«Ihr gehört in den Knast»: Junge rechnen mit Krawallmachern ab

- Nach der Zürcher Krawallnacht üben junge Creators auf Social Media scharfe Kritik an den Randalierern.
- Content Creator Flavio Leu sagt, die Krawallmacher gehörten «in den Knast»; sein Video erhält breite Zustimmung.
- Benedikt Schmid, Präsident der Jungen Mitte, sagt: «Unsere Probleme lösen wir nicht, indem wir Autos abfackeln.»
«Meiner Meinung nach gehört ihr alle in den Knast»: Direkt und ohne Umschweife verurteilt der Zürcher Content Creator und Schauspieler Flavio Leu die jüngste Krawallnacht in Zürich aufs Schärfste. «Wenn du in der Schweiz lebst und das Gefühl hast, wir hätten in diesem Land solche Probleme, die solche Aktionen rechtfertigen, leidest du unter Realitätsverlust», betont Leu.
Die Schweiz sei «mit Abstand» eines der besten Länder, in welchen man leben kann, ein «Lottogewinn» sogar. «Wer das nicht checkt, war noch nie im Ausland», findet Leu. Er nimmt in seiner Kritik an den Krawallmachern kein Blatt vor den Mund: «Euch sollte man allen das Recht entziehen, Teil der Gesellschaft zu sein.» Am Schluss wendet er sich mit einem Ratschlag an die linksextremen Demoteilnehmer: «Sucht euch einen Job, get a life.»
Sachbeschädigungen «maximal unnötig»
Im Video spricht Leu damit zahlreichen Leuten aus der Seele: Über 320’000 Aufrufe hat das Video bisher auf Tiktok, über 600’000 auf Instagram. «Du hast es auf den Punkt gebracht», «Bingo», «Red lauter», schreiben die Userinnen und User dazu. Auch Ex-Fussballprofi Benjamin Huggel, Influencer Aditoro oder Peter Bolliger stimmen zu.
Verschiedene Personen üben aber auch Kritik: «Du in deiner wohlhabenden Influencer-Bubble leidest unter Realitätsverlust», schreibt eine Person. Nicht jeder sei privilegiert, auch die Schweiz habe zahlreiche Probleme. «Entweder man macht nichts und dreht Däumchen, bis es knallt, oder man geht die Probleme an.» Natürlich seien die Sachbeschädigungen «maximal unnötig», die meisten Demos in der Schweiz seien aber friedlich geblieben.
«Unsere Probleme lösen wir nicht, indem wir Autos abfackeln»
Die Randale hätte nicht sein müssen, stimmen Flavio zahlreiche Userinnen und User zu. «Doch die Demos waren absolut gerechtfertigt», schreibt ein Mann. «Dass wir uns in einem solchen tollen Land überlegen müssen, ob man sich überhaupt noch etwas leisten kann, dass die Preise konstant steigen und das System so einfach nicht weitergehen kann, weiss die Gen Z am besten.»
Benedikt Schmid, Präsident der Jungen Mitte, äussert sich in den sozialen Medien ebenfalls kritisch zur Krawallnacht: «Wieso macht man so einen Scheiss? Der einzige politische Impact mit einer solchen Aktion ist ein Tele-Züri-Beitrag, damit Knuschtis vor dem Fernsehen hocken und sagen können, dass sie genau darum SVP wählen.» Die jungen Menschen in der Schweiz hätten zahlreiche berechtigte Anliegen, sagt Schmid. «Es wäre wichtig, dass man uns zuhört. Aber all unsere Probleme lösen wir nicht, indem wir Autos abfackeln.»
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Daniel Krähenbühl (dk) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Er leitet das Regionennetzwerk mit Fokus auf Stadtpolitik, Kriminalität, Gesellschaft und Recherche.
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