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Thursday, October 29, 2026

Sofa auf Stollenreifen: Das vollgefederte Fat-E-Bike Himiway D5 2.0 ST im Test

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Vollfederung, 4-Zoll-Reifen und ein umschaltbarer Sensor: Das Himiway D5 2.0 ST ist ein komfortables Fat-E-Bike mit tiefem Einstieg für 2599 Euro.

Wer beim Himiway D5 2.0 an ein gewöhnliches Fat-E-Bike denkt, unterschätzt es. Vorn federt eine Gabel mit 10 cm Federweg, hinten ein Mehrgelenk-Hinterbau mit 13 cm, dazu rollt das Rad auf Maxxis-Reifen im Format 26 × 4 Zoll, angetrieben von einem Nabenmotor mit 90 Nm im Hinterrad. Seine eigentliche Besonderheit steckt in der Sensorik, denn während der Fahrt umstellbar steuert ein Drehmoment- oder ein Trittfrequenzsensor den Motor. Himiway bietet das eSUV mit Diamantrahmen, als Tiefeinsteiger ST und als ST mit 20-Zoll-Rädern an. Im Test fahren wir das ST mit 26-Zoll-Rädern, das bei Himiway 2599 Euro kostet und derzeit einen 20-Ah-Zweitakku mitbringt.

Ganz fremd ist uns die Marke nicht. Das Himiway D7 Cobra (Testbericht) federt ebenfalls vorn und hinten, rollt auf 4,8 Zoll breiten Reifen und bringt 960 Wh, 86 Nm sowie 40 kg mit. Der Tiefeinsteiger Himiway D3 Cruiser Step-Thru (Testbericht) verzichtet auf eine Hinterradfederung, wiegt mit 32 kg aber weniger und bringt 840 Wh sowie 80 Nm mit. Ähnlich ausgelegt sind außerdem das vollgefederte Mokwheel Obsidian (Testbericht) mit 940 Wh, 65 Nm und 35 kg sowie das Engwe E26 3.0 Pro (Testbericht), das auf einen Mittelmotor mit 100 Nm und 3 Zoll breite Reifen setzt. Ob das 41 kg schwere Fat-E-Bike mehr kann, als nur bequem zu sein, klärt unser Test.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Gut in Schaumstoff gepolstert kommt das D5 2.0 bei uns an. Auspacken und Montieren gehen leichter von der Hand als bei vielen anderen E-Bikes dieser Klasse, sodass wir inklusive Auspacken nach weniger als einer Stunde fertig sind. Allein klappt der Aufbau zwar, beim Vorderrad hilft aber ein zweites Paar Hände, weil sich der schwere Rahmen nur mühsam halten lässt. Vor der ersten Fahrt pumpen wir die Reifen auf, die mit sehr wenig Luft ankommen. Die Anleitung gibt es nur auf Englisch.

Beim Tiefeinsteiger liegt die Überstandshöhe des Rahmens aus 6061-Aluminium bei 49 cm, der Diamantrahmen kommt auf 70 cm. Neben unserem Mattblau stehen drei Grautöne zur Wahl: Matt Teal, Mattgrau und Hellgrau. Der matte Lack liegt gleichmäßig auf, die Schweißnähte sind sauber gezogen. Am Hinterbau prangt neben Umlenkhebel und Stahlfederbein der Schriftzug „D5 2.0“. Dass Himiway mitgedacht hat, zeigen die Details: Ein Bügel schützt das Schaltwerk, ein Ring das Kettenblatt und ein Schoner die Kettenstrebe. Nur vorn macht die Ordnung Pause: Die Züge laufen gebündelt in mehreren Spiralschläuchen wild vor dem Steuerrohr hin und her. Gelegentlich schieben sie sich auch vor das Frontlicht.

Himiway D5 2.0 ST

Himiway D5 2.0 ST heise bestenlisten

Mit 41 kg ist das D5 2.0 ein Schwergewicht und wiegt noch etwas mehr als das Himiway D7 Cobra (Testbericht) mit 40 kg. Dafür trägt es einiges, laut Typenschild liegt das zulässige Gesamtgewicht bei 200 kg, was knapp 160 kg Zuladung ergibt. Auf dem Gepäckträger sind maximal 27 kg aufgedruckt, Himiway nennt auf seiner Webseite 54 kg. Gepäck befestigt man über das Klicksystem MIK HD, zu dem der Träger kompatibel ist: Körbe oder Taschen mit passender Adapterplatte rasten direkt ein und lassen sich ebenso schnell wieder abnehmen. HD steht dabei für die verstärkte Variante, die auch Kindersitze trägt.

