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Monday, October 5, 2026

Ausgezeichnete Wissenschaft – Kein Preis ist so bekannt wie der Nobelpreis

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Ausgezeichnete Wissenschaft Kein Preis ist so bekannt wie der Nobelpreis

Es gibt dutzende andere Ehrungen – doch die kennt kaum ein Laie. Dabei sind sie für die Forschung fast noch wichtiger.

05.10.2026, 17:17

Kyoto-Preis für Wissenschaft, Technik und Kunst, Abel-Preis für Mathematik oder Breakthrough-Preis für Physik: Es sind dies lauter renommierte und hoch dotierte Wissenschaftspreise. Doch der breiten Öffentlichkeit sind sie kaum bekannt.

Anders verhält es sich mit dem Nobelpreis. «Der Hauptgrund für sein Renommee ist, dass die ausgezeichneten Personen auch nach längerer Zeit noch preiswürdig erscheinen», sagt der Historiker Ulrich Steinke von der Universität Bern.

Die Nobelpreisjurys setzen auf sichere Werte und prämieren langjährige Spitzenforschung. Der Preis ist also eine Art Gütesiegel mit Langzeitgarantie, entscheidend fürs Renommee.

Erhellendes Nobelpreis-Archiv

Dazu trägt auch das online zugängliche Nobelpreis-Archiv bei. Es enthält selten veröffentlichte Daten zu allen Nominierten. Dabei gilt keineswegs, dass jene den Preis gewinnen, die am häufigsten vorgeschlagen werden.

Hand hält eine goldene Medaille mit Figurenrelief.
Legende: Die bekannteste und wohl auch begehrteste Auszeichnung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit: der Nobelpreis. Keystone / Stefanie Loos

Gerne wüsste man, was hinter den Kulissen entschieden wird. Doch das Nobelpreis-Archiv öffnet sich jeweils erst nach einer Sperrfrist von 50 Jahren. Unter anderem schützt das den Nobelpreis vor harschen Reaktionen.

Forschungsteams kommen zu kurz

Der Nobelpreis muss sich auch Kritik gefallen lassen: Wegen seiner konservativen Strukturen etwa widerspiegelt die Auswahl der Preisträgerinnen und -träger nicht immer die heutige Diversität und Teamorientierung in der Forschung.

Das ist für den Berner Historiker Steinke nicht unproblematisch. Zudem verdecke der Fokus auf den Nobelpreis die grundsätzlichere Bedeutung der vielen kleineren Wissenschaftspreise. «Diese sind viel wichtiger und sie animieren junge Forscherinnen und Forscher, mit ihrer Arbeit weiterzumachen.»

Dennoch schätzt Steinke den Nobelpreis. Denn nur dieser vermag eben ein Massenpublikum für wegweisende Forschung zu interessieren.

Jedes Jahr ein mediales Ereignis

Das wiederum ist kein Zufall. Die Nobelpreis-Gremien haben es geschafft, ihre Preisverkündungen zum viel beachteten jährlichen Event zu machen. Jeweils Anfang Oktober werden eine Woche lang fast täglich neue Nobelpreisträger bekannt gegeben – live im Internet.

Speziell für die Medien ist das jeweils spannend wie ein Krimi: Die Zeit ist knapp, Namen werden vorab nicht genannt, Überraschungen sind garantiert. Auch Dokumentationen über die Gewinner und etwas Unterhaltung dürfen nicht fehlen. So klingelt der Anruf aus Stockholm so manchen Preisträger aus dem Schlaf.

Die Nobelpreis­verantwortlichen wissen genau, wie man Wissenschaft ins Gespräch bringt. Das sei schon immer so gewesen, sagt Caterina Schürch von der Technischen Universität Berlin. «Es gibt Schwarz-Weiss-Filmaufnahmen schon aus der frühen Zeit der Nobelpreisverleihung.»

Auffällig viele Promis geehrt

Zu Beginn der Nobelpreis-Vergabe habe man zudem auffällig viele Prominente geehrt, sagt Karl Grandin, Experte für Wissenschafts- und Ideengeschichte von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Sie verleiht die meisten Nobelpreise.

«Wilhelm Röntgen zum Beispiel, der Gewinner des ersten Physik-Nobelpreises, war damals so unglaublich berühmt, dass nur schon sein Name dem jungen Preis Glanz verlieh», weiss Grandin. Auch Albert Einstein war so ein Glanzlicht.

Mit der Zeit wurde der Nobelpreis dann zum Selbstläufer: bekannter als viele der damit Ausgezeichneten. Und so wurde er auch bekannter als alle anderen Wissenschaftspreise.

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