Selbe Strecke, selbe Unternehmen: Zugunglück in Spanien weckt Erinnerungen an Vorfall im Januar

Selbe Strecke, selbe UnternehmenZugunglück in Spanien weckt Erinnerungen an Vorfall im Januar
28.10.2026, 14:05 Uhr

Erneut sterben bei einem Zugunglück in Spanien Dutzende Menschen - und erneut ist die Strecke Madrid-Sevilla betroffen. Mit einer Milliarden-Investition verspricht die Regierung zu Beginn des Jahres mehr Sicherheit. Verhindert wird das jüngste Unglück damit nicht.
In Spanien hat sich innerhalb eines Jahres das zweite schwere Zugunglück mit Dutzenden Toten ereignet. Heute Morgen stießen nahe Urda in der Provinz Toledo zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammen. Mindestens 64 Menschen starben, die Zahl der Verletzten ist noch unklar.
Zwei Waggons eines Zuges des privaten Bahnunternehmens Iryo entgleisten nach dem Zusammenstoß mit einem Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe und stürzten nach Angaben des Fernsehsenders RTVE einen Bahndamm hinunter. Nach Angaben von Esther Padilla, Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha, waren im Iryo-Zug 146 Passagiere und ein Baby an Bord. Im Zug von Renfe befanden sich demnach 397 Menschen.
Erst im Januar waren 46 Menschen ums Leben gekommen, als nahe der Stadt Adamuz in Südspanien zwei Hochgeschwindkeitszüge kollidierten. Das Unglück ereignete sich auf derselben Strecke zwischen der Hauptstadt und Sevilla im Süden, der meistbefahrenen Hochgeschwindigkeitsverbindung des Landes. Damals war ein Zug des Unternehmens Iryo, der sich aus der Stadt Málaga in Richtung Madrid begab, auf gerader Strecke entgleist. Er stieß mit einem entgegenkommenden Zug der spanischen Staatsbahn Renfe zusammen, der ebenfalls entgleiste.
Nur zwei Tage nach dem Unglück nahe Adamuz stürzte in Barcelona eine Stützmauer auf die Schienen, ein Nahverkehrszug kollidierte mit den Trümmern. Der Zugführer kam ums Leben, Dutzende Passagiere wurden verletzt.
Investition sollte Tragödien wie diese verhindern
Mit rund 4000 Kilometern Strecke hat Spanien das zweitgrößte Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz der Welt. Das schwere Unglück im Januar hatte das Land erschüttert und eine erhitzte Debatte über die Wartung der Infrastruktur und die Sicherheit der Passagiere ausgelöst.
Auch Regierungschef Sánchez war nach dem Unglück in die Kritik geraten. Damals versicherte er, es würden alle Maßnahmen ergriffen, um ähnliche Tragödien in der Zukunft zu verhindern. Die Regierung hatte daraufhin mit den Bahngewerkschaften vereinbart, 1,8 Milliarden Euro in die Bahn zu investieren, um die Instandhaltung und die Sicherheit zu verbessern und dort 3650 neue Stellen zu schaffen.
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