Stagnierende Entwicklung und ein dicker Fauxpas: Findet Höjlund zurück in die Spur?
Unter Albert Riera zählte Oscar Höjlund noch zu den wenigen Gewinnern, nun ist er in der Mittelfeld-Hierarchie abgerutscht. Kann er sich mit seinen Eigenschaften als Zerstörer trotzdem behaupten?

Frust über seinen Fehler vor dem Gegentor zum 2:2: Mittelfeldspieler Oscar Höjlund nutzt seine Chance nicht. picture alliance/dpa
Nach schweren Wochen bei Eintracht Frankfurt dürfte Oscar Höjlund die Reise zur dänischen U-21-Nationalmannschaft guttun - sportlich wie mental. Zu Wochenbeginn führte er die Mannschaft beim 2:0 gegen Belarus als Kapitän aufs Feld. Am Freitag kommt es in der EM-Qualifikation zum Kräftemessen in Österreich, vier Tage später gastiert Belgien in Dänemark.
Höjlund bieten diese Partien die Chance, Spielpraxis zu sammeln und bestenfalls auch Selbstvertrauen zu tanken. Denn in Frankfurt hat der 21-Jährige aktuell keinen leichten Stand, nachdem er in der vergangenen Rückrunde unter Ex-Coach Albert Riera häufig von Beginn an spielen durfte. Höjlund glänzte nicht, fiel im Vergleich zu seinen Kollegen aber auch nicht ab.
Entwicklung gerät ins Stocken
"Mit der Saison und unserem Abschneiden waren wir als Team unzufrieden. Aber ich persönlich konnte einen Schritt nach vorne machen und fühle mich gut - und ich freue mich sehr über diese persönliche Entwicklung", resümierte der Mittelfeldspieler in einem kicker-Interview. Nun ist diese Entwicklung ins Stocken geraten.
Am 1. Spieltag kam Höjlund bei Union Berlin in der 79. Minute von der Bank und agierte in der Entstehung des Gegentreffers zum 3:3 zu passiv. Seinen zweiten Einsatz absolvierte er im vergangenen Heimspiel gegen den SC Freiburg, als er zur Pause Noel Aseko ersetzte und mit stümperhaftem Zweikampfverhalten an der Außenlinie das Gegentor zum 2:2-Endstand einleitete.
Hinterher zürnte Trainer Adi Hütter: "Speziell das zweite Gegentor war ein Geschenk an Freiburg. Wir sind klar in Ballbesitz, verlieren den Ball an der Außenlinie und kriegen ein sehr billiges Tor. Ähnlich wie gegen Augsburg. Das müssen wir schleunigst abstellen, dafür habe ich kein Verständnis, das ist zu wenig professionell." Auch der in dieser Szene irrlichternde Kapitän Robin Koch darf sich angesprochen fühlen.
Aseko im Vorteil
Spieler wie Höjlund müssten geduldig sein und ihre Chance nutzen, wenn sie komme, hatte Hütter vor dem Spiel gesagt. Der Däne setzte sie in den Sand und wird sich strecken müssen, um die nächste Gelegenheit zu erhalten. Allerdings: Rückschläge gehören in einem Entwicklungsprozess dazu, mit 21 Jahren steht Höjlund noch am Anfang seiner Karriere.
Doch die Konkurrenzsituation ist nicht leicht. Sollte der nach langwierigen Knieproblemen zurückgekehrte Aseko, der auf der Doppelsechs den offensiven Part neben Onyedika spielt, von Rückschlägen verschont bleiben, dürfte er gesetzt sein. Auch Mario Götze ist eine Alternative auf dieser Position. Höjlund ist als Spielertyp eher ein Zerstörer. Eine Partie wie am 5. Spieltag in Leipzig müsste ihm eigentlich liegen. Allerdings nur bei verlässlicher Zweikampfführung und mehr Positionstreue.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.