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Tuesday, October 13, 2026

Autosalon Paris – Europa stemmt sich gegen die Flut chinesischer Autos

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Die chinesischen Autohersteller sind drauf und dran, Europa mit ihren Fahrzeugen zu überrollen. Das zeigt sich derzeit am Autosalon in Paris. Derweil versuchen die europäischen Autokonzerne zusammen mit der Politik, sich dieser Entwicklung entgegenzustemmen. Wirtschaftsredaktor Matthias Heim erläutert die Folgen für Europa.

Matthias Heim

Wirtschaftsredaktor

Matthias Heim hat in Bern und Stockholm Wirtschaftsgeschichte studiert. Seit 2007 arbeitet er für Radio SRF, seit 2016 ist er Wirtschaftsredaktor. Seine Spezialgebiete sind Energie, Mobilität, Tourismus und Detailhandel.

Wieso drängen die chinesischen Hersteller derzeit nach Europa?

Das hat vor allem mit den Entwicklungen in China zu tun: Dort findet ein ruinöser Wettbewerb zwischen den einheimischen Herstellern statt, weil die Nachfrage nach neuen Autos eingebrochen ist. Faktisch werden derzeit Millionen von Fahrzeugen zu viel produziert. Die chinesischen Hersteller setzen nun alles daran, einen Teil davon in Europa zu verkaufen.

Sind das gute Nachrichten für die europäischen Konsumentinnen und Konsumenten?

Die Auswahl an Fahrzeugen ist zurzeit so gross wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Anzahl der Marken hat in Europa – je nach Land – innerhalb weniger Jahre um 10 bis 30 Prozent zugenommen. Gleichzeitig führt der Wettbewerb zwischen den Marken mittlerweile auch in Europa zu einem harten Preiskampf, insbesondere im Bereich der Hybrid-Fahrzeuge, auf die sich die chinesischen Hersteller spezialisiert haben. Etliche dieser Produzenten gewähren teilweise stattliche Rabatte, um so ihren Absatz zu steigern.

Weisses Auto auf einer Ausstellungsfläche.
Legende: Der chinesische Hersteller Chery (im Bild) ist daran, sich auch in der Schweiz zu etablieren. SRF / Matthias Heim

Am Autosalon in Paris präsentiert sich gleich eine Vielzahl an neuen Marken dem europäischen Publikum. Nebst der inzwischen in Europa etablierten Marke BYD kommen etliche weitere Anbieter hinzu: Sie heissen Aito, Chery, Geely, Li Auto oder Zeekr.

Die grössere Vielfalt zeigt sich insbesondere bei den Elektroautos und den Hybrid-Fahrzeugen. Die chinesischen Hersteller haben sich vor allem auf diese beiden Antriebsarten spezialisiert und setzen deshalb im zukunftsträchtigen Bereich die europäische Konkurrenz unter Druck. Den Markt mit den Verbrennungsmotoren überlassen sie den Europäern.

Was bedeutet diese Entwicklung für die europäischen Hersteller?

Die Autokonzerne treten am Autosalon zwar selbstbewusst auf. Gleichzeitig wissen sie nur zu gut, dass diese Flut an chinesischen Autos den gesamten Markt in Europa umkrempeln dürfte. Es bleiben derzeit zwei Optionen: so rasch wie möglich ihre Kosten senken, um konkurrenzfähig zu bleiben, und ihre Modellpalette anpassen.

Drei Männer in Anzügen stehen auf einer Bühne vor einem grossen europäischen Banner.
Legende: Der französische Industrieminister Sébastien Martin (links) und VW-Chef Oliver Blume (Mitte) fordern gleich lange Spiesse für europäische und chinesische Autohersteller. Gleichzeitig unterstützen sie politische Massnahmen, um den Import von Hybrid-Fahrzeugen aus China zu begrenzen. SRF/Matthias Heim

Wie können die europäischen Autokonzerne ihre Produktion anpassen?

