Hat der Rekordmeister Angst vor Amateur-Fussballern?

GC startet im Cup mit Top-Elf
Hat der Rekordmeister Angst vor Amateur-Fussballern?
Gegen Grenchen aus der fünfthöchsten Liga des Landes setzt Olaf Janssen auf dieselbe Startelf wie gegen YB. Übertriebene Vorsicht beim Rekordmeister? Der neue GC-Trainer erklärt seine Sichtweise.
Publiziert: vor 23 Minuten
- GC gewinnt im Cup gegen Fünftligist Grenchen 8:0
- Janssen wählt dafür die gleiche Startelf wie gegen YB – trotz vier Ligen Unterschied
- Hübel sieht Fortschritte, fordert aber mehr für die Super League
Benjamin GwerderRedaktor Sport
Vier Ligen liegen zwischen GC und Grenchen. Doch wer beim Cup-Auftritt des Rekordmeisters erwartet, dass Spieler geschont werden, der täuscht sich. Neo-Hopper-Coach Olaf Janssen (60) schickt exakt jene elf Spieler auf den Rasen vom Stadion Brühl, die eine Woche zuvor schon gegen YB begonnen haben. Damit macht der Deutsche auch in seinem zweiten Spiel als GC-Trainer keine Experimente.
Deutet das darauf hin, dass man bei GC mittlerweile sogar Angst vor einer Amateurmannschaft aus der fünfthöchsten Liga des Landes hat? Nicht, wenn es nach dem Deutschen geht. Dieser begründet seinen Entscheid gegenüber Blick nämlich mit der Arbeit an seinem Team. «Ich habe mich so entschieden, damit sich die Startelf noch mehr findet. Weil da ganz viele Dinge neu sind.» Für ihn zähle deshalb jede Spielminute.
Hübel: «Müssen noch einen Zacken zulegen»
Zumindest die Bilanz dieses Abends gibt dem Trainer recht: Mit dieser Elf lassen sich die Amateure problemlos bezwingen. Acht Tore schenkt GC den Grenchnern ein. Janssen bekommt seinen ersten Sieg als GC-Trainer – und seine Spieler dank der Überlegenheit reichlich Gelegenheit, sich an die neuen Vorgaben zu gewöhnen.
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«Jungs stehen hinter dem neuen Weg»:GC-Trainer Janssen freut sich über seinen ersten Sieg
Genau so erlebt auch Marvin Hübel die Partie. «Am Schluss war es ein bisschen wie ein Trainingsspiel für uns, wir konnten viele Sachen ausprobieren», sagt der Torhüter. Er spürt, wie viel sein neuer Trainer bewegen will. «Er ist sehr engagiert, er probiert, uns seine Prinzipien mitzugeben.»
Trotzdem ist der Rückhalt der Mannschaft gegenüber Blick auch selbstkritisch. Für die Super League müsse GC dann doch «noch einen Zacken zulegen».
Strategie erfüllt zwei Zwecke
Janssen selbst wehrt sich gegen die Bezeichnung Trainingsspiel. Oft genug habe er schon erlebt, wie eine solche Cup-Partie plötzlich kippen könne. «Von daher sind wir das super seriös angegangen.»
Seine Aufstellung erfüllt ausserdem gleich zwei Zwecke: GC lässt gegen Grenchen nichts anbrennen und sammelt gemeinsame Spielpraxis.
Dass andere dafür zunächst zuschauen müssen, bedeutet laut Janssen nicht, dass sie abgehängt sind. Auch die Ersatzspieler hätten in der letzten Woche grosse Fortschritte gemacht. «Die Konkurrenz ist grösser geworden und stärker geworden.»
Gegen Grenchen bleibt Janssen trotzdem bei seiner bewährten Elf. Dass er den Gegner unterschätzt hat, muss er sich so sicher nicht vorwerfen lassen.
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