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Thursday, October 15, 2026

Bedrohte Fischart – Première nach 25 Jahren: 50 Nasen in der Saane entdeckt

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  • In der Saane bei Freiburg sind rund 50 Nasen fotografisch festgehalten worden.
  • Das ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Renaturierung.
  • Es kommt auch anderen Tierarten zugute.

Das Fotografieren von Flussfischen erfordert einen gewissen Aufwand. Um die Kamera eintauchen zu lassen und dabei trotzdem trockene Füsse zu behalten, hat Michel Roggo sein Gehäuse am Ende einer langen Stange befestigt. Dies ermöglicht ihm, die Tiere weniger zu stören, wie er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) erklärt.

Wie Michel Roggo arbeitet im Beitrag von RTS:

So hat der auf Wasserflora und ‑fauna spezialisierte Fotograf Anfang Oktober eine unerwartete Entdeckung gemacht: «Ich sah einen grossen Fisch vorbeischwimmen. Zuerst dachte ich, das kann nicht sein. Doch ich war mir sicher, dass es eine Nase war. Und dann kamen immer mehr. Es war sehr bewegend.»

Insgesamt hat Roggo rund 50 Nasen beobachtet. Eine so grosse Gruppe war im Kanton Freiburg seit 25 Jahren nicht mehr gemeldet worden.

Einst sehr häufig in der Schweiz

Die Nase ist heute in der Schweiz vom Aussterben bedroht. Doch das war nicht immer so. Früher wurden sie oft gefangen und gegessen. «Für mich ist es sehr besonders», sagt der Fotograf. «Als ich noch ein Kind war, gab es Zehntausende von ihnen.»

Im Laufe der Jahrzehnte ist die Population stark zurückgegangen. Der Mensch habe die Art lange geschwächt, sagt Manuel Pompini, der Verantwortliche für die Wasserfauna des Kantons Freiburg.

«Der Mensch hat wirklich alles daran gesetzt, dass wir keine Nasen mehr haben», betont er. «Aber was den Fischen schliesslich den Garaus gemacht hat, war die Verschlechterung der Lebensräume. Das ist es, was wir verbessert haben. Das war nicht innerhalb von einem Jahr oder zwei Jahren erledigt, sondern ein Prozess, der seit zwanzig, dreissig oder vierzig Jahren läuft und dazu führt, dass wir heute wieder ein passendes Habitat haben.»

Ein Fisch schwimmt unter Wasser in grünlicher Umgebung.
Legende: In der Schweiz ist die Nase heute vom Aussterben bedroht. RTS

In den vergangenen Jahren wurden mehrere Massnahmen ergriffen, um die Saane für die Wasserfauna wieder freundlicher zu gestalten. Unter anderem wurde Kies ins Flussbett geschüttet, und von der Rossens-Staumauer aus wurde künstliches Hochwasser ausgelöst, um eine natürliche Flussdynamik wiederherzustellen.

Diese Eingriffe kommen nicht nur der Nase zugute, sondern auch anderen Arten, wie der Forelle oder der Äsche. Aber: Auch nach ihrer Rückkehr bleibt die Nase meist verborgen. Als Michel Roggo gemeinsam mit RTS an das Ufer der Saane zurückkehrt, finden sie keine Nasen vor.

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