Kanzler Merz will Aigner als Bundespräsidentin vorschlagen
Erste Frau im Amt Merz will Aigner als Bundespräsidentin vorschlagen
Stand: 08.11.2026 • 21:05 Uhr
Bislang hatte sich Kanzler Merz in der Frage zur Bundespräsidenten-Nachfolge zurückgehalten. Jetzt machte er es offiziell: Der CDU-Chef will am Montag Ilse Aigner dafür vorschlagen - als erste Frau in diesem Amt.
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hat sich auf eine Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) für das Amt der Bundespräsidentin festgelegt. Merz kündigte nach Angaben aus CDU-Kreisen bei einem Abendessen des Parteipräsidiums in Berlin an, die CSU-Politikerin am Montag offiziell den CDU-Gremien als Kandidatin für das höchste Staatsamt vorzuschlagen.
Dass die Union Aigner dafür nominieren will, erfuhr das ARD-Hauptstadtstudio bereits am Freitag. Bislang hatte Merz dies aber nicht bestätigen wollen, weil er zuvor mit den CDU-Gremien sprechen wollte. Aigner wäre nicht nur die erste Frau, sondern auch die erste CSU-Politikerin, die das höchste Staatsamt übernimmt.
Montag offizielle Vorstellung von Aigner
Aigner soll sich am Montag in der regulären Sitzung von CDU-Präsidium und -Bundesvorstand vorstellen. Nach einem gemeinsamen Statement reisen Merz und Aigner dann nach München für den Festakt zum 20. Jahrestag der Hauptsynagoge, wo sie auch auf CSU-Chef Markus Söder treffen.
Für Aigner hatten sich zuletzt bereits verschiedene Parteien - darunter SPD und Grüne - ausgesprochen. Aigner habe "eine wahnsinnig integrative Kraft", die Deutschland gerade in diesen Zeiten brauche, sagte SPD-Chef Lars Klingbeil.
Wahl des Bundespräsidialamts am 30. Januar
Auch Johannes Winkel, Vorsitzender der Jungen Union, bezeichnete Aigner im Bericht aus Berlin als "exzellente Kandidatin". Er halte sie für eine Politikerin, die verschiedene gesellschaftliche Gruppen im Blick habe und viel Erfahrung mitbringe.
Die Bundesversammlung, der neben den 630 Bundestagsabgeordneten ebenso viele Wahlleute aus den Ländern angehören, entscheidet am 30. Januar über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Union und SPD haben dort eine Mehrheit von etwa 50 Stimmen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die 61-Jährige an die Staatsspitze gewählt wird.
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