«Arena» zu den Wahlen 2027 – FDP, Mitte und GLP im Schwitzkasten der Pole

In rund einem Jahr wählt die Schweizer Stimmbevölkerung ein neues Parlament. Auf welchem Kurs sich die Parteien befinden, zeigt das am Freitag erschienene Wahlbarometer von Sotomo im Auftrag der SRG.
- Manuel Strupler, Mitglied Parteileitungsausschuss SVP
- Mattea Meyer, Co-Präsidentin SP
- Benjamin Mühlemann, Co-Präsident FDP
- Philipp Matthias Bregy, Präsident Die Mitte
- Greta Gysin, Fraktionspräsidentin Grüne
- Patrick Hässig, Vizepräsident GLP
Mit der SVP verzeichnet die grösste Partei gemäss Barometer auch den grössten Zuwachs. «Die Umfrage zeigt ganz klar, dass die Schweiz genug hat vom Asylchaos, von der Bürokratie und sie will die Unterwerfung vor der EU nicht», interpretiert Manuel Strupler, Mitglied des Parteileitungsausschusses der SVP. Bei der SVP bekäme man, was versprochen werde, so der Thurgauer Nationalrat.
Auch am anderen Pol des Parteienspektrums herrscht Freude. Die SP kann gemäss Wahlbarometer um einen Prozentpunkt zulegen. «Wir möchten eine Schweiz schaffen, die die Bedürfnisse der Menschen ins Zentrum stellt», sagt SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer. Ihre Partei lege den Schwerpunkt auf die Kaufkraft, den Klimaschutz und die Gleichstellung.
In diesen Zeiten brauchen die Menschen keine polarisierten Grabenkämpfe.
Weniger positiv fallen die Umfragewerte für die FDP (minus 1 Prozentpunkt) und die Mitte (minus 1.5 Prozentpunkte) aus. Bei Sachabstimmungen entscheide sich die Bevölkerung dennoch oft für die Lösung und nicht für Ideologie oder Polemik, beschwichtigt Mitte-Präsident Philipp Matthias Bregy. Die Mitte biete Hand für konstruktive Lösungen, halte jedoch nicht viel von Problembewirtschaftung, stellt der Walliser Nationalrat klar.
FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann kämpft ebenfalls gegen die Polarisierung an: «In diesen Zeiten brauchen die Menschen keine polarisierten Grabenkämpfe.» Auch er verweist auf vergangene Abstimmungen, in welchen die FDP oftmals siegreich gewesen sei. So nahe am Volk wie die FDP sei offensichtlich keine andere Partei, bilanziert der Glarner Ständerat.
Auch die GLP gehört zu den Verliererinnen des Wahlbarometers. Im Vergleich zur letzten Umfrage fällt der Verlust jedoch nicht mehr so hoch aus – bemerkt auch Vizepräsident Patrick Hässig. Seine Partei vertrete klare Haltungen: «Wer die GLP wählt, wählt eine starke Schweiz in einem vernetzten Europa. Wer die GLP wählt, wählt saubere Energie.» Solch klare Positionsbezüge könne nicht jede Partei von sich behaupten, stichelt der Zürcher Nationalrat.
Sandro Brotz knöpft sich Parteispitzen einzeln vor:
Keine Sorgen macht sich derweil die Grünen-Fraktionspräsidentin Greta Gysin: «Wir werden nach den nächsten Wahlen wieder über 10 Prozent sein und damit auch weiterhin einen arithmetischen Anspruch auf einen Bundesratssitz haben.» Es sei nämlich höchste Zeit, dass «ehrliche Klimapolitik» Einzug in den Bundesrat erhalte, fordert die Tessiner Nationalrätin. Bei der Ersatzwahl für den abtretenden Bundesrat Guy Parmelin blase ihre Partei jedoch nicht zum Angriff.
Seit Donnerstagmorgen liegt eine erste offizielle Kandidatur vor. «Céline Amaudruz ist eine sehr gute Kandidatin. Sie ist keinesfalls ein Leichtgewicht in unserer Partei», konstatiert Manuel Strupler. Je nach Departementswechsel könnte das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement EJPD frei werden. Vor diesem Hintergrund findet Strupler auch für seinen Kantonskollegen und SVP-Asylchef wohlwollende Worte: «Pascal Schmid wäre prädestiniert für das EJPD.»
Spekulationen zufolge könnte Beat Jans ins Wirtschaftsdepartement wechseln wollen – wenig erfreut zeigt sich darüber Benjamin Mühlemann. Im Wirtschaftsdepartement brauche es Gespür für Unternehmerinnen und Unternehmer und eine Partei, die dies stütze. Dies könne man von der SP nicht behaupten, kritisiert er. Auch um Verteidigungsminister Martin Pfister kursieren Gerüchte bezüglich eines Departementwechsels. «Er macht ausgezeichnete Arbeit im VBS. Ich kann mir vorstellen, dass er in seinem Departement bleibt. Doch schlussendlich ist das sein Entscheid und jener seiner sechs Kollegen», so Philipp Matthias Bregy.
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