EBU bestätigt Trennung: Moroccanoil sponsert ESC nicht mehr

- Moroccanoil wird den Eurovision Song Contest (ESC) ab 2027 nicht mehr als Hauptsponsor unterstützen.
- Die EBU bestätigt das Ende der sechsjährigen Partnerschaft mit der israelischen Haarpflegemarke.
- Moroccanoil stand zuletzt wegen Israels umstrittener ESC-Teilnahme trotz Nahostkonflikt in der Kritik.
An den letzten drei Ausgaben des Eurovision Song Contests sorgte die Teilnahme Israels aufgrund des Nahostkonflikts für viel Kritik. Im Rahmen dessen wurde auch der Hauptsponsor des Events Moroccanoil zerrissen. Während die israelische Haarpflegemarke in Malmö, Basel und Wien noch die grösste Geldgeberin war, muss der Gesangswettbewerb nächstes Jahr in Burgas darauf verzichten.
Wie die European Broadcasting Union (EBU) mitteilt, wird die Zusammenarbeit beendet. «Nach sechs erfolgreichen Jahren als Sponsor des Eurovision Song Contest wird Moroccanoil seine Partnerschaft mit dem Wettbewerb nicht verlängern», heisst es. Die EBU danke Moroccanoil für die Unterstützung in den vergangenen sechs Jahren und wünsche der Marke viel Erfolg für die Zukunft.
Viele ESC-Fans begrüssen diesen Entscheid – in der Kommentarspalte unter dem Instagram-Post schreiben Userinnen und User etwa: «Endlich gibt es Veränderung». Einige Fans fragen sich hingegen, was vorgefallen sei.
Wieso wird Moroccanoil als Sponsor des ESC kritisiert?
Die Kritik an der Haarpflegelinie in den letzten Jahren hängt mit dem Verhaltenskodex des Eurovision Song Contests zusammen. Gleich im ersten Satz der Einleitung propagiert sich der Musikwettbewerb als ein «unpolitischer, internationaler Unterhaltungsevent». Teilnehmerländer dürfen keine politischen Statements in ihren Performances setzen, sind sonst aber frei in der Äusserung ihrer Meinung.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine entschloss sich die EBU, Russland vom Contest auszuschliessen. 2024 forderten viele Fans und Teilnehmer deshalb, dass auch Israel nicht teilnehmen darf. Das Land reiste aber mit Sängerin Eden Golan nach Malmö. Auch 2025 und 2026 nahm Israel am ESC teil.
Welche Rolle sollen politische Statements an Unterhaltungsanlässen wie dem Eurovision Song Contest spielen?
Die EBU begründete den Entscheid folgendermassen: «Wir sind uns der vielen Stimmen bewusst, die fordern, Israel vom diesjährigen Wettbewerb auszuschliessen, so wie wir den russischen Sender 2022 nach der Invasion der Ukraine ausgeschlossen haben. Vergleiche zwischen Kriegen und Konflikten sind komplex und schwierig und als unpolitische Medienorganisation steht es uns nicht zu, sie anzustellen.
Im Falle Russlands wurden die russischen Sender aufgrund ihrer wiederholten Verstösse gegen Mitgliedschaftspflichten und der Verletzung öffentlich-rechtlicher Werte aus der EBU ausgeschlossen.»
Gina Sergi (gis), Jahrgang 1997, arbeitet seit März 2024 bei 20 Minuten. Sie ist seit September 2025 Ressortleiterin People.
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