Spitäler völlig überfordert: Sabrina (39) stirbt nach Spinnenbiss

- Eine 39-jährige Mutter aus Ostia bei Rom ist rund 40 Tage nach einem mutmasslichen Violinspinnenbiss gestorben.
- Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt und hat eine Obduktion angeordnet.
- Die Familie wirft den behandelnden Spitälern mögliche Nachlässigkeiten vor.
Sabrina Gigliotti, eine 39-jährige Mutter aus dem italienischen Ostia bei Rom, ist rund 40 Tage nach einem mutmasslichen Biss einer Violinspinne gestorben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt aufgenommen. Gleichzeitig fordert die Familie der Verstorbenen eine saubere Aufklärung und erhebt schwere Vorwürfe gegen die behandelnden Spitäler, wie «Roma Today» berichtet.
Es begann mit einer juckenden Hautstelle
Mitte September bemerkte Gigliotti laut Angaben ihrer Angehörigen eine juckende Stelle am rechten Oberschenkel. Sie suchte das Grassi-Spital auf und erhielt dort das Antibiotikum Augmentin. Danach liess sie die Wunde im Celio-Spital versorgen. An der Diagnose und Behandlung sei jedoch nichts geändert worden, obwohl sich ihr Zustand weiter verschlechterte.
In den folgenden Wochen klagte Gigliotti über starke Schmerzen im unteren Rücken und in den Beinen sowie über ein Brennen im Bauch und Rücken. Am 18. Oktober ging sie laut Familie auf Krücken erneut ins Grassi-Spital. Sie sei trotzdem nicht stationär aufgenommen worden.
Die Braune Violinspinne
Die Braune Violinspinne (Loxosceles rufescens) ist vor allem im Mittelmeerraum verbreitet und kommt auch in Italien vor. Sie wird je nach Geschlecht 7,5 bis 9 Millimeter gross und hält sich häufig in Häusern, Kellern, Garagen oder hinter Möbeln auf. Ihren Namen verdankt sie einer meist geigenförmigen Zeichnung auf dem Vorderkörper.
Die scheue, nachtaktive Spinne beisst normalerweise nur, wenn sie sich bedroht fühlt oder etwa in Kleidung oder Schuhen eingeklemmt wird. Ihr Gift kann Hautgewebe schädigen und Rötungen, Schmerzen, Blasen oder selten schlecht heilende, abgestorbene Hautstellen verursachen.
Schwere Reaktionen des ganzen Körpers sind selten, können aber Fieber, Übelkeit, Veränderungen des Blutbilds oder Nierenschäden auslösen. Bei Verdacht auf einen Biss und zunehmenden Beschwerden sollte rasch ärztliche Hilfe gesucht werden.
Zwei Tage später habe sich ihr Zustand dramatisch verschlechtert: Laut Anzeige der Geschwister konnte die 39-Jährige kaum noch sprechen. Am 21. Oktober wurde sie im Grassi-Spital intubiert und anschliessend ins Spallanzani-Spital gebracht. Dort habe die Leitung der Infektionsabteilung der Familie kurz nach der Ankunft mitgeteilt, die Lage sei äusserst kritisch. Schliesslich wurde Gigliotti ins San-Camillo-Spital verlegt, wo sie am 25. Oktober starb.
Die Geschwister erstatteten mit ihrem Anwalt Pablo De Luca Anzeige bei den Carabinieri. Sie werfen den Spitälern mögliche medizinische Nachlässigkeiten vor. Die Staatsanwaltschaft ordnete derweil eine Obduktion an. Diese sowie die Krankenakten sollen klären, ob es Versäumnisse gab und ob der Tod hätte verhindert werden können. Der Anwalt der Familie verlangt «absolute Wahrheit und Gerechtigkeit».
Zweifel an Todesfällen durch Violinspinne
Als es im Jahr 2024 zu mehreren ähnlichen Fällen gekommen war, kontaktierte 20 Minuten den Spinnenexperten Wolfgang Nentwig von der Uni Bern. Dieser bezweifelte den Zusammenhang zwischen den Bissen und den Todesfällen, welcher in den damaligen Berichten hergestellt wurde, da die Spinne jeweils nicht eindeutig bestimmt worden war. Weltweit sei bisher kein Todesfall bekannt, der auf die europäische Violinspinne Loxosceles rufescens zurückzuführen ist, so Nentwig damals. Die damaligen drei Fälle erschienen dem Experten darum «überprüfungsbedürftig».
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Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.
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