The Jerusalem PostThink you understand Israel's election? Here are 10 things the world may have missed - opinionDaily MaverickLOCAL ELECTIONS 2026: ActionSA takes township wards from the ANC in GautengZDF heuteAktuelle Pressemitteilungen des ZDFVariety‘Drummer Boy’ Review: Love, Family and Revolution Conflict at Musket’s Point in a Swoony Period MusicalPremium Times2027: YPP vice-presidential candidate sets conditions for opposition coalitionTagesschauDie gestohlenen Kinder von OleschkyBillboardElla Langley ‘Again’ Claims 2 Spots on Country Airplay Chart’s Top 3Polsat NewsSikorski o końcu wojny w Ukrainie. "Kijów ma obecnie przewagę"DW EnglishIran war: Gulf tanker attacked, 1 seaferer killedPopular ScienceScientists detect ‘pregnant’ coral using ultrasound deviceScreen RantThe Substance Ending Explained: What Happens To Elisabeth And SueColliderFox’s ‘Doc’ Officially Adds a Scene-Stealer in Season 3
The Daily Newsstand · Free, Always
Friday, November 6, 2026

«Wie rausgefurzt»: Dior erntet Shitstorm für Weihnachtswerbung

Translate

Ein Luxushaus, das Handwerk zelebriert, veröffentlicht einen Weihnachtsfilm im nostalgischen Zeichentrick-Look – und plötzlich zählt das Internet Finger. Das passiert aktuell dem Luxusmodehaus Dior mit seiner Kampagne «Christian Dior’s Night in Color».

Was ist dir wichtig, wenn du ein animiertes Video siehst?

Der siebenminütige Kurzfilm spielt in einer verschneiten Nacht in Paris, 1949. Marlene Dietrich braucht für einen Hollywoodfilm kurzfristig ein farbiges Kleid, Christian Dior und seine als Bienen dargestellten Schneiderinnen arbeiten bis zum Morgen an einem Entwurf. Robert Pattinson erzählt die Geschichte und Rihanna spricht einen Glücksstern, der dem Designer rät, «mal zu chillen».

Youtube/Christian Dior

Dior spricht von monatelanger Handarbeit

Auf seiner Website beschreibt Dior, wie die handgezeichnete Animation des französischen Regisseurs Sylvain Chomet über Monate entstanden sei. Hunderte Stunden sorgfältiger Arbeit würden die Geduld der Haute Couture spiegeln. «Technisch arbeiten wir wie in den 1940er-Jahren», sagt Chomet in einem Making-of des Films. Jedes Element werde ausgeschnitten, jede Figur separat animiert und mit den Hintergründen zusammengesetzt. Kreativdirektor Jonathan Anderson sagte laut «Women’s Wear Daily», der Film sei vollständig von Hand gezeichnet.

«Reichte euer Budget nicht für ein richtiges Animationsstudio?»

Kurz nach der Veröffentlichung tauchten jedoch KI-Vorwürfe auf. Der Mode-Watchdog «Diet Prada» sammelte auffällige Stellen: ineinander verschlungene Hände, die wie sechs Finger wirken, schwer lesbare oder falsch geschriebene Beschriftungen, zusätzliche Linien in einem Auge und Bewegungen, die unnatürlich aussehen.

In den Kommentarspalten kippt die Skepsis in Wut. Eine Person etwa fragt unter dem Making-of: «Warum steckt ihr so viel Zeit und Arbeit in das Behind-the-Scenes-Video, um alles durch eine AI-Slop-Maschine zu pressen?» Auf X heisst es: «Euer Budget reichte nicht für ein richtiges Animationsstudio? Ihr musstet KI verwenden? Enttäuschend.» Jemand anderes kommentiert: «Dior hat einfach dieses gefakte Ding rausgefurzt.»

Einige vermuten dennoch Handarbeit

Andere stört vorwiegend die mutmassliche Täuschung. Ein User schreibt, die schönen Bilder bedeuteten nichts, «wenn kein Künstler sie animiert hat». Personen, die sich als professionelle Animatoren bezeichnen, diskutieren Anschlussfehler zwischen Einstellungen: Eine Biene lächelt in einer Szene, in der nächsten nicht mehr; Figuren wechseln scheinbar ihre Position.

Einige vermuten deshalb, Chomet und sein Team könnten Figuren, Hintergründe und wichtige Schlüsselbilder von Hand gezeichnet, die Zwischenbilder aber mit KI erzeugt oder geglättet haben. Offizielle Nachweise dafür fehlen.

Nicht alle sind sich sicher, ob AI hinter den verdächtigen Szenen steckt. Motion-Designer Ryan Summers etwa zeigt an der kritisierten Handpose, dass sich die Finger anatomisch plausibel ineinanderlegen lassen. Einzelne schiefe Zeichnungen, sprunghafte Bewegungen oder Anschlussfehler können laut einigen Kommentierenden auch bei klassischer 2D-Animation und beim digitalen Zusammensetzen der Ebenen entstehen.

Was die KI-Analyse von 20 Minuten vermutet

Eine interne, KI-gestützte Einzelbildanalyse von 20 Minuten hält ein Hybridverfahren für möglich: handgezeichnete Designs und Schlüsselbilder, kombiniert mit automatisiert erzeugten oder geglätteten Zwischenbildern. Als Indizien nennt sie kurzzeitig verformte Hände, wandernde Details, zittrige Bewegungen und unsaubere Übergänge.

Das ist eine technische Hypothese, kein Beweis. Ähnliche Auffälligkeiten können auch durch Stilisierung, reduzierte Animation oder digitales Compositing entstehen. Ohne Produktionsdateien, Werkzeugprotokolle oder eine klare Aussage des Teams von Dior lässt sich der tatsächliche Einsatz von KI nicht feststellen.

Das Making-of beantwortet nicht jede Frage

Der 90-sekündige Clip vom Making-of der Kampagne zeigt Chomet im Atelier, Storyboards, Zeichnungen, Figurenmodelle, Produktionsmonitore und Mitarbeitende. Es scheint, als ob zumindest einzelne Bestandteile tatsächlich von Menschen entwickelt wurden.

Was das Video nicht zeigt, ist der lückenlose Weg von den Schlüsselzeichnungen zu jedem einzelnen Bild des fertigen Films. Genau diese Lücke feuert die Spekulation weiter an. «Business of Fashion» schrieb am Donnerstag, Dior habe auf eine Anfrage zunächst nicht reagiert. Auch das Animationsfachportal «Cartoon Brew» wartet nach eigenen Angaben bislang auf ein Statement von Dior und Chomet.

Was denkst du? Steckt hinter der Animation Handarbeit oder doch AI? Und hättest du damit ein Problem?

Malin Mueller

Malin Mueller (mmu) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Sie ist stellvertretende Leiterin Lifestyle und Beauty-Redaktorin. Ihr Fokus: Hautpflege, Frisuren und Trend-Checks.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.