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Sunday, October 25, 2026

Audi-Chef verteidigt Werks-Pläne in den USA

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Der deutsche Autohersteller Audi will für vier Milliarden Dollar (3,6 Mrd. Euro) ein neues Werk im US-Bundesstaat Georgia bauen und damit erstmals in den USA produzieren. Die Volkswagen-Tochtergesellschaft plant die Produktion von 200.000 SUV jährlich, rund 4.500 Arbeitsplätze sollen in Georgia entstehen. US-Präsident Donald Trump kündigte das Projekt überraschend auf einer Wahlkampfveranstaltung in Perry (Georgia) an. Dazu kam Audi-Vorstandschef Gernot Döllner auf die Bühne. Er dankte Trump für dessen Unterstützung. Eine entsprechende Vereinbarung für die Pläne sei gestern unterzeichnet worden, betonte Döllner bei dem Auftritt.

Der Bau des neuen US-Werks muss aber noch vom Volkswagen-Aufsichtsrat gebilligt werden. Audi-Aufsichtsratschef Manfred Döss unterstützte allerdings bereits die Linie des Vorstands. Die Zukunft von Audi werde nicht allein durch Kostensenkungen und gesteigerte Effizienz gesichert. „Wir brauchen den Mut zu investieren, neue Chancen zu ergreifen und Entscheidungen zu treffen, die unser Unternehmen für die kommenden Jahrzehnte prägen werden“, betonte er in einer Pressemitteilung. Dazu gehöre die geplante Investition in den USA.

„Wachstum in Amerika, für Amerika“, gelobt Audi in seiner Mitteilung. Darauf setzt das Unternehmen jetzt die Hoffnung, während Mutterkonzern Volkswagen in der Absatzkrise steckt. Es stehen ein konzernweiter Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen und mögliche Werksschließungen in Deutschland im Raum. Audi hat in Deutschland Standorte in Ingolstadt und Neckarsulm, letzteres ist potenzieller Schließungs-Kandidat.

In einem digitalen Pressegespräch am Sonntag verteidigte Döllner seine Pläne, berichtet der bayerische Rundfunk. Es sei keine Entscheidung gegen Deutschland, sondern ein Gewinn für den ganzen Konzern, auch für die deutschen Standorte, sagte Döllner demnach. Audi würde durch die Zollpolitik von US-Präsident Trump derzeit viel Geld verlieren. Kein Aufschlag wäre dagegen fällig, würden die Autos direkt in den USA produziert.

Ministerpräsident Olaf Lies, der als Vertreter des Landes Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat sitzt, sagte, die USA seien ein wichtiger Markt für Volkswagen und es sei strategisch richtig, ihn noch besser zu erschließen. „Mehr Produktion dort ist dann eine Chance, wenn auch die Werke und die Beschäftigten in Deutschland davon profitieren. Wachstum in Amerika muss Arbeit und Wertschöpfung hier sichern und darf sie nicht verdrängen“, machte der SPD-Politiker deutlich.

In der Audi-Mitteilung hieß es, der Baubeginn des Werks sei für 2027 vorgesehen. Die Autoproduktion soll Anfang der 2030er Jahre starten. In dem Werk sollen Premium-SUVs gebaut werden, ausgerichtet auf die Anforderungen von nordamerikanischen Kunden. Die USA seien einer der wichtigsten Automärkte der Welt. „Für uns geht es darum, das Audi-Geschäft in den USA nachhaltig zu stärken - eine eigene Fertigung ist der Schlüssel dazu“, sagte Döllner.

Trump fordert seit Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 von ausländischen Unternehmen mit der Drohung von hohen Zöllen, die Produktion in die USA zu verlagern. Er stellte solchen Firmen den Erlass von Zöllen, die auf den Import in die USA anfallen, in Aussicht. Trump will so die heimische Wirtschaft ankurbeln und Industriejobs schaffen.

Döllner ist nicht der erste deutsche Industriemanager, der unter heiklen Umständen die Nähe Trumps sucht. Schon in Trumps erster Amtszeit 2018 besuchten der damalige Volkswagen-Chef Herbert Diess, sein Daimler-Kollege Dieter Zetsche und der BMW-Vertreter Oliver Zipse das Weiße Haus mit dem Ansinnen, Trump dessen Pläne für Strafzölle auf deutsche Autos auszureden.

Trumps Republikanische Partei steht vor Parlamentswahlen am 3. November. Die Amerikanerinnen und Amerikaner stimmen über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat ab. Die Republikaner wollen ihre hauchdünnen Mehrheiten in den beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen. Nach jüngsten Umfragen hat die Demokratische Partei zumindest gut Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu gewinnen.

Die IG Metall äußerte sich zu den Werksplänen grundsätzlich positiv, verband dies aber auch mit einer Mahnung. „Den US-Markt durch ein neues Werk besser zu erschließen ist richtig und notwendig“, sagte die Erste Vorsitzende Christiane Benner in einer Mitteilung. „Jedoch müssen verbindliche Perspektiven für die Beschäftigten an allen, gerade den hiesigen Standorten, klar definiert und festgehalten werden.“ Dabei sei der Vorstand in einer Bringschuld.

Benner verwies zudem darauf, die abschließende Entscheidung über einen Fabrikneubau in den USA stehe unter dem Vorbehalt der Gremienzustimmung. „Das finale Votum wird mit ganzheitlichem Blick richtiger- und wichtigerweise im Aufsichtsrat der Volkswagen AG getroffen.“ Dort ist Benner stellvertretende Vorsitzende.

Der VW-Konzernbetriebsrat stellte heraus, zusätzliche Produktion in neuen Standorten müsse immer dazu beitragen, dass auch die bestehenden Standorte im weltweiten Produktionsverbund am Ende des Tages profitieren. „Insofern gibt es intern in unseren Gremien etliche offene Fragen zu beantworten“, teilte ein Sprecher mit.

VW-Chef Oliver Blume vertrat die Ansicht, vom Erfolg in Nordamerika profitiere der gesamte Volkswagen-Konzern. „Ein mögliches Werk für Audi in den USA würde dafür weitere Voraussetzungen schaffen: Lokalisierte Produkte aus den USA für die USA.“

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sagte, Volkswagen wolle seine Position in den USA in den kommenden Jahren weiter stärken. Die Perspektive eines Audi-Werks in den USA füge sich „grundsätzlich sehr gut in diese strategische Ausrichtung ein“.

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