Zur Ausstattung gehören Schutzbleche aus Kunststoff vorn und hinten sowie ein Seitenständer am Hinterbau. An Reflektoren fehlt es ebenfalls nicht, sie leuchten weiß vorn, rot am Gepäckträger, gelb an den Pedalen und orange in den Speichen. Den Wasserschutz gibt Himiway mit IPX5 für das Rad und IPX6 für den Akku an.

Lenker & Display

Der 68 cm breite Lenker ist nach hinten gebogen, sein Vorbau lässt sich anders als beim Himiway D7 Cobra (Testbericht) zwischen 0 und 60 Grad verstellen. Die ergonomischen Griffe mit Handballenauflage sind verschraubt und bleiben auch auf längeren Fahrten bequem.

Himiway D5 2.0 ST Bilder

Himiway D5 2.0 ST

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Himiway D5 2.0 ST

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Links liegt die Bedieneinheit mit Tasten für Ein/Aus, Plus, Minus, M und die Blinker, darunter ein Daumenhebel, den Himiway auf seiner Webseite „Daumengasgriff“ nennt. Ganz so wild ist er nicht: Er beschleunigt nur bis 6 km/h und ist damit eine legale Anfahrhilfe. Beim hohen Gewicht hilft er auch als Schiebehilfe, etwa auf dem Weg aus dem Keller oder eine Rampe hinauf. Rechts schaltet ein Shimano-Trigger mit Ganganzeige, beide Bremshebel unterbrechen den Motor.

Mittig am Lenker sitzt ein 3,5 Zoll großes Farbdisplay, das sich neigen lässt und auch in praller Sonne gut ablesbar bleibt. Neben Tempo, Unterstützungsstufe und Sensormodus zeigt es die Akkuspannung in Volt sowie Tages- und Gesamtkilometer. Ein Wechselfeld liefert auf Wunsch Durchschnitts- und Höchsttempo, Leistung in Watt, Fahrzeit, Kalorien und CO₂-Ersparnis, für Statistikfans auch die eigene Tretkraft in Nm samt Trittfrequenz. Eine Restreichweite sucht man vergeblich, ebenso einen USB-Port, den D7 Cobra (Testbericht) und D3 Cruiser Step-Thru (Testbericht) noch hatten. Auch auf App, GPS-Ortung und Alarmanlage verzichtet Himiway.

Wer tiefer einsteigen will, öffnet mit dem Passwort 0510 aus der Anleitung das Einstellmenü. Dort lassen sich Höchsttempo (6 bis 25 km/h), Schiebehilfe (3 bis 6 km/h), Drehmoment je Stufe, Unterstützungsfaktor und Ansprechverhalten anpassen. Mehr als 25 km/h gibt das Menü nicht frei.

Himiway D5 2.0 ST

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Für Licht sorgt ein Frontscheinwerfer mit 120 Lux und 500 Lumen, der am 48-V-Akku hängt. Weil er auf Lenkerhöhe sitzt und mitlenkt, leuchtet er auch Kurven aus, blenden muss er dank Justierung niemanden. Hinten arbeitet in jeder Sitzstrebe ein Rücklicht samt Bremslicht, beide am Akku, wo beim D7 Cobra noch ein batteriebetriebenes Rücklicht beilag. Doppelt hält hier nicht nur besser, es ist auch erlaubt, denn die StVZO verlangt mindestens eine Schlussleuchte.

In den Rücklichtern stecken zudem Blinker, die man über die Tasten links setzt, während ein Pfeil im Display die Richtung anzeigt. Hält man beide Tasten lange gedrückt, schaltet sich der Warnblinker ein. Auch wenn vorn keine Blinker sitzen, sind sie ab Werk eine tolle Sache und erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr. Einen Haken hat die Lösung aber: Die StVZO erlaubt am Fahrrad nur Blinker, die nach vorn und hinten wirken und nicht in andere Leuchten integriert sind. Beides erfüllt das D5 2.0 nicht (§ 67 StVZO, Absatz 2 und 5). Eine Klingel liegt bei, auf eine elektrische Hupe verzichtet Himiway.

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Fahren

Im Hinterrad arbeitet der Nabenmotor Himiway R530 mit 250 W Nennleistung laut Typenschild und 90 Nm Drehmoment. Bei unseren Testfahrten läuft er so ruhig, dass die Reifen ihn locker übertönen.

