Bericht: Bei Cyberangriff Zugriff auf Antrieb von Öl-Supertanker erlangt
Das FBI und die US-Küstenwache haben angeblich Beweise dafür gefunden, dass Unbefugte bei einem Cyberangriff auf einen Öl-Supertanker Zugriff auf dessen Antriebssystem erlangt haben. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf anonyme US-Beamte, die mit der Untersuchung vertraut sein sollen. Demnach wird noch ermittelt, wie der Zugriff genau erlangt wurde und wer dahintersteckt. Es sei nicht unmittelbar klar geworden, wie lange die Unbefugten Zugriff hatten und was genau sie mit dem Schiff aus der Ferne hätten anstellen können, heißt es in dem Bericht noch. Der Supertanker mit dem Namen „VL Prosperity“ liegt derweil weiterhin vor der Küste von Texas.
Immense Risiken
Laut dem Bericht haben das FBI und die Küstenwache den Supertanker Ende August geentert, „nachdem der Funkkontakt zu dem Schiff abgebrochen war und den Behörden Hinweise vorlagen, dass dessen Systeme kompromittiert waren“. Wegen einer vermuteten Cyberbedrohung sei in dem Monat ein weiteres Schiff im Golf von Mexiko geentert worden. Seitdem wird das riesige Schiff demnach untersucht, der Supertanker sei zu dem Zeitpunkt voll beladen gewesen und war mit Kurs auf Galveston in Texas unterwegs. Die „VL Prosperity“ hatte ihr Öl laut Bloomberg in Ägypten geladen und hatte ihre Kommunikationsverbindungen auf ihrem Weg in Richtung USA in der Straße von Gibraltar verloren.
Der Vorfall unterstreicht die Bedrohung, die für die Schifffahrt von Cyberangriffen ausgeht. Mitte September haben US-Behörden fast 20 Schiffe weltweit im Visier, hat Bloomberg berichtet. Sollte eines davon einen US-Hafen ansteuern, verlangt die US-Küstenwache demnach frühzeitige Ankündigungen. Zwar seien erfolgreiche Cyberangriffe auf Schiffssysteme selten, aber im Erfolgsfall könnten sie weitreichende Folgen haben, zitiert der Nachrichtendienst den Experten Alex Soukhanov: „Das sind die größten sich bewegenden Objekte in der Welt und die transportieren die Weltwirtschaft.“ Ein weiterer Experte spricht von einem Worst-Case-Szenario, sollte ein großes Schiff mit gefährlichem Material an Bord die Kontrolle verlieren. Die meisten hätten aber eine Rückfallebene für die Crew.
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