Fragen zu seinen Finanzen: Ehemaliger Prinz Andrew muss als Zeuge vor Gericht aussagen

Fragen zu seinen FinanzenEhemaliger Prinz Andrew muss als Zeuge vor Gericht aussagen
04.11.2026, 12:27 Uhr
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Er selbst steht zwar nicht unter Anklage, dennoch könnte ein Gerichtstermin für Andrew Mountbatten-Windsor unangenehm werden. Der Ex-Prinz ist als Zeuge geladen und wird über seinen Finanzen sprechen müssen.
Andrew Mountbatten-Windsor muss vor Gericht erscheinen. Der jüngere Bruder von König Charles III., dem sein Prinzentitel entzogen wurde, ist allerdings in diesem Fall nicht Beklagter. Der 66-Jährige wurde als Zeuge in einem Betrugsprozess gegen den Finanzberater Selman Turk vorgeladen, wie die britische BBC berichtet. Auch wenn ihm selbst kein Fehlverhalten vorgeworfen wird, könnte der Gerichtstermin dennoch unangenehm für den Ex-Prinzen werden, denn er wird sich zu seinen Finanzen äußern müssen.
Die Klägerin Nebahat Isbilen wirft Turk vor, sie getäuscht und ihr Vermögen für eigene Zwecke verwendet zu haben. Ihr ehemaliger Finanzberater bestreitet diese Vorwürfe. Mountbatten-Windsor soll bei seiner Aussage erklären, warum er Geld aus Isbilens Vermögen erhalten hat. Dass er als Zeuge herangezogen werden darf, hatte ein Richter bereits im Oktober entschieden. Für seine Aussage muss Andrew nicht unbedingt persönlich erscheinen, sie ist auch per Videoschalte möglich. Laut Informationen der BBC soll der Gerichtstermin noch dieses Jahr, vermutlich im Dezember, anstehen.
Konkret soll es bei der Aussage des ehemaligen Prinzen um zwei größere Geldsummen gehen. Isbilen behauptet, Turk habe sie zu einer Überweisung von 750.000 Pfund (umgerechnet 898.660 Euro) an Andrew veranlasst - angeblich für Hilfe bei einer Passangelegenheit. Turk behauptet dagegen, es sei ein freiwilliges Geschenk gewesen, um das Wohlwollen des ehemaligen Prinzen zu gewinnen. Andrew zahlte das Geld zurück, nachdem Isbilens Anwälte ihn 2021 kontaktiert hatten.
Im Januar 2020 soll zudem ein Betrag von 768.000 Pfund (etwa 920.230 Euro) geflossen sein. Turk bezeichnet diese Zahlung als Darlehen an Andrew für den Kauf eines Chalets in der Schweiz. Isbilen bestreitet diese Darstellung.
Ermittlungen gegen Andrew dauern an
Laut BBC ist Andrew Mountbatten-Windsor das erste Mitglied des Königshauses seit dem 19. Jahrhundert, dem eine derartige gerichtliche Vorladung als Zeuge zugestellt wurde. Dem Bericht zufolge wären es zudem die ersten öffentlichen Äußerungen des ehemaligen Herzogs von York seit dem Entzug seiner Titel.
Mountbatten-Windsor war mit dem verstorbenen US-Sexualverbrecher Jeffrey Epstein befreundet. König Charles III. hatte seinem Bruder wegen des Epstein-Skandals bereits Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen, nachdem posthum die Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Giuffre erschienen waren. An seinem 66. Geburtstag war Andrew zudem vorübergehend festgenommen worden. Sein ehemaliger und ein aktueller Wohnsitz waren wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit als britischer Handelsbeauftragter durchsucht worden.
Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang dauern weiterhin an, auch wenn zwischenzeitlich von der Polizei eingeräumt wurde, dass die genutzten Durchsuchungsbeschlüsse rechtswidrig waren, da sie auf falscher gesetzlicher Grundlage erlassen worden waren. Ob das sichergestellte Material genutzt werden kann, soll in einer für das kommende Jahr geplanten Anhörung entschieden werden. Andrew hat in der Vergangenheit jegliche Vorwürfe eines mutmaßlichen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit Epstein abgestritten.
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