Sanela Health AG – Aus für das elektronische Patientendossier der Post – was nun?

Die Post stellt Ende November ihr elektronisches Patientendossier (EPD) über die Tochtergesellschaft Post Sanela Health AG ein. 70'000 Personen sind betroffen, die Post informiert diese derzeit per E-Mail über das weitere Vorgehen. Viele aber sind skeptisch gegenüber diesem Schreiben, da ein darin enthaltener Link an Phishing-Mails erinnert. Post-Sprecher Patrick Stöpper räumt im Interview ein, dass die bisherige Information nicht ideal war.
Patrick Stöpper
Mediensprecher Post
Patrick Stöpper ist seit 2024 Mediensprecher der Schweizerischen Post. Zuvor war er unter anderem bei der Migros tätig.
SRF: Viele Kundinnen und Kunden haben sich über das Mail der Post gewundert. Können Sie das nachvollziehen?
Patrick Stöpper: Wir haben uns das Informationsschreiben an unsere Nutzerinnen und Nutzer noch einmal angeschaut und nun den fraglichen Link angepasst. Dieser hat zunächst ein wenig nach einer postfremden Adresse ausgesehen – jetzt ist er näher bei der Post respektive bei Sanela.
Die Betroffenen haben nun drei Optionen. Eine davon ist, dass man mit dem elektronischen Patientendossier zur Stammgemeinschaft Cara wechselt, also zu einem anderen Anbieter. Wie läuft das genau ab?
Wer sich für diese Variante entscheidet, muss sein Einverständnis zur Übertragung der Daten geben. Ab dann ist alles automatisiert. Es geht dann aber eine Weile, bis man wieder ein Lebenszeichen bekommt, weil die Migration von unserem Patientendossier zur Cara erst nach dem Ablauf der Frist passiert, also nach dem 30. November.
Ein Grund, weshalb die Post das elektronische Patientendossier einstellt, ist, dass der Bund ein eigenes solches Dossier einführt. Doch wann dieses eingeführt wird, ist bisher nicht absehbar. Dennoch hat der Grundsatzentscheid des Bundes dem Post-Angebot den Todesstoss gegeben, erklärt Post-Sprecher Patrick Stöpper:
«Nach dem Entscheid des Bundesrats für die Neuausrichtung des elektronischen Gesundheitsdossiers ist bei uns die Nachfrage zusammengesackt. Da mussten wir uns als Unternehmen fragen, wie es weitergehen soll. Wir haben verschiedene Optionen angeschaut und uns dann dafür entschieden, das elektronische Patientendossier in dieser Form einzustellen. Aber wir wollen unseren Nutzerinnen und Nutzern einen geordneten Abschluss und eine geordnete Übergabe bieten können.»
Die zweite Option ist, dass die Daten aus dem elektronischen Patientendossier, also auch sensible Daten, in den sogenannten «Gesundheitsordner» in der Post-App verschoben werden. Wie sicher ist das?
Für den Zugang zur Post-App muss man sich mit der Swiss-ID anmelden, das ist bereits eine eingebaute Sicherheitshürde. Auch sonst haben wir aber auch darauf geachtet, dass die Datenschutzanforderungen von unserer Seite her eingehalten werden. Wir halten uns dabei an die international anerkannten Standards für Informationssicherheit.
Die Post hat einen Telefon- und E-Mail-Support für betroffene Kundinnen und Kunden eingerichtet.
- Telefon: 0800 55 88 02
- E-Mail: support.sanela@post.ch
Laut Post ist der Kundendienst ausser an gesetzlichen Feiertagen von Montag bis Freitag von 7 Uhr bis 19 Uhr und am Samstag von 7:30 Uhr bis 13 Uhr erreichbar.
Es gibt noch eine dritte Option, nämlich dass man die Daten einfach bei sich auf den persönlichen Computer herunterlädt. Wie sicher ist denn das?
Ich bin kein IT-Experte. Aber ich würde das sicher nicht in einem öffentlichen WLAN machen, sondern in einem geschützten Netzwerk zu Hause. Faktisch geht die Verantwortung auf den Nutzer oder die Nutzerin über, wenn die Dokumente aus dem elektronischen Gesundheitsdossier heruntergeladen werden. Das heisst: Sie müssen dann schauen, wie sicher Ihr Gerät ist. Das ist auch der Grund, warum wir die drei verschiedenen Optionen anbieten.
Wir wollen eine Lösung finden, die den gesetzlichen Bestimmungen entspricht und auch die Anforderungen an den Datenschutz erfüllt.
Die Post stellt ihr elektronisches Patientendossier auf Ende November ein. Was passiert mit den Daten, wenn jemand nicht reagiert? Werden die Daten einfach gelöscht?
Wir hoffen schon, dass wir unsere Nutzerinnen und Nutzer erreichen. Sollte sich jemand gar nicht melden, schauen wir im Moment, welche Lösungen wir anbieten können, auch mit möglichen Partnern wie anderen Anbietern oder Behörden. Wir wollen eine Lösung finden, die den gesetzlichen Bestimmungen entspricht und auch die Anforderungen an den Datenschutz erfüllt.
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