Welche Vorsorgeuntersuchungen Männern zustehen
Viele Männer gehen nur dann zum Arzt, wenn sie Probleme oder Schmerzen haben. Diese Erfahrung macht Lutz Weber, Hausarzt im baden-württembergischen Laupheim. Dabei übernehmen die Krankenkassen die Kosten einiger Früherkennungsuntersuchungen, mit denen Krankheiten in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden können.
Je früher Risikofaktoren für eine Erkrankung entdeckt werden, desto mehr Zeit bleibt zum Handeln.
Dr. Lutz Weber, Hausarzt
Für Weber geht es bei Vorsorgeuntersuchungen häufig weniger um die Entdeckung von Krebs, sondern um das Aufspüren von Risikofaktoren, die mittel- bis langfristig zu gravierenden organischen Schäden führen können. Er zieht dazu gerne einen Vergleich heran: "Auch das Auto bringt man jährlich zur Inspektion - und zwar bevor der Auspuff abfällt."
Welche Untersuchungen zur Früherkennung Krankheiten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, ist durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in Richtlinien geregelt. Einige Kassen übernehmen freiwillig weitere Leistungen. Hier lohnt es sich, nachzufragen.
Nach einer Prostata-Operation leiden viele Männer unter einer Beckenbodenschwäche. Das führt in der Regel zu einer Harninkontinenz und plötzlichem Urinverlust. Was kann man dagegen tun?
15.09.2026 | 5:09 minAb 18 Jahren: Gesundheits-Check-up
Der Gesundheits-Check-up dient der Früherkennung von Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Nierenerkrankungen. Dabei wird der allgemeine Gesundheitszustand überprüft, wobei der Schwerpunkt auf der Erkennung gesundheitlicher Risiken wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Übergewicht liegt. Zusätzlich wird der Impfstatus kontrolliert. Je nach individuellem Risikoprofil können zudem Blut- und Urinuntersuchungen erfolgen.
Die Untersuchung kann zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr einmalig in Anspruch genommen werden.
Annähernd die Hälfte der Menschen in Deutschland bekommt laut RKI im Laufe des Lebens Krebs. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen - bei Jüngeren zeigt sich teils ein Rückgang.
29.01.2026 | 0:36 minAb 35 Jahren: Gesundheits-Check-up und Hautkrebs-Screening
Ab dem 35. Lebensjahr haben Männer alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up. Dabei kann ein einmaliger Bluttest zur Überprüfung der Leber auf Hepatitis B oder C gemacht werden.
Alle zwei Jahre besteht zudem Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening, um Hautveränderungen möglichst früh zu erkennen.
Leberkrebs zählt zu den schwerwiegendsten Folgen einer chronischen Virushepatitis. Er wird häufig erst spät erkannt, da Betroffene teilweise jahrzehntelang nichts von ihrer Infektion mitbekommen.
28.07.2026 | 5:14 minAb 45 Jahren: Krebsvorsorge
Ab 45 Jahren wird eine jährliche Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata und der äußeren Genitalien angeboten. Von der Kasse übernommen wird dabei die Tastuntersuchung.
Zusätzlich gibt es den PSA-Test, eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA). Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Veränderungen oder Erkrankungen der Prostata hinweisen.
Eine S3-Leitlinie ist die höchste Qualitätsstufe medizinischer Leitlinien in Deutschland. Sie wird nach den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erstellt. Dafür werden wissenschaftliche Studien systematisch gesucht und bewertet. Außerdem einigen sich Fachleute in einem festgelegten Verfahren auf gemeinsame Empfehlungen. S3-Leitlinien gibt es für zahlreiche medizinische Fachgebiete. Sie sind Handlungsempfehlungen, müssen von den Krankenkassen jedoch nicht umgesetzt oder befolgt werden.
Laut aktueller S3-Leitlinie wird Männern der PSA-Test zwar empfohlen, jedoch nicht von den Kassen übernommen. Hausarzt Weber sagt: "Ich würde den PSA-Test nicht pauschal jedem Mann empfehlen, sondern gemeinsam mit dem Patienten insbesondere Alter, familiäres Risiko und persönliche Präferenzen berücksichtigen." Wichtig sei, dass Männer die Möglichkeit kennen und nach einer individuellen Beratung selbst entscheiden können, ob sie den PSA-Test in Anspruch nehmen möchten.
Die Früherkennung von Prostatakrebs wird seit rund 50 Jahren mit der Tastuntersuchung gemacht. Statt dieser sei eine PSA-Wert-Bestimmung besser, die jedoch nicht von den Kassen übernommen wird.
15.09.2025 | 5:06 minAb 50 Jahren Darmkrebsfrüherkennung
Männer ab 50 Jahren können zur Darmkrebsvorsorge zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren in Anspruch nehmen. Alternativ zur Darmspiegelung kann alle zwei Jahre ein Stuhltest auf nicht sichtbares Blut durchgeführt werden.
Wer sich zehn Jahre nach der ersten Darmspiegelung gegen eine zweite entscheidet, kann stattdessen Stuhltests machen. Bei auffälligen Tests besteht ein Anspruch auf eine Darmspiegelung zur weiteren Abklärung.
Darmkrebs gilt als Erkrankung älterer Menschen. Doch immer häufiger sind auch Jüngere betroffen. Welche Symptome auf ein Rektumkarzinom hindeuten und welche Behandlungen möglich sind.
19.10.2026 | 5:09 minZwischen 50 und 75 Jahren: Lungenkrebs-Screening für Raucher
Aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren können einmal jährlich ein Lungenkrebs-Screening in Anspruch nehmen. Ob die Voraussetzungen für die Untersuchung erfüllt sind, lässt sich in einem Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt klären.
Weber zufolge richtet sich die Empfehlung zum Lungenkrebs-Screening an Menschen, die in ein bestimmtes Raster fallen: starke und langjährige Raucher und Ex-Raucher, die mindestens 25 Jahre geraucht und mindestens 15 sogenannte Packungsjahre angesammelt haben. "Ein Packungsjahr umfasst dabei 20 Zigaretten pro Tag über ein Jahr", erläutert Weber.
Eine Rauchentwöhnung gelingt oft erst nach mehreren Versuchen. Krankenkassen übernehmen die Kosten für Nikotinpflaster und Medikamente. Was sie bringen und welche Nebenwirkungen auftreten können.
01.06.2026 | 5:15 minAb 65 Jahren: Screening auf Bauchaortenaneurysma
Männer ab 65 Jahren können eine einmalige Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader in Anspruch nehmen.
Männer nutzen Vorsorgeuntersuchungen deutlich weniger als Frauen. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der IKK classic. Demnach nutzen 76 Prozent der Frauen etwa den Gesundheits-Check-up, den Krankenkassen alle drei Jahre übernehmen. Bei den Männern sind es nur 56 Prozent. Hausarzt Lutz Weber führt das auf mehrere Faktoren zurück: Einerseits sei Krankheit bei Männern oft ein Zeichen der Schwäche, andererseits sieht er bei Männern die Sorge, dass tatsächlich etwas gefunden werden könnte. Zudem fehle Männern eine über Jahrzehnte eingeübte Vorsorgeroutine.
Quelle: dpa-Custom Content
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 03.11.26 ab 09:05 Uhr.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.