Teilnehmerin kritisiert Christian Wolf nach Body-Positivity-Dreh

- Eine Teilnehmerin wirft Fitnessunternehmer Christian Wolf vor, sie beim Dreh seines neuen Formats über Body Positivity getäuscht zu haben.
- Sie sagt, sie habe vor dem Dreh nicht gewusst, dass Wolf der Gesprächspartner ist, und einen Vertrag mit Schweigeklausel unterschreiben müssen.
- Wolf räumt ein, dass mindestens eine Frau nicht ausreichend über die Themen informiert worden sei, weist die Vorwürfe aber teilweise zurück.
Ein neues Video von Christian Wolf sorgt auf Tiktok für Diskussionen. In dem Format spricht der Fitnessunternehmer mit mehreren Frauen über Body Positivity, Übergewicht, BMI und Abnehmen.
In dem Video sitzt Christian Wolf an einem Tisch und stellt Thesen auf. Die Teilnehmerinnen sitzen um ihn herum auf Stühlen und können sich freiwillig ihm gegenüberstellen, um seine Thesen anzufechten. Bisher wurde eine Folge veröffentlicht. «In der nächsten Folge geht es noch heisser weiter», heisst es im Outro. Nun meldet sich eine Teilnehmerin öffentlich zu Wort – und erhebt Vorwürfe gegen den Fitnessunternehmer.
Eingeladen worden sei die Teilnehmerin für ein Format über Körperbild, Selbstbild, Schönheitsideale und gesellschaftlichen Druck – nicht für ein «10 gegen 1» über Body Positivity, Übergewicht und BMI. Die Frau sagt, sie sei extra nach Wien gereist. Als sie die Produktion gefragt habe, wer der Gast sei, habe es geheissen, man wisse es nicht. Einer anderen Teilnehmerin sei gesagt worden, es handle sich nicht um Christian Wolf.
Als der Vorhang aufging, trat Christian Wolf hervor
Vor Ort sei ihnen ein Vertrag mit Schweigeklausel und hohen Geldstrafen vorgelegt worden. «Diesen Vertrag sollten wir unterschreiben, bevor wir überhaupt wussten, was bei diesem Dreh überhaupt auf uns zukommen wird», sagt sie.
Dann sei der Vorhang aufgegangen. «Und wer kommt raus? Christian Wolf. Ich dachte, ich sehe nicht richtig.» Wolf habe danach Thesen auf den Tisch gelegt, auf die sich die Frauen aus ihrer Sicht nicht vorbereiten konnten.
«Du darfst vorher nichts wissen»
Besonders stört die Teilnehmerin, dass Wolf vorbereitet gewesen sei. Er habe zu seinen Aussagen Studien bereit gehabt. Die Frauen hätten dagegen nicht genau gewusst, dass es um konkrete Takes zu Übergewicht gehen werde.
Sie beschreibt die Situation als belastend. Wolf habe vier Stunden lang mit übergewichtigen Frauen über ihr Gewicht gesprochen, ohne dass diese mental darauf vorbereitet gewesen seien. «Was ich bei einem für viele so emotionalen Thema wirklich unangemessen finde», sagt sie. Ihr Fazit: «Du darfst vorher nichts wissen und nachher nichts sagen.»
Christian Wolf widerspricht
Christian Wolf reagierte inzwischen ebenfalls auf Tiktok. Er sagt, er prüfe die Vorwürfe und habe Unterlagen bei der Produktionsfirma angefragt. Bei einer Teilnehmerin habe sich ergeben, dass BMI und ähnliche Themen im Vorgespräch nicht vorgekommen seien. Sie habe also «vielleicht wirklich nicht ganz genau» gewusst, worum es gehe.
Bei anderen Teilnehmerinnen sehe es laut Wolf anders aus. In mehreren Transkripten seien BMI, Abnehmen und Übergewicht sehr wohl vorgekommen. Deshalb hält Wolf die Behauptung, niemand habe gewusst, worum es gehe, für falsch. Wer bei einem Body-Positivity-Format mitmache, müsse zudem damit rechnen, dass auch über BMI, Übergewicht und Abnehmen gesprochen werde.
«Man hätte sich nicht melden können»
Wolf betont ausserdem, niemand habe sprechen müssen. Im Format seien Thesen in den Raum gestellt worden. Danach hätten sich die Teilnehmerinnen freiwillig melden können. «Man hätte sich einfach nicht melden können», sagt er. Dass Teilnehmerinnen nach dem Dreh noch Fotos mit ihm gemacht und gepostet hätten, findet Wolf irritierend. Eine habe sich sogar entschuldigt, weil sie emotional geworden sei.
Wie stehst Du zu dem Vorgehen beim Body-Positivity-Dreh mit Christian Wolf?
Sein Fazit: Er wolle weiter untersuchen, was genau passiert sei. Gleichzeitig sagt Wolf aber: «Teilweise scheint ja einfach nicht die Wahrheit erzählt zu werden.»
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Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.
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