Spannend wird es, sobald man die Taste M lange drückt: Dann wechselt das D5 2.0 zwischen Drehmoment- und Trittfrequenzsensor, auf Wunsch auch während der Fahrt. Der Drehmomentsensor misst die Kraft auf den Pedalen und verstärkt sie, was sich natürlich anfühlt, da der Motor ohne Ruck nachschiebt. Der Trittfrequenzsensor registriert dagegen nur die Drehung der Kurbel und unterstützt dann gleichmäßig, egal, wie fest man tritt. Sein Einsatz kommt spürbar verzögert, beim Anfahren hilft deshalb der Daumenhebel nach.

Gerade diese Wahl macht den Reiz des Rads aus. Im Trittfrequenzmodus verlieren Steigungen ihren Schrecken, weil der Motor ordentlich anschiebt, ohne dass man fest treten muss. Wer es noch entspannter mag, kann sogar geisterpedalieren: hohe Geschwindigkeit, niedriger Gang, die Pedale nur leer mitdrehen. Schon springt der Motor an, obwohl man selbst kaum Kraft aufwendet. Sportlichen Fahrern und allen, die ein natürliches Fahrgefühl schätzen, liegt der Drehmomentsensor näher. Neben einer Automatik stehen fünf Stufen von Eco+ über Eco, Tour und Sport bis Turbo bereit. Sie begrenzen die Kraft und nicht die Endgeschwindigkeit: Voreingestellt erlaubt Eco+ 18 Nm, Eco 36, Tour 54, Sport 72 und Turbo 90 Nm, wobei sich die Werte im Menü anpassen lassen.

Himiway D5 2.0 ST

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Vorn federt eine RST Guide mit 10 cm Federweg, Lockout und einstellbarer Zugstufe, hinten ein Mehrgelenk-Hinterbau mit Stahlfeder und 13 cm. Beide dämpfen und fühlen sich auch auf Wurzel-Trails sicher an. Das Himiway D3 Cruiser Step-Thru (Testbericht) musste noch ohne Hinterbaufederung und mit ungedämpfter Gabel auskommen, beim D5 2.0 bügelt das richtig gute Fahrwerk zusammen mit den dicken Reifen Wurzeln, Schotter und schlechte Straßen glatt. Auf Asphalt hilft der Lockout der Gabel. Für besonders anspruchsvolle Trails ist das Fat-E-Bike jedoch zu schwer, auf Wald- und Feldwegen reicht seine Wendigkeit aber locker aus.

Beim Bremsen setzt Himiway auf hydraulische Scheibenbremsen vom Typ Tektro E3520 mit Mineralöl und 18-cm-Scheiben vorn und hinten. Nach dem Einbremsen packen sie kräftig zu, lassen sich gut dosieren und funktionieren auch bei Nässe.

Auch bei der Schaltung legt Himiway nach. Statt der einfachen 7-Gang-Schaltung, die wir beim Himiway D7 Cobra (Testbericht) und beim D3 Cruiser kritisiert haben, schaltet hier eine Shimano Acera mit acht Gängen. Die Kassette reicht von 11 bis 42 Zähnen, vorn sitzt ein 52er-Kettenblatt. Die Gänge wechseln präzise, die Bandbreite genügt.

Die Maxxis Minion, vorn als FBF und hinten als FBR, sind tubeless-fähig und krallen sich auf Sand, Schlamm und Schotter regelrecht fest. Auf Asphalt brummen sie hingegen laut und rollen mit spürbarem Widerstand, was der starke Motor aber mühelos wegsteckt.

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Der Sattel aus Memory-Schaum ist mit 26 cm Breite fast ein kleines Sofa, sehr bequem, für manche Fahrer aber wohl zu breit. Himiway empfiehlt das Rad für 155 bis 195 cm Körpergröße, die Sattelhöhe reicht von 85 bis 101 cm. Für unseren 186 cm großen Testfahrer ist die 35 cm lange Stütze dennoch zu kurz. Größere Fahrer rüsten deshalb eine längere Stütze mit 33,9 mm Durchmesser nach, etwa die Ergotec Atar mit 55 cm, die bei Amazon 37 Euro kostet.

Mit 203 cm Länge und 126 cm Radstand liegt das D5 2.0 bei 25 km/h ruhig und spurstabil auf der Straße, sein Gewicht spürt man während der Fahrt praktisch nicht. Erst beim Rangieren oder ohne Motor trägt jedes Kilo spürbar auf.

Akku

Im Unterrohr steckt ein 48-V-Akku mit Zellen im Format 21700, die laut Hersteller von Samsung oder LG stammen. Himiway bewirbt ihn mit 15 Ah und damit 720 Wh, auf dem Aufkleber stehen allerdings nur 14,4 Ah und 690,76 Wh. Damit fällt er kleiner aus als beim D3 Cruiser Step-Thru (Testbericht) mit 840 Wh und beim D7 Cobra mit 960 Wh. Als Ausgleich legt Himiway derzeit einen Zweitakku mit 20 Ah und 960 Wh bei.

Etwas umständlich ist die Entnahme nach unten, das Schloss sitzt seitlich am Unterrohr. Vier LEDs am Akku zeigen den Ladestand, laden lässt er sich im Rad oder ausgebaut. Das Ladegerät mit aktivem Lüfter liefert laut Typenschild 54,6 V bei 3 A, auf der Webseite stehen 2 A. Von leer bis voll vergehen so knapp fünf Stunden.

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Auf seiner Webseite verspricht Himiway 60 bis 80 km Reichweite, in der Anleitung 44 bis 110 km. Weil die groben 4-Zoll-Reifen und das hohe Gewicht Energie kosten, halten wir mit einem Akku 60 bis 70 km für realistisch. Wie weit man tatsächlich kommt, hängt von Fahrergewicht, Unterstützungsstufe und Sensormodus ab, dazu von Reifendruck, Untergrund, Steigungen, Wind und Temperatur.

Preis

Das Fat-E-Bike Himiway D5 2.0 ST kostet bei Himiway 2599 Euro und bringt derzeit einen 20-Ah-Zweitakku mit, der sonst mit 699 Euro zu Buche schlägt. Ein Enddatum nennt die Jubiläumsaktion nicht. Himiway listet das Rad nur im Paket, wobei alle Rahmen und Farben gleich viel kosten, auch das D5 2.0 mit Diamantrahmen. Der Versand ist kostenlos, die Garantie beträgt zwei Jahre.

Neben dem gesetzlichen Widerrufsrecht gelten bei Himiway eigene Rückgaberegeln: Für unbenutzte Räder fallen innerhalb von 15 Tagen 300 Euro Rückversand an, bis 16 km Laufleistung kommen 30 % Wiedereinlagerungsgebühr dazu. Nach 15 Tagen oder ab 16 km steigt die Gebühr auf 50 %, nach 30 Tagen oder 32 km ist eine Rückgabe ausgeschlossen.

Fazit

Mit dem D5 2.0 ST baut Himiway ein Fat-E-Bike, auf dem man sich rundum wohlfühlt. Die Vollfederung schluckt Wurzeln und schlechte Straßen, während sich die Maxxis-Reifen in Sand, Schlamm und Schotter krallen und die hydraulischen Bremsen zuverlässig zupacken. Dazu kommen acht statt sieben Gänge, ein verstellbarer Vorbau sowie Bremslicht und Blinker ab Werk. Besonders gefällt uns der umschaltbare Sensor, mit dem das Rad wahlweise natürlich und sportlich oder ganz entspannt fährt. Der beigelegte Zweitakku relativiert den doch recht hohen Preis von 2599 Euro.

Ein paar Kompromisse verlangt das eSUV trotzdem. Mit 41 kg ist es ausgesprochen schwer, was ohne Motor und spätestens auf der Kellertreppe zur Last wird. Großen Fahrern ist die Sattelstütze zu kurz. Ein USB-Port fehlt ebenso wie eine aufgeräumte Kabelführung vorn, wo die Züge mitunter das Frontlicht verdecken. Die Blinker entsprechen in ihrer Bauform nicht der StVZO, der Akku bleibt etwas unter der beworbenen Kapazität.

Wer ein komfortables Rad für Schotter, Waldwege und schlechte Straßen sucht, ebenerdig parkt und Wert auf einen tiefen Einstieg legt, ist beim D5 2.0 ST richtig, gerade als älterer Fahrer, dem der Trittfrequenzmodus viel Arbeit abnimmt. Wer sein Rad Treppen hinauftragen muss oder anspruchsvolle Trails im Blick hat, sucht besser weiter. Leichter und mit natürlich ansprechendem Mittelmotor fährt das ebenfalls vollgefederte Engwe E26 3.0 Pro (Testbericht), das auf 3 Zoll breiten Reifen auch auf Asphalt ruhiger rollt. Wer auf die Hinterradfederung verzichten kann, spart mit dem Himiway D3 Cruiser Step-Thru (Testbericht) rund 9 kg.

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