The Jerusalem PostIsrael, US elections demand accountability, not blind loyalty - opinionRTP DesportoFamalicão - AlvercaDaily MaverickAFTER THE BELL: Whether Boxer or the ANC, succession planning separates strong institutions from fragile onesESPNJets' 'Cleveland Brown' troll leads top NFL jabs of Week 5ESPN DeportesHurgando en la pelea del dueño de una terraza en Wrigleyville con los CubsVilaWebEl consum familiar empeny amb força l’economiaAnime News NetworkTexas' Kawacon Anime, Gaming Convention Ends After 5 YearsVarietyWhat Paramount-Warner Bros. Merger Reveals About Media’s Future (Guest Column)DeadlineCatherine Laga’aia & Deacon Phillippe To Lead Disney+ Pilot ‘Spaceship Earth’ZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioBillboardDistroKid Removes Songs in Response to UMG’s Streaming ‘Slop’ LawsuitNOS SportBaansprinter Richardson, rivaal van Lavreysen, vlak voor WK uit Britse selectie gezet
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 12, 2026

BDI beklagt "Schutzlücke" : Geheimdienste warnen vor russischen Mordanschlägen auf Firmenchefs

Translate

BDI beklagt "Schutzlücke"  Geheimdienste warnen vor russischen Mordanschlägen auf Firmenchefs  

12.10.2026, 17:36 Uhr

407734126
Rheinmetallchef Papperger war 2024 Ziel eines mutmaßlichen Anschlagsplans. Seine Schutzniveau gleicht Berichten zufolge dem des Bundeskanzlers. (Foto: picture alliance/dpa)

Mordanschläge auf Zivislisten waren selbst für russische Agenten in ihrem hybriden Krieg gegen Deutschland bislang ein Tabu. Dies ändere sich, warnen Geheimdienste. Im Fokus des russischen Militärgeheimdienstes stünden inzwischen auch Unternehmenschefs. Der Industrieverband BDI fordert mehr Schutz.

Mehrere europäische Geheimdienste haben Unternehmen vor möglichen Mordanschlägen auf hochrangige Manager durch russische Agenten gewarnt. Die "Financial Times" berichtete unter Berufung auf Insider aus fünf Diensten, dass nach ihrer Einschätzung Russland seine hybride Kriegsführung in Europa ausweite und dabei neben Sabotageakten auch Mordanschläge auf Zivilisten plane. Dies sei lange ein Tabu für Russlands Geheimdienste gewesen.   

Im Fokus der russischen Bedrohung stehen laut "FT" die Chefs und hochrangige Vertreter von Rüstungskonzernen. Doch auch Manager kleinerer Unternehmen könnten zum Ziel werden, insbesondere von Startups, die Drohnen oder Komponenten davon herstellten. Die Geheimdienste rieten den Unternehmen, die Schutzmaßnahmen für ihre Einrichtungen und Mitarbeiter zu erhöhen, unter anderem auch durch private Personenschützer.   

In Deutschland, dem inzwischen größten Unterstützer der Ukraine in deren Abwehrkampf gegen Russland, ist die Bedrohung besonders groß. Am vergangenen Montag hatte die Chefs der deutschen Dienste in einer öffentlichen Anhörung des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste vor einer Bedrohung durch Russland gewarnt. "Neben den bekannten Spionagetätigkeiten sehen wir die Bereitschaft zu Sabotage und zu Tötungsoperationen", sagte der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, (BfA) Sinan Selen, laut einem "Handelsblatt"-Bericht. Er verwies unter anderem auf den gescheiterten Drohnenanschlag auf dem Leipziger Flughafen.   

Das Ziel ist psychologisch

Ziel der russischen Operationen ist nach einhelliger Einschätzung der Geheimdienstler, die Bereitschaft zur Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Das Hauptziel sei aus russischer Perspektive ein psychologisches, zitiert die "FT" einen Geheimdienstvertreter. Der gewünschte Effekt könne allein dadurch erreicht werden, die Leute fühlen zu lassen, dass sie ein Anschlagsziel sein könnten. "Sie wollen, dass die Personen zweimal überlegen, bevor sie Geschäfte mit der Ukraine machen."  

Im Jahr 2024 war bereits ein mutmaßlicher russischer Anschlagsplan auf den Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall Armin Papperger aufgedeckt worden. Berichten zufolge wird der Manager des größten deutschen Waffenherstellers rund um die Uhr von der Polizei und privaten Personenschützern geschützt. Das Schutzniveau soll dem des Bundeskanzlers ähneln. Papperger gab wiederholt öffentlich zu Protokoll, sich nicht einschüchtern zu lassen. "Kneifen gilt nicht", sagte er in diesem Sommer in einem Interview. Nicht alle potenziell gefährdeten Manager haben allerdings einen solchen Schutz. Laut "FT" setzten manche Rüstungsmanager auf Personenschützer, andere täten dies aber beispielsweise nur bei Reisen ins Ausland.   

Hauptverantwortlich für die hybride russische Kriegsführung in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist den Angaben zufolge der Militärgeheimdienst GRU. Dieser hat laut BfA-Chef Selen nicht nur die Bandbreite möglicher Anschlagsziele ausgeweitet, sondern auch seine Operationsweisen und sein Netzwerk in Deutschland. Statt mit einzelnen sogenannten Wegwerfagenten zu arbeiten, verteile der GRU verschiedene Tätigen von Auskundschaftung bis Anschlagsausführung auf unterschiedliche, nicht miteinander verbundene Akteure. Zunehmen nutze der GRU auch das Organisierte Verbrechen in Deutschland für seine Zwecke.   

Auch der Bund der Deutschen Industrie (BDI) hält die Bedrohung von Unternehmensvertretern für hoch und fordert angesichts der jüngsten Warnungen mehr staatlichen Schutz. Der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch beklagte gegenüber dem "Handelsblatt" Defizite bei der Abwehr hybrider Angriffe. Die Behörden informierten Unternehmen zwar zunehmend über Bedrohungen,die Zusammenarbeit habe sich verbessert. Zwischen Information und Handel klaffe jedoch eine große "Schutzlücke". Weiterhin fehlten "gemeinsame Verfahren, um aus Warnungen schnell konkrete Maßnahmen abzuleiten".   

View the original on n-tv →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.