Nor'easter: Schwerer Herbststurm wütet über Ostküste der USA
Der sogenannte Nor'easter bewegt sich nach Angaben des US-Wetterdienstes NWS weiter in Richtung des Bundesstaates New Jersey und Long Island. Er wird die Region am Sonntagmorgen (Ortszeit) mit "voller Wucht" treffen, wie die Experten warnten. Entlang der mittleren Atlantikküste werden schwere Überflutungen erwartet.
Bis zu sechs Meter hohe Wellen befürchtet
Die Gouverneurin des Bundesstaats New York, Kathy Hochul, warnte vor "extrem gefährlichen" Bedingungen. Auf der Insel Long Island könnten in den kommenden Tagen bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, an einigen Küstenabschnitten seien bis zu sechs Meter hohe Wellen möglich. "Jeder, der sich an diesem Wochenende ins Wasser oder in dessen Nähe begibt, spielt buchstäblich mit seinem Leben", betonte Hochul.
Generell warnen die Behörden der betroffenen Regionen vor starkem Wind, Überschwemmungen und Straßensperrungen aufgrund heftiger Regenfälle.
Bereits jetzt stehen viele Küstenabschnitte in New Jersey und in New York unter Wasser. Anwohner paddelten mit kleinen Booten durch Straßen.

In Sea Bright, New Jersey, retteten Helfer eine Frau und ihren Hund, nachdem ihr Fahrzeug im Hochwasser steckengeblieben war, wie Medien berichteten.
Mann wird von Baum erschlagen
Im Stadtteil Brooklyn der Großstadt New York kam ein 56-jähriger Mann durch einen umstürzenden Baum ums Leben. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani warnte vor heftigen Windböen und möglicherweise herabgerissenen Stromleitungen. "Reisen Sie nicht, wenn Sie nicht müssen", sagte er in einem Aufruf an die Bewohner der Stadt.
Am Sitz der Vereinten Nationen in New York, wo derzeit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zur UN-Generaldebatte versammelt sind, wurden Fernseh- und Radiosender wegen der starken Winde aufgefordert, ihre technische Ausrüstung im Freien in Sicherheit zu bringen.

Zehntausende Haushalte in sechs Bundesstaaten im Nordosten der USA sind ohne Strom. Am Flughafen Logan in Boston wurden nach Angaben des Portals Flight Aware zahlreiche Flüge gestrichen. Mehrere große Fluggesellschaften ermöglichten Passagieren wegen des Unwetters gebührenfreie Umbuchungen.
Global-Citizen-Festival im Central Park abgesagt
Auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen fielen dem Sturm zum Opfer. Die Musikfestivals Global Citizen und All Things Go in New York sowie Oceans Calling im Bundesstaat Maryland wurden abgesagt. Auch nahe Boston geplante Konzerte des britischen Popstars Ed Sheeran finden nicht statt. Die Organisatoren des Global-Citizen-Festivals im Central Park erklärten, erstmals seit 14 Jahren habe man die Veranstaltung streichen müssen.
Sogenannte Nor'easter treten vor allem zwischen Herbst und Frühlingsbeginn auf - und zwar hauptsächlich an der Küste im Nordosten der USA und den atlantischen Provinzen Kanadas. Sie sind nach den für sie typischen nordöstlichen (auf Englisch: North-Eastern) Winden benannt und gehen fast immer mit starkem Regen oder Schnee sowie heftigen Windböen einher.
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