Wie viel Geld brauchst du Ende Monat, um gut schlafen zu können?

- Ein Westschweizer Paar legt sein Budget offen: Bei einem gemeinsamen Lohn von 11’200 netto haben sie monatliche Fixkosten von gut 7000 Franken.
- Sie ärgern sich, dass der Mittelstand ausblute und ihnen immer weniger zum Leben bleibe.
- Das wiederum macht Reddit-User sauer: Wer sich bei 4000 Franken pro Monat, die übrig bleiben, beklage, verkenne die Realität vieler, denen es deutlich schlechter gehe, so der Tenor.
- Wir wollen wissen: Wie viel Geld muss bei dir Ende Monat übrig bleiben, damit du sorgenfrei leben kannst?
Sabrina ist Pflegefachfrau bei der Spitex, Mathieu Landschaftsgärtner bei einer Westschweizer Gemeinde. Zusammen verdienen sie 11’200 Franken netto, wie sie gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS offenlegen.
Ihre Fixkosten betragen gut 7000 Franken und setzen sich wie folgt zusammen:
- Steuern: 1600 Franken
- Hypothek und Hausversicherung: 1500 Franken
- Krankenkassenprämien: 1331 Franken
- Lebensmittel und Haushalt: 1500 Franken
- Kinderbetreuung: 350 Franken
- Leasing des Autos: 200 Franken
- Treibstoff: 460 Franken
- Strom: 200 Franken
Total belaufen sich die Nebenkosten der Familie also auf über 7100 Franken – und laut Mathieu steigen sie stetig. «Wir können unsere Rechnungen noch bezahlen», betont er gegenüber RTS. «Aber am Ende bleibt immer weniger übrig, immer weniger Geld, das wir für Aktivitäten als Familie ausgeben können.»
Seine Partnerin Sabrina schimpft, dass der Mittelstand zunehmend ausblute: «Die Mittelschicht zahlt für alle. Wir sind Milchkühe. Wenn Sie reich sind, können Sie alles haben. Wenn Sie arm sind, haben Sie das Glück, Hilfe zu bekommen. Wenn Sie in der Mitte sind, zahlen Sie für oben und unten. Das ist nicht normal.»
«Klingt nach einer komfortablen Situation»
Diese Aussagen stossen wiederum im Online-Forum Reddit einigen sauer auf. Jemand postet den Artikel und rechnet vor, dass der Familie, die in einem eigenen Haus lebe, jeden Monat 4000 Franken übrig blieben, also 48’000 Franken im Jahr. «Ich gehe davon aus, dass sie davon locker die Hälfte auf die Seite legen können. Für mich klingt das nach einer ziemlich komfortablen Situation, oder bin ich realitätsfern?»
Viele Kommentatoren gehen in dieselbe Richtung: «Ich verdiene nicht einmal so viel, wie ihnen im Monat übrig bleibt», schreibt jemand. Jemand anderes gibt dem Paar zwar recht, dass alles teurer werde, schreibt aber: «Die Schweizer Mittelschicht lebte einmal wie Könige. Aber diese Leute sind einfach von der Realität entkoppelt.» Ein weiterer Kommentar: «Die geben mehr Geld aus, als ich und meine Frau für unsere fünfköpfige Familie verdienen. Und wir sind trotzdem in der Lage, Geld auf die Seite zu legen.»
Uns interessiert deine Meinung: Wie viel Geld musst du Ende Monat, nach allen Abzügen, vom Lohn noch auf dem Konto haben, damit du ruhig schlafen kannst? Bleibt überhaupt etwas übrig?
Daniel Graf (dgr) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Leiter des Ressorts News und seit September 2023 Mitglied der Redaktionsleitung.
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