Was über die Krebserkrankung von Papst Leo bekannt ist
Bei Papst Leo XIV. ist Lungenkrebs diagnostiziert worden. Das bösartige Gewebe wurde nach Angaben des Vatikans entfernt
14.10.2026 | 0:21 minPapst Leo XIV. ist ein bösartiger Lungentumor entfernt worden, wie der Vatikan am Dienstagabend nach einer Operation in der römischen Gemelli-Klinik mitteilte. Demnach wurde ein Lappen der rechten Lunge entfernt, in dem sich ein Adenokarzinom befand, also ein bösartiger Tumor.
Der Eingriff dauerte den Angaben zufolge etwa 90 Minuten und verlief ohne Komplikationen. Nach der OP sei der Papst regulär aufgewacht und befinde sich wieder in seinem Zimmer. Der Papst soll etwa eine Woche im Krankenhaus bleiben.
Was über die Krebserkrankung bekannt ist und wie es nun weitergehen könnte - ein Überblick:
Was ist ein Adenokarzinom der Lunge?
Ein Lungenadenokarzinom ist ein primär in der Lunge entstandener Tumor. Er ist bei Papst Leo XIV. also der Ausgangspunkt der Krebserkrankung, es handelt sich nicht um Metastasen eines anderen Tumors.
Das Adenokarzinom gehört zu den sogenannten nicht-kleinzelligen Karzinomen - es gilt als die häufigste Form von Lungenkrebs, wie der US-Onkologe David Spigel vom Sarah Cannon Research Institute in Nashville erklärte. Zudem gilt es als weniger aggressiv als die "kleinzelligen" Karzinome.
Wie sind die Prognosen bei der Krebserkrankung des Papstes?
Bei Lungenkrebs - laut Weltgesundheitsorganisation weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache - hängt die Prognose stark von der genauen Tumorart und vom Stadium zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Das Lungenadenokarzinom kann laut Experten sehr gut behandelt werden, wenn es früh erkannt wird.
Papst Leo XIV. hatte selbst am Sonntag gesagt, der Knoten in seiner Lunge sei "in einem sehr frühen Stadium" entdeckt worden.
Papst Leo XIV. hat Lungenkrebs - laut Vatikan in einem frühen Stadium. Nach allem, was man bisher wisse, spreche "sehr viel für eine sehr gute Prognose", sagte der Mediziner Christoph Specht.
14.10.2026 | 2:33 minEs spreche "sehr viel für eine sehr gute Prognose", weil der Papst nicht rauche und "vor allem dann, wenn er bislang keine Symptome hatte und dieser Knoten bei einer Routineuntersuchung entdeckt wurde", sagt der Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht im ZDF-Morgenmagazin.
Wenn der Krebs sehr früh erkannt wurde, dann hat er super Chancen, dass das geheilt werden kann, und zwar alleine mit dieser Operationsmethode.
Christoph Specht , Arzt und Medizinjournalist
Kann man nach Entfernung eines Lungenflügelteils normal leben?
Um eine Entfernung des gesamten bösartigen Gewebes sicherzustellen, wurde dem Papst nach Angaben des Vatikans der komplette Unterlappen des rechten Lungenflügels entfernt. Der Mediziner Christoph Specht sagt:
Man könnte sogar mit einem Lungenflügel sehr gut weiterleben, erst recht mit einem rechten unteren Lappen weniger.
Christoph Specht , Arzt und Medizinjournalist
Damit könne man sogar noch Sport treiben.
Was sind die nächsten Therapieschritte?
Als Nächstes muss geklärt werden, ob Leo XIV. nach der Operation noch zusätzliche Behandlungen wie eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten muss. Das hängt laut Fachleuten von mehreren Faktoren ab: der Größe des entfernten Tumors, seiner Aggressivität, seinen genetischen Eigenschaften und davon, ob er sich schon ausgebreitet hat oder nicht. Nach Angaben aus Vatikankreisen laufen bereits weitere Untersuchungen.
Gezielte Krebsprävention ist schon lange Teil des Nationalen Krebsplans, für Lungenkrebs wird das nun umgesetzt.
01.04.2026 | 1:55 minFür den Lungenexperten David Carbone vom Thoracic Oncology Center der Ohio State University ist die Tatsache, dass der Papst direkt operiert wurde, schon eine gute Nachricht: Wenn festgestellt worden wäre, dass sich der Krebs "zum Beispiel auf die in der Mitte des Brustkorbs gelegenen Lymphknoten ausgebreitet hätte, hätte er vor der Operation eine Behandlung bekommen, was nicht der Fall war", erläutert Carbone.
"Das deutet darauf hin, dass es sich um einen Tumor in einem sehr frühen Stadium gehandelt hat, mit einer ziemlich guten Prognose", sagt der Onkologe. Generell hätten sich die Behandlungsmöglichkeiten bei Lungenkrebs in den vergangenen Jahrzehnten zudem deutlich verbessert und die Heilungschancen seien "besser als je zuvor".
Quelle: AFP, dpa, ZDF
Über dieses Thema berichteten ZDFheute Xpress am 14.10.2026 um 08:01 Uhr und "Volle Kanne" ab 09:05 Uhr.
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