Sie müssen grundsätzlich ihre Produktion deutlich verschlanken. So hat der VW-Konzern beispielsweise angekündigt, seine 150 Modelle auf rund 75 zu reduzieren. Zudem müssen sie in der Massenproduktion effizienter werden. So sind etwa die neuen elektrischen Kleinwagen der Marken VW, Skoda und Cupra nahezu identisch: Die Autos unterscheiden sich nur äusserlich, bei der Technik sind 80 Prozent der Komponenten baugleich. Zudem produziert VW diese Fahrzeuge lediglich an zwei Standorten in Spanien in unmittelbarer Nähe zur Batteriefabrik. Dieser Umstand vereinfacht die Produktion erheblich.

Im Zuge des Iran-Kriegs sind die Preise für Benzin und Diesel in vielen Ländern deutlich gestiegen. Diese Entwicklung hat gerade in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass die Menschen deutlich mehr Elektroautos gekauft haben. Beim Volkswagenkonzern sind inzwischen 40 Prozent der neu bestellten Fahrzeuge rein elektrisch, beim französischen Konkurrenten Renault sind es gut 30 Prozent.

Allerdings hat diese rasche Zunahme etliche europäische Hersteller auf dem falschen Fuss erwischt: Zum Teil betragen die Lieferfristen für neue Elektroautos derzeit bis zu einem Jahr.

Die Höhepunkte am diesjährigen Autosalon in Paris

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  • Bild 1 von 15. Es ist der Hingucker auf dem Autosalon: der 2CV von Citroën, genannt «die Ente». Der französische Autohersteller plant, das legendäre Modell im Jahr 2028 als Elektroauto auf den Markt zu bringen. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 2 von 15. Das Interieur des 2CV ist wie das Chassis an das Original von 1948 angelehnt. In Europa soll die Neuauflage des Klassikers ab 15’000 Euro erhältlich sein. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 3 von 15. Auch andere europäische Hersteller wollen ihre Zukunftsfähigkeit beweisen: Opel präsentiert beispielsweise ein futuristisches Konzeptauto … Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 4 von 15. ... und auch Renault zeigt seine Vision der automobilen Zukunft: So könnte dereinst die Neuinterpretation des «Espace» aussehen, selbstredend als Elektroauto. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 5 von 15. Gleichzeitig ist in Paris die Präsenz der chinesischen Hersteller nicht zu übersehen. Angefangen mit der inzwischen in Europa höchst erfolgreichen Marke BYD des gleichnamigen Konzerns aus Shenzhen. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 6 von 15. Hinzu kommt die neue Oberklassemarke von BYD mit dem Namen Denza, die den gestandenen Sportwagen wie Porsche Konkurrenz macht. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 7 von 15. Doch auch neue Marken aus China zeigen sich in Paris – und begrüssen das europäische Publikum gleich selbst. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 8 von 15. Aito ist eine chinesische Marke, die seit 2023 im Besitz des Technologiekonzerns Huawei ist. Am Autosalon in Paris haben sie nun angekündigt, in Europa Fuss fassen zu wollen. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 9 von 15. Die Modelle von Zeekr hingegen sind schon auf europäischen Strassen unterwegs, auch in der Schweiz. Neu ergänzt ein grosser Luxus-SUV die Modellpalette. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 10 von 15. Allerdings zeigen neue Firmen aus China, dass es auch kleiner geht: Linktour etwa baut kleine Elektrofahrzeuge für Innenstädte ... Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 11 von 15. ... Gleiches gilt für Geely (im Bild). Die Marke aus dem gleichnamigen Konzern kommt diesen Herbst in die Schweiz. Fast gleichzeitig will auch Chery seine Autos an die Kundschaft bringen. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 12 von 15. Gleichzeitig zeigen die chinesischen Hersteller in Paris, dass sie durchaus auch der Reiselust der europäischen Bevölkerung Rechnung tragen wollen ... Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 13 von 15. ... genauso wie dem Wunsch, mit dem Auto einen Abstecher in unwegsames Gelände machen zu können. So ist etwa die Firma 212 auf geländegängige Fahrzeuge spezialisiert. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 14 von 15. Xpeng wiederum versteht sich als Technologiefirma, ähnlich wie Tesla: Das Unternehmen stellt nicht nur Elektroautos her, sondern auch eigene Chips, die sie für ihre Roboter verwendet ... Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

  • Bild 15 von 15. ... oder Drohnen, die sich im eigenen Auto transportieren lassen. Solche Personendrohnen sind nicht mehr Science-Fiction, sondern in China bereits im Einsatz. Bildquelle: SRF / Matthias Heim.

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