Altman findet den Moment ungünstig: OpenAI verschiebt Börsengang wegen „Sicherheitsbedenken“.
- Einem Forscherteam gelang der Nachweis einer hexagonal dichtest gepackten Phase von superionischem Wassereis unter Bedingungen wie in Eisriesen: Hexagonales superionisches Wassereis per Hochdruckforschung nachgewiesen.
- Ein Schwarm KI-Bots griff im Mai die Open-Source-Plattform RubyGems an. KI-Experten führten die Spur auf OpenAI zurück: KI-Bots von OpenAI griffen Open-Source-Plattform RubyGems an.
- Bloß weg von US-Diensten? Im c’t uplink diskutieren wir über digitale Souveränität und stellen Microsoft-365-Alternativen wie openDesk vor: Open-Source-Software aus Europa als Microsoft-Alternativen im c’t uplink.
- Nicht weniger Strom verbrauchen, sondern zur richtigen Zeit – laut einer Modellrechnung könnten Haushalte so Milliarden sparen und das Energiesystem entlasten, so eine Studie: Flexible Stromnutzung könnte Haushalten 1,65 Milliarden Euro sparen.
- Pentax stampft alle DSLRs für Neuanfang ein, Leicas Rekordserie endet, iPhone 18 Pro kriegt variable Blende. Und William Klein wird 100. Das sind die Fotonews der Woche KW 37: Pentax lebt, Leica schwächelt und Apple blendet.
- KI-basierte Robotik wird laut Fraunhofer zur Wachstumsbranche. Humanoide erhalten Milliarden, entscheidend sind aber Daten, Software und Integration, so eine Fraunhofer-Studie: KI-Robotik ist umfassender als Humanoide.
- „Multi-Frame-Generation“ sollte ein weiteres exklusives Feature der RTX-5000-Grafikkarten sein. Es läuft und lohnt sich aber auch auf RTX 4000: Auch Zwischenbildberechnung MFG per DLSS 5 läuft auf RTX-4000-Karten.
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