Mit Nvidias Segen: Marvell will Lumentum für 115 Milliarden US-Dollar kaufen
Marvell Technology will für rund 115 Milliarden US-Dollar (103 Milliarden Euro) Lumentum übernehmen, einen Hersteller optoelektronischer Komponenten, der zuletzt massiv vom Ausbau der KI-Infrastruktur profitiert hat. Das haben die beiden US-Unternehmen mitgeteilt, laut Bloomberg hat Nvidia-Chef Jensen Huang seinen „Segen“ zu dem Zusammenschluss gegeben. Nvidia hat im März jeweils zwei Milliarden in beide Unternehmen als essenzielle Teile der Lieferkette investiert. Mit Marvell und Lumentum würden zwei der am schnellsten wachsenden Technologien im KI-Bereich vereint, womit man „den zunehmend komplexen Anforderungen an die Konnektivität in der KI-Infrastruktur der nächsten Generation“ gerecht werden wolle, heißt es von den beiden Firmen.
Die Börse reagiert skeptisch
Dank der Übernahme soll der adressierbare Markt für Marvell auf einen Gesamtumfang von 550 Milliarden US-Dollar wachsen, heißt es von den beiden Firmen. Das 1995 gegründete Unternehmen mit einem Umsatz von zuletzt rund acht Milliarden US-Dollar dürfte dadurch auch stärker in Konkurrenz zu Broadcom treten können. Mit der Milliardeninvestition war Nvidia im Frühjahr bei dem Unternehmen nicht nur eingestiegen, versprochen hat sich der weiterhin größte Profiteur des KI-Booms davon auch kundenspezifische Chips und eine bessere Kompatibilität der Komponenten von Marvell mit eigener Technik. Bezahlt wird der Deal jetzt komplett in Aktien: Lumentum-Aktionäre erhalten 4,5 Marvell-Aktien je Lumentum-Aktie. Abgeschlossen sein soll der Deal in der ersten Hälfte 2028, sofern Aktionäre und Behörden zustimmen.
Lumentum war bis vor wenigen Jahren wenig bekannt, der KI-Boom hat das Geschäft beflügelt. Mit der Übernahme setzt Marvell darauf, dass Optoelektronik für KI-Rechenzentren stärker an Bedeutung gewinnt. Für Nvidia ist es ein wertvoller Konsolidierungsschritt in der Lieferkette, schreibt Bloomberg. Zudem könnte Lumentum von einem US-Importverbot für chinesische Technik in KI-Rechenzentren profitieren. An der Börse sieht man den enormen Übernahmepreis jedoch skeptisch, die Aktien von Marvell und Lumentum standen am Montag mit einem Rückgang von fast 13 beziehungsweise fast 19 Prozent stark im Minus. „Das ist ein enormes Wagnis und die Anleger fragen sich zu Recht, ob Marvell zu viel bezahlt und sich zu viel auf einmal vornimmt“, zitiert Reuters den Analysten Axel Rudolph von der IG Group.
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