VW ID.3 GTI vorgestellt: Coole Optik, keine Mehrleistung
Als vor rund 50 Jahren die ersten Golf GTI antraten, war eine Abgrenzung des Spitzenmodells vom Rest der Palette für die Hersteller furchtbar einfach. Ein straffes Fahrwerk samt Tieferlegung der Karosse, ein paar lustige Design-Spielereien und ein deutlich kräftigerer Motor – fertig war das Paket. Mit dem Wandel der Fahrenergie wird es komplizierter. Zwar preist Volkswagen den ID.3 GTI als stärksten GTI aller Zeiten an, doch er bietet einerseits nicht mehr Leistung als der ID.3 GTX Performance, den er beerbt. Auf der anderen Seite werden Leistungsunterschiede in einem E-Auto kaschiert, denn das praktisch stets voll anliegende Drehmoment prägt den Fahreindruck. Hersteller müssen also andere Wege finden, um die Topmodelle ins gewünschte Licht zu rücken.
Felgen „Wörthersee“
Unter anderem deshalb bekommt der ID.3 GTI alle Insignien, die aus Sicht von Volkswagen einen GTI ausmachen. Die Sitze haben ein Karomuster, es gibt eine eigene Darstellung im Kombiinstrument und zwischen den serienmäßigen Matrix-Scheinwerfern spannt sich ein rotes Band. Hinzu kommt ein bisschen umgeformter Kunststoff an Front und Heck, eine Tieferlegung und Felgen im Format 20 Zoll. VW nennt die Räder in Anlehnung an das traditionsreiche und inzwischen nicht mehr stattfindende Treffen im österreichischen Reifnitz „Wörthersee“. Bestellt werden kann der ID.3 GTI in Grau, Silber, Weiß, Schwarz und Rot. Das Rot soll die gleiche Tönung haben wie beim ersten Golf GTI.
Karomuster auf Sportsitzen und eigenständige Grafiken müssen als optische Abgrenzung zu den anderen ID.3-Modellen reichen.
(Bild: VW)
Auf Wunsch Gebrumm
Im ID.3 Neo ist bislang bei 170 kW die Spitze erreicht. Der ID.3 GTI bietet mit 240 kW sehr viel mehr, bleibt allerdings bei dem, was VW auf dieser Basis schon bot. Denn der Antrieb ist bekannt: Der intern APP550 genannte Motor unterscheidet sich nicht vom bisherigen GTX Performance. Das Werk nennt 5,6 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h, und während bei allen anderen ID.3 Neo bei 160 km/h Schluss gemacht wird, stellt der GTI erst bei 200 km/h eine weitere Beschleunigung ein. Wer mag, kann sich das Gebrumme eines Verbrennungsmotors einblenden lassen. Vielleicht ist das in der Zielgruppe des GTI tatsächlich irgendwie wichtig, doch ich kenne niemanden, der Vergleichbares in anderen Elektroautos länger als ein paar Minuten genutzt hat.
Die 79-kWh-Batterie kann mit bis zu 183 kW geladen werden. Für die Aufladung von 10 auf 80 Prozent nennt das Werk eine Zeit von 29 Minuten. Das würde einer durchschnittlichen Nettoladeleistung von rund 114 kW entsprechen. Es gibt noch keine finalen Verbrauchswerte, doch VW macht eine vorläufige Prognose: Im WLTP sollen es 14,5 kWh sein. Dementsprechend ist auch die Reichweite von 601 km im Zyklus vorerst nur ein Schätzwert.
Das Tornadorot hat bei VW eine sehr lange Tradition.
(Bild: VW)
Noch kein Preis
Bestellt werden kann der ID.3 GTI ab Anfang 2027. Ab wann er genau ausgeliefert wird, verrät VW noch nicht. Auch der Preis ist noch ein Geheimnis, doch mit rund 50.000 Euro muss wohl gerechnet werden. Spätestens mit ein paar Extras wie Soundsystem, festem Glasdach oder Head-up-Display wird diese Marke ziemlich sicher überschritten. In Wolfsburg dürfte eine Hoffnung sein, dass sich mit dem Label „GTI“ mehr Kunden einsammeln lassen als mit dem bisherigen Topmodell